Zurück zu den Wurzeln

Hilterfingen

Ins Hotel Bellevue au Lac in Hilterfingen kehrt wieder Leben ein. Für die beiden neuen Gastgeber Felix Milt und Philipp Tschabold ist es eine Rückkehr in die Vergangenheit.

Philipp Tschabold (links) und Felix Milt übernehmen das Bellevue in Hilterfingen.<p class='credit'>(Bild: Patric Spahni)</p>

Philipp Tschabold (links) und Felix Milt übernehmen das Bellevue in Hilterfingen.

(Bild: Patric Spahni)

In den letzten Jahren gaben sich die Pächter im Bellevue au Lac in Hilterfingen die Türklinke in die Hand. Das soll sich nun ändern. «Das Haus hat eine turbulente Zeit hinter sich», sagt Felix Milt (54). «Jetzt ist es an der Zeit, dass wieder Stabilität einkehrt.»

Milt pachtet den Betrieb am Thunersee, der seit über einem Jahr leer steht, ab 1.Mai gemeinsam mit Philipp Tschabold (32), einem Weggefährten aus vergangenen Tagen. «Wir kennen uns seit Jahren», sagt Milt. So hatte Tschabold bereits Ende der 90er-Jahre ein Praktikum als Koch im Bellevue au Lac gemacht – das Traditionshaus mit Jahrgang 1918 stand damals ein erstes Mal unter Milts Führung. Dann haben sich die Wege getrennt.

Felix Milt war unter anderem im Gasthof Schützen in Steffisburg tätig. Philipp Tschabold arbeitete als Küchenchef im Tropenhaus Frutigen, bevor es ihn vor drei Jahren auf ein grosses Segelschiff verschlug. «Ich brauchte eine Standortbestimmung in meinem Leben», sagt Tschabold. Die Erfahrung auf hoher See habe sich gelohnt. «Ich habe viel gelernt.» Er war für das leibliche Wohl der 18 Passagiere und der Crew verantwortlich. «Ich habe mich mit Produkten auf Märkten eingedeckt und daraus Menüs kreiert», sagt Tschabold. Das habe grossen Spass gemacht.

Eine Anfrage zur rechten Zeit

Letzten Sommer befand sich der Koch aus Leidenschaft auf Heimaturlaub, als er von seinem ehemaligen Weggefährten Felix Milt kontaktiert wurde. «Die Anfrage kam zur rechten Zeit», erinnert sich Tschabold. «Ich bin in Oberhofen aufgewachsen und spürte nach den Reisen, dass ich hierhergehöre.» Milt und Tschabold wurden sich rasch einig – mit einem gemeinsamen Ziel: das Hotel Bellevue au Lac zu neuem Leben zu erwecken. «Ich suchte einen jungen Geschäftspartner, dem ich vertrauen kann», sagt Milt, der sich vornehmlich um die Hotellerie kümmert, während Tschabold den Gastrobereich führt.

64 Betten in 34 Zimmern

Das Hotel erfährt in diesen Wochen eine Verjüngungskur. Die Besitzerin, die Ammann Globalbau AG, lässt den Betrieb renovieren. Alle Hotelzimmer werden komplett erneuert und zum Teil vergrössert. Dies hat zur Folge, dass neu anstatt der bisher 47 noch 34 Zimmer mit insgesamt 64 Betten zur Verfügung stehen. «Das Hotel wird in die heutige Zeit überführt», sagt Felix Milt.

Insgesamt werden rund 25 Vollzeitstellen geschaffen. «Der Grossteil des Personals stammt aus der Region», sagt Tschabold. «Dadurch erhoffen wir uns eine bessere Verankerung in der Bevölkerung.» Ziel sei es, das Haus allen zu öffnen – der Büezer sei genauso willkommen wie die junge Familie oder der Geschäftsmann. Milt hofft zudem, dass sich das Bellevue im Eventbereich mit Hochzeiten und Banketten wieder einen Namen schaffen kann. Die Gastgeber betreiben das Hotel praktisch ganzjährig. «Im Februar werden wir den Betrieb schliessen», sagt Milt, «sonst haben wir aber offen.» Kochen will Tschabold gutbürgerlich mit regionalen Produkten – «global zubereitet», wie er ergänzt. Eine Prise Exotik dürfe nicht fehlen.

Am Schluss bleibt die Frage: Wieso sollten gerade Felix Milt und Philipp Tschabold nicht wie ihre Vorgänger scheitern? «Weil wir mit beiden Beinen auf dem Boden stehen und regional verankert sind», sagt Milt und sein Compagnon Tschabold ergänzt: «Ich weiss, dass es funktioniert. Ich habe die volle Terrasse und die zufriedenen Gesichter in meiner Vorstellung bereits gesehen.»

Thuner Tagblatt

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