Zukunft steht und fällt mit V-Projekt

Grindelwald

Wird das V-Projekt der Jungfraubahnen nicht realisiert, ist dies das Ende der die Gondelbahn Grindelwald Männlichen AG (GGM), wie an der GV der Bahn klarwurde.

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Als «einzige Zukunftssicherung» bezeichnete Andreas Kaufmann, Präsident des Verwaltungsrats, in seinem Vorwort zum Geschäftsbericht die Abhängigkeit der GGM vom Bau des V-Projektes der Jungfraubahnen. Deshalb hätten die seit vier Jahren andauernden Planungsarbeiten an einer gemeinsam betriebenen, doppelten Bahnanlage von Grund nach Männlichen und Eigergletscher Betriebsleitung und Verwaltungsrat auch 2014 «in sehr grossem Masse beschäftigt».

Grosse Verantwortung

Bei der Bergschaft Wärgistal, die ein zweites Mal über die Durchleitungsrechte abstimmt, läge eine grosse Verantwortung. Der Termin soll möglichst rasch angesetzt werden. Auch private Durchleitungsrechte sind noch offen. Denn, sagte Kaufmann: «Sollte das Projekt V-Bahn scheitern, ist die wirtschaftliche Perspektive der GGM vernichtet.» Der Neubau könne nicht beim Konzessionsablauf 2016 begonnen werden, deshalb habe der Verwaltungsrat kürzlich beim Bundesamt für Verkehr um eine Verlängerung der Betriebsbewilligung ersucht. Die Sicherheit der Bahn stehe weiterhin zuoberst, sagte Kaufmann.

Weniger Ertrag im Winter

Die gegenüber dem Vorjahr gesunkenen Wintereinnahmen konnten wegen des nasskalten Wetters im Frühling und im Vorsommer nicht wettgemacht werden.

Dank des schönen Herbstes, aber auch «dank rigorosen Kostenkontrollen und Sparanstrengungen aller Instanzen» erreichte der Jahresgewinn doch noch 314 596 Franken. Trotzdem und wegen der grossen anstehenden Investitionen folgte die Versammlung dem Vorschlag des Verwaltungsrates, die Eigenkapitalbasis weiter zu stärken und deshalb wiederum auf eine Dividende zu verzichten.

Ebenso klar wählten die Stimmberechtigten Walter Gertsch, pensionierter WAB-Zugführer und vormaliges Mitglied der Baukommission der Gemeinde Grindelwald und derzeit aktives Mitglied Forstkommission Itramen, zum neuen GGM-Verwaltungsrat. Er ersetzt Ueli Wagner, der aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat.

Schneeverhältnisse halfen

Die Aufhebung des Euromindestkurses traf die GGM im laufenden Jahr.

«Die guten Schneeverhältnisse ab Mitte Januar halfen sicher, Schlimmeres zu verhindern», sagte Kaufmann und ergänzte: «Die Aussichten für den Sommer sehen vor allem im inländischen und im Dollar abhängigen Geschäftsfeld Asien und Übersee knapp zufriedenstellend aus. Aus dem Euroraum werden wir mittelfristig weitere Minuszahlen hinnehmen müssen.»

Zwei neue Angebote für Gäste aus Fernmärkten

Den sinkenden Zahlen sollen laut Betriebsleiter Daniel Zihlmann diesen Sommer zwei neue Erlebnisangebote entgegenwirken: Der «Royal Walk Männlichen» führt von den Bergstationen der zwei Männlichenbahnen mit spannenden Zwischenstationen auf die neue Aussichtsplattform auf dem 2345 Meter hohen Gipfel. Zudem löst die Bilderbuchkuh Lieselotte den Hasen Felix ab.

Mit diesen Inszenierungen will die Geschäftsleitung des Bahnunternehmens nebst Familien auch Gäste aus den Fernmärkten ansprechen, die nicht zum Wandern auf den Männlichen kommen.

Berner Oberländer

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