Wird Mike Schmid ein Denkmal gesetzt?

Dem olympischen Skicross-König Mike Schmid wird am Wochenende in Frutigen ein grosser Empfang bereitet. Erhält er gar ein Denkmal?

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Ein Dorf im winterolympischen Freudentaumel. «Heja Mike»-Transparente hängen vielerorts im Dorfzentrum, Glückwunsch-Botschaften zieren die Schaufensterauslagen der Gewerbler. Und: In Frutigen werden Olympiasieger gar in die Pfanne gehauen. «Bei uns gibts seit heute den ‹Hack-Mike›», sagt Metzgersfrau Rosmarie Thierstein am Morgen nach Mike Schmids grossem Triumph – dem Skicross-Olympiasieg in Cypress Mountain. Der «Hack-Mike» sei ein spezieller Hamburger. Mehr verrät Rosmarie Thierstein zu den Ingredienzen nicht

Das richtige Rezept hatte am Vorabend (MEZ) auch Medaillenhoffnung Schmid (25) gefunden: den Angriff als beste Verteidigung. Und da der Strassenbauer derart flott angriff, geriet er im Pistenkampf Mann gegen Mann gar nie in die Defensive. Mundartrocker Gölä würde singen: «Är fahrt eifach uf u drvo»

Die Drähte laufen heiss

«Seit morgens um halb acht laufen bei uns die Drähte heiss.» Peter Schmid, stolzer Vater des Skicross-Überfliegers, gibt geduldig Auskunft. Der Leiter der Frutiger Filiale der Baufirma Marti AG erzählt, wie seine Familie die olympische Sternstunde erlebt hat. «Unsere Tochter Franziska lud zu sich nach Ruppoldsried ein. Wir waren gegen 50 Leute, die ihren 28. Geburtstag gefeiert und zugleich Mikes Rennen auf Grossleinwand verfolgt haben.» So oder so wäre es ein Freudentag gewesen, sagt der Vater. «Dass Mike aber gleich noch den Sieg holte, war schon das Tüpfchen aufs i.» Speziell bewegt hat alle, dass das jüngste der drei Schmid-Kinder nach der Zieldurchfahrt zu allererst seiner «Schwoscht» gratuliert hat. «Das zeugt von unserem Zusammenhalt – die Familie ist ihm wichtig», weiss Peter Schmid.

Um Mitternacht war es dann so weit: Mike rief seine Liebsten aus Vancouver an. Und was sagt Mann da? «Wir konnten beide noch nicht glauben, was er erreicht hatte. Natürlich habe ich ihm von Herzen gratuliert.» Eine Meldung erreichte die Schmids gar aus Südamerika. Die Frutiger Spitzen-Beachvolleyballerin Nadine Zumkehr meldete sich aus ihrem Trainingslager. Die Gratulantin ist die Cousine Schmids.

Empfang in der Widi-Halle

Persönlich gratulieren, das kann die Bevölkerung ihrem Helden am Wochenende. Vater Schmid geht davon aus, dass Sohn Mike am Freitag ins Oberland zurückkehrt. Gemeindepräsident Kurt Zimmermann (SVP) steht einem OK vor, das einen grossen Empfang vorbereitet. «Es wird in einem würdigen Rahmen gefeiert. Noch ist jedoch nicht bekannt, ob das am Freitagabend oder am Sonntagnachmittag geschieht.» Klar ist, dass das Fest in der Widi-Sporthalle steigt. «Wir rechnen mit vielen Leuten.» Wie alle Frutiger ist auch der Gemeindepräsident stolz, einen Olympiasieger in der Gemeinde zu wissen. «Den Erfolg mögen ihm und seinem Umfeld alle gönnen.»

Ein Stein, ein Platz und

In Hondrich wurde ein neuer Platz nach Skeleton-Olympiasiegerin Maya Pedersen benannt, in Reutigen setzte man Skifahrer Bruno Kernen einen Stein. Und in Frutigen? Wird Olympiasieger Mike Schmid auch ein Denkmal gesetzt? «Das wurde noch nicht besprochen. Ich kann aber versichern, dass in diese Richtung etwas geht», verspricht Gemeindepräsident Zimmermann. Möglich ist, dass bereits am Empfang mehr dazu bekannt wird

Auch zeigt er sich offen, was eine mögliche finanzielle Unterstützung von Schmid betreffen könnte. Eine solche erhält die Snowboarderin Fränzi Mägert-Kohli von der Gemeinde Steffisburg, deren Botschafterin sie ist. «In Sachen Sponsoring hat sich in den letzten zwei Jahren schon etwas getan», sagt Peter Schmid. Das eine oder andere Türchen, welches sich nach dem Sieg nun öffnen könnte, würde kaum zugeschlagen. (Berner Oberländer)

Erstellt: 23.02.2010, 08:18 Uhr

Mike Schmids Sprung aufs Podium – und in die olympischen Geschichtsbücher. Der Frutiger ist erster Skicross-Olympiasieger. (Bild: Keystone )

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