Wieder Unwetter: Das Zulgtal kommt nicht zur Ruhe

Zulgtal

Die Gewitter vom Samstagabend trafen einmal mehr das Zulgtal am heftigsten.

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Die Gewitter vom Samstagabend trafen einmal mehr das Zulgtal am heftigsten. Die Feuerwehr Schwarzenegg war bis Sonntagmorgen damit beschäftigt, Keller auszupumpen. Die Gewitter, die sich am Samstagabend zwischen 22 und 23 Uhr in der Region Thun entluden, brachten vornehmlich im vorderen, rechten Zulgtal hoch konzentrierte Regenfälle.

«Nach dem Unwetter erreichten uns insgesamt dreissig Meldungen», sagt Christoph Gnägi, Mediensprecher der Kantonspolizei Bern, auf Anfrage, «davon kamen die meisten aus Ober- und Unterlangenegg.» Gemäss Schätzungen von Meteo Schweiz gingen in den beiden Gemeinden innerhalb von einer Stunde rund 60 bis 65 Liter Wasser pro Quadratmeter nieder.

Wasser kam innert Minuten

«Wir waren während der ganzen Nacht mit fünfzig Feuerwehrmännern im Einsatz», sagt Hanspeter Amacher, Kommandant der Feuerwehr Schwarzenegg. Diese wurde von vierzehn Männern der Feuerwehr Buchholterberg unterstützt. Laut Amacher wurden die Gebiete Brauchern und Weier überschwemmt. Wasser floss im oberen und unteren Ried in Keller.

«Wir hatten kaum eine Chance, innert Minuten stand das Wasser im Ersatzteillager rund 1,3 Meter hoch», resümierte gestern Hansueli Mühlethaler. Er betreibt in Unterlangenegg eine Werkstatt für Landmaschinen. Das Wasser sei über die Zufahrtsrampe ins Untergeschoss eingedrungen.

Weil dort auch Öle und Schmiermittel gelagert sind, stand auch die Öl- und Chemiewehr der Feuerwehr Thun im Einsatz, um das mit Öl kontaminierte Wasser abzupumpen. Die Schadensumme, welche das Unwetter in der Werkstätte in der Nacht auf Sonntag angerichtet hat, ist noch offen. «Zum Glück ist es nur Materialschaden», sagte Mühlethaler.

Gleich eine ganze Anzahl Kaninchen musste die Familie von Walter Zürcher auf der Schwarzenegg in der Nacht evakuieren. Zürcher war schon mit der Feuerwehr im Einsatz, als das Wasser in seinen Stall und in den Keller eindrang. «Zum Glück gelang es uns, alle Tiere zur retten», betonte er. Nicht mehr retten liessen sich indes die elektrischen Geräte im Keller. «Sie schwammen obenauf und sind nun wohl hinüber», so Zürcher weiter.

Die Feuerwehr Schwarzenegg war bis um circa 5.30 Uhr im Einsatz. Gemeindepersonal war am Sonntagvormittag noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Gesperrt ist die Kalchofenstrasse zwischen Unterlangenegg und Buchholterberg. Sie wurde schon beim Unwetter am Donnerstag in Mitleidenschaft gezogen und mit dem Unwetter in der Nacht auf Sonntag weiter unterspült. Sie ist derzeit nicht befahrbar.

Erdrutsch in Homberg

Auch die Feuerwehr Steffisburg war am Samstagabend mit rund zwanzig Einsatzkräften aufgeboten. In Homberg lösten die Regenfälle einen Erdrutsch bei der Tannhalte aus. «Die Kantonsstrasse musste zwischen 22.45 und 5 Uhr gesperrt werden», sagt Markus Graf, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Steffisburg. Eine Umleitung für den Verkehr war gewährleistet.

Ebenfalls in Süderen war die Strecke Steffisburg–Süderen aufgrund eines umgestürzten Baumes kurzzeitig unterbrochen. Nach einer Stunde konnte die Strasse dank der Arbeit der Feuerwehr Röthenbach wieder freigegeben werden.

Thuner Tagblatt

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