Wie es klingt, wenn eine Japanerin jodelt

Interlaken

Sakura Kitagawa ist eigens aus Tokio angereist, um am Eidgenössischen Jodlerfest auftreten zu können. Denn Jodeln ist ihr Beruf.

Die Japanerin Sakura Kitagawa singt am Eidgenössischen Jodlerfest im Kirchgemeindehaus Matten aus voller Kehle.

Die Japanerin Sakura Kitagawa singt am Eidgenössischen Jodlerfest im Kirchgemeindehaus Matten aus voller Kehle.

(Bild: Susanna Michel)

Es ist Samstag, 10.04 Uhr: Im Kirchgemeindehaus Matten ist der Saal bis auf den letzten Platz besetzt, als Sakura Kitagawa die Bühne betritt. Auffallend viele Asiaten sitzen im Publikum. Und kaum beginnt die Japanerin zu singen, blitzen die Kameras los. Das passt: Die 45-Jährige singt «Im Gwitter» von Willi Valotti.

Die Töne und der Text sitzen. Das «Ch» kratzt, das «R» rollt. Schnell wird klar, dass die Sängerin eine klassische Ausbildung hat. So schwingt in den langen Tönen fast immer ein Vibrato mit.

Früher Opernsängerin

Nach ihrem Auftritt bestätigt Sakura Kitagawa, dass sie zuerst als Opernsängerin arbeitete. Nun kann die Frau, die in Tokio lebt, vom Jodeln leben. «Ich habe viele Konzerte in Vergnügungslokalen. Bei uns ist Jodeln wirklich sehr beliebt», sagt sie.

Sie selber mag diese folkloristische Musik lieber als diejenige ihres Heimatlandes. «Japan hat den Zweivierteltakt, Jodeln den Dreivierteltakt. Das hat Schwung und macht mehr Freude», erklärt die Musikerin. Und: «Ich weiss schon, dass hier sonst nur Leute auftreten, für die Jodeln ein Hobby ist.» Ihre Leistungen seien deshalb umso höher einzuschätzen. Seit 20 Jahren jodelt die quirlige Japanerin bereits. Ihre Lehrerin ist Marie-Theres von Gunten.

Berner Oberländer

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