Seftigen

Weshalb eine nachgebaute F/A-18 durch Seftigen fuhr

SeftigenEine von der Firma Hugo Wolf AG Seftigen nachgebaute F/A-18 wurde gestern Mittwoch der Schweizer Armee ausgeliefert. Das Modell dient vorab zu Übungszwecken im Rettungswesen.

Schwertransport für die Schweizer Armee: Die nachgebaute F/A 18 wird – in ihre Einzelteile zerlegt – durch Seftigen in Richtung Payerne (VD) transportiert.

Schwertransport für die Schweizer Armee: Die nachgebaute F/A 18 wird – in ihre Einzelteile zerlegt – durch Seftigen in Richtung Payerne (VD) transportiert. Bild: Erwin Munter

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Nach längerer Planung und einer Bauzeit von gut einem Jahr wurde gestern eine Nachbildung des F/A-18 auf den Militärflugplatz in Payerne (VD) überführt. Die mit speziellen Instrumenten zur Simulation im Rettungsbereich ausgerüstete Maschine besteht zu grossen Teilen aus einer Mischbauweise Holz-Composit. Die üblichen Nieten, die im Flugzeugbau stets angewendet werden, wurden dabei mit der Airbrush-Technik imitiert. Die gewiss immer am Boden verharrende «Maschine» verfügt über eine eigene Stromversorgung. So für das Funktionieren verschiedener technischer Vorrichtungen wie auch das Aufklappen des Cockpits und die Produktion von künstlichem Rauch. Aus Distanz ist der Prototyp kaum von einer flugtüchtigen «Schwester» zu unterscheiden.

Zwei spezielle LKW nötig

Mit dem Schwertransport beauftragt war die Transportfirma Martin Wittwer aus Wattenwil. Dies mit zwei speziellen LKW mit einer Gesamtlänge von 25 Metern. Das Gewicht des nachgebauten Kampfjets beträgt 5,4 Tonnen; das Startgewicht einer echten F/A-18, einschliesslich Bordwaffen, bewegt sich bei 24 Tonnen.

Der imitierte Kampfjet entspricht mit einer Gesamtlänge von 17 und einer Flügelspannweite von 12 Metern genau den Messeinheiten und Umrissen eines F/A-18-Originals. Laut Projektleiter Peter Mathys von der Armasuisse, dem Beschaffungszentrum für militärische und zivile Systeme, war das komplizierte Projekt zuvor offiziell ausgeschrieben worden. Den Zuschlag erhielt letztlich die Firma Hugo Wolf AG, Kunststofftechnik und Engineering am Allmendweg in Seftigen. Dessen Inhaber sind der Seniorchef Georg Sommer und seine Söhne André und Georges.

Masse aus Amerika

Um die richtigen Masse und Prägungen der F/A-18 zu erfahren, seien sie am Herstellungsort in Amerika vorstellig geworden. Gebaut wurde der Flieger in der 16 mal 20 Meter messenden Produktionshalle am Allmendweg 1 in Seftigen.

Das Spezialunternehmen Hugo Wolf AG hat durch die Anfertigung von Kabinen, beispielsweise bei Skiliften, einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht. So sagt Peter Mathys: «Wir dürfen stolz sein, dass dieses anspruchsvolle Projekt in Seftigen ausgeführt wurde. Und dies ausschliesslich durch Fachleute aus dieser Region.» Gleichzeitig verwies der Projektleiter auf die angenehme Zusammenarbeit.

Relativ kurze Fahrt

Einmal auf die Autobahn eingespurt, bedeutete der Transport des Modelljets für die beiden Chauffeure der Wittwer AG, Simon Wüthrich und Pascal Aellen, keine abenteuerliche Fahrt. «Speziell ist bloss, die 3,6 Meter breite und 25 Meter lange Fuhre immer gut einzuschätzen», sagt Wüthrich, dessen Ladebrücke mit dem Rumpf beladen ist. Für die 80 Kilometer lange Strecke rechneten sie mit einer Fahrzeit von 1,5 Stunden. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 18.04.2013, 09:06 Uhr

Sie haben die F/A 18 nachgebaut (v.l.): Georg Sommer, Seniorchef der Wolf AG, Peter Mathys von der Armasuisse, André und Georges Sommer. (Bild: Erwin Munter)

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