Wer Tickets will, muss früh raus

Oberdiessbach

In elf Tagen findet das Bernisch-kantonale Schwingfest in Oberdiessbach statt. Die Veranstalter warten mit zahlreichen Premieren auf – und werden von Besuchern richtiggehend überrannt.

Vier OK-Mitglieder freuen sich auf das Bernisch-kantonale Schwingfest in Oberdiessbach: (v.l.) Pressechef Niklaus Hadorn, OK-Chef Sigmund von Wattenwyl, OK-Vizepräsident und Personalchef Andreas Schindler sowie Verkehrschef Ueli Moser stehen in der Mitte der Schwingerarena, dort, wo am 7.August der Sieger des Bernisch-kantonalen Schwingfests erkoren wird.

Vier OK-Mitglieder freuen sich auf das Bernisch-kantonale Schwingfest in Oberdiessbach: (v.l.) Pressechef Niklaus Hadorn, OK-Chef Sigmund von Wattenwyl, OK-Vizepräsident und Personalchef Andreas Schindler sowie Verkehrschef Ueli Moser stehen in der Mitte der Schwingerarena, dort, wo am 7.August der Sieger des Bernisch-kantonalen Schwingfests erkoren wird.

(Bild: Marco Zysset)

Marco Zysset@zyssetli

«Schwingen boomt, und das merken wir», sagt Niklaus Hadorn. Der Pressechef des kantonalen Schwingfestes in Oberdiessbach, früher selber Kranzschwinger, ist sichtlich stolz, diese Aussage machen zu können. OK-Chef Sigmund von Wattenwyl doppelt nach: «Als wir 1998 das Emmentalische Schwingfest durchführten, wurde der Anlass vor allem von eingefleischten und langjährigen Fans besucht», erinnert er sich. «Am 7.August führen Firmen ihren Kundenanlass bei uns durch. Das wäre damals noch undenkbar gewesen.» Die Folge: Für das Schwingfest vom 7.August sind die meisten Plätze bereits verkauft.

Gedeckte Tribünen

Erstmals in der Geschichte des Bernisch-kantonalen Schwingerverbandes findet ein «Kantonales» vor gedeckten Tribünen statt. Zwei der drei Sitzplatztribünen in Oberdiessbach werden überdacht. «Dass die gedeckten Plätze zehn Franken mehr kosten, hat offensichtlich niemanden gestört», sagt OK-Chef von Wattenwyl, «sie waren bereits im Juni ausverkauft.» Insgesamt sind am kommenden Sonntag rund 6500 Plätze in der Arena verfügbar, Rasensitzplätze und Stehplätze inbegriffen. «Wir werden am Sonntagmorgen früh nur noch wenige Hundert freie Steh- und Rasensitzplätze in den Verkauf geben können», sagt von Wattenwyl.

Der OK-Präsident ist sich dabei bewusst: «Das ist die Kehrseite der Medaille: Wenn sich plötzlich so viele Leute für unseren Sport interessieren, besteht das Risiko, dass eingefleischte Schwingerfreunde keinen Platz mehr finden, weil sie sich nicht gewohnt sind, die Tickets Wochen und Monate im Voraus zu kaufen.» Gleichzeitig betont er, dass mit der Schwingermeile und dem Rahmenprogramm auch jenen viel geboten werde, die keinen Platz in der Arena hätten.

Erfahrung in der Organisation

Auch der Blick in den Gabentempel zeugt vom Generationenwechsel: Wo früher vor allem Glocken und Trögli standen, werden heuer auch Fernseher, Mountainbikes oder Waschmaschinen präsentiert.

Um die Austragung des «Kantonalen» hat sich der Schwingklub Oberdiessbach beworben, weil er heuer sein 75-jähriges Bestehen feiern kann. Dabei können die Schwinger auf ein erfahrenes OK zählen. «Viele waren bereits 1998 mit dabei», sagt von Wattenwyl, der damals ebenfalls schon als OK-Präsident amtete. So findet das Fest auch heuer vor dem Schloss statt; Parkplätze, Schwingermeile und Arena liegen kompakt auf einem acht Hektaren grossen Gelände.

Insgesamt rechnet das OK mit einem Budget von rund 400000 Franken. Das 24-köpfige Komitee wird laut Sigmund von Wattenwyl von mehr als 400 freiwilligen Helfern unterstützt. «Der grosse Teil kommt aus dem Dorf», sagt er, «was zeigt, dass das Fest breit abgestützt ist.» Tatsächlich stammen die Helfer aus verschiedensten Vereinen – von Jodlern über Fussballer bis hin zu Volleyballern.

Thuner Tagblatt

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