Weniger Müll in der Aare

Taucher, Fischer und Seepolizisten putzten am Samstag die Aare zwischen Brienzer- und Thunersee. Sie fanden weniger Abfall als bei früheren Aktionen, die Beute war trotzdem reich.

Unterhalb des Interlakner Elektrizitätswerks laden Fischer den Müll um, den die Taucher zuvor vom Grund der Aare geholt haben.

Unterhalb des Interlakner Elektrizitätswerks laden Fischer den Müll um, den die Taucher zuvor vom Grund der Aare geholt haben.

(Bild: Sibylle Hunziker)

Schirme, Schuhe, eine Schubkarre, Radkappen, Autopneus, Geschirr und Besteck, ein Radio, eine Trittleiter, Brillen, Spielzeug, abgelaufene Visa- und Identitätskarten, eine schöne grosse Bratpfanne, ein Staubsauger, zwei Parkverbotstafeln samt Betonfuss, ein Einkaufswägeli, Dolendeckel, Golfschläger, zwei Dutzend identische Weinflaschen und ebenso viele Velos aller Art – anhand des Abfalls vom Grund der Aare hätten Archäologen in einer fernen Zukunft sicher problemlos das Leben auf dem Bödeli im frühen 21. Jahrhundert rekonstruieren können.

Daraus wird nun aber nichts. Am Samstag holten 35 Freiwillige – Fischer, Taucher und Seepolizisten – den ganzen Abfall aus dem Wasser und brachten ihn mit ihren Booten und mit Fahrzeugen der Gemeinden Interlaken und Unterseen zum Werkhof Interlaken, auf dass er ordentlich entsorgt werde.

Keine giftigen Abfälle

«Insgesamt war es diesmal weniger Ghüder als 2011, und vor allem fanden wir keine Batterien und andere giftigen Abfälle mehr», sagt Peter Fiechter, Präsident der Fischereipachtvereinigung Interlaken, die den Aareputz etwa alle vier Jahre zusammen mit dem Tauchclub Thunersee organisiert. Allerdings werden nicht jedes Mal alle Aareabschnitte abgesucht.

Im Winter ist zwar der Wasserstand tiefer und die Strömung schwächer als im Sommer. «Trotzdem ist es für die Taucher anstrengend, stundenlang schwere Teile vom Grund zu holen und in die Boote zu hieven», erläutert Fiechter. Der Einsatz könne deshalb nicht beliebig lange dauern, und die Resultate seien nur bedingt vergleichbar.

Die Freiwilligen würden sich aber freuen, wenn der Abfallrückgang auf ein Umdenken zurückzuführen wäre. «Es wäre schön, wenn die Leute die Natur nicht als Abfallkübel behandeln würden.» Künftige Archäologen könnten auch so noch zum Zug kommen. Denn mancher Ghüder liess sich nicht bergen, weil er zu tief im Geschiebe der Aare steckt.

Berner Oberländer

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