Wandertipp: Zu Europas grösster Pyramide

Niesen

Als schönster Berg am Thunersee wird er gehandelt. Tatsächlich bietet der Niesen grossartige Reize.

Ausblick zu Thuner- und Brienzersee im Aufstieg nach Oberniesen.

Ausblick zu Thuner- und Brienzersee im Aufstieg nach Oberniesen.

(Bild: Andreas Staeger)

Als klassische Route auf den Niesen gilt der Aufstieg aus dem Simmental ab Wimmis. Eine lohnende Alternative ist die Besteigung aus dem Kandertal. Sie verlangt einiges an Kondition, gilt es doch nicht allein 1550 Höhenmeter zu überwinden, sondern sich auch unterschiedlichsten Bodenbeschaffenheiten anzupassen.

Vom Bahnhof Frutigen geht es ins Dorf, auf der alten Hauptstrasse talauswärts und auf schmalem Fussweg zu den Häusern von Winklen. Den Gunggbach entlang gelangt man hinauf in den Wald und in den tief eingeschnittenen Heitibach-Graben. Beim Aussichtspunkt Eggweid geniesst man bereits eine beachtliche Rundsicht. Sachte senkt sich der Pfad in den Schlumpach-Graben und steigt anschliessend in zwei kurzen Steilstufen zum Weiderücken im Senggi.

An den Hütten Pfruendsenggi und Ogis Senggi auf der Alp Unterniesen vorüber gelangt man zur Alp Oberniesen und in den Gratsattel zwischen Niesen und Fromberghorn, dem Cheesbödi. Die Rundsicht ist grossartig. Noch liegt die steile Hangtraverse zum Schafboden vor einem, bevor man über den südlichen Vorgipfel die aussichtsreiche Höhe des Niesens mit Berghaus und Bahnstation erreicht.

Eine spannende Zusatzschleife, die allerdings gutes Orientierungsvermögen und ausgeprägte Trittsicherheit erfordert, führt zu den Mühlsteinen in der Südflanke des Niesengipfels. Neben Schiefer und Flysch tritt an der Thunersee-Pyramide auch ein besonders raues Gestein auf, die Niesenbrekzie. Grosse Blöcke wurden im 18. Jahrhundert oben am Berg zu Mühlsteinen gehauen und danach mit Schlitten zu Tal geführt.

Als im 19. Jahrhundert die lokalen Mühlen nicht mehr rentierten, liess man etwa ein Dutzend dieser scheibenförmigen Steine am Berg liegen. Sie befinden sich noch heute teilweise gut sichtbar im Weideland; manche sind hingegen zwischen Blockschutt und Baumstämmen kaum mehr auffindbar.

Am ehesten entdeckt man einige Exemplare dieser Kuriosität, wenn man von Oberniesen in nordöstlicher Richtung quer über die Weiden zur Wegspur aufsteigt, die oberhalb der Fluhbänder im Gebiet Hegere verläuft; von dort gelangt man in westlicher Richtung zur Hütte im Niesenchumi und steigt in der Falllinie über den Grashang direkt zum Berghaus auf.

Anreise: Mit der Bahn nach Frutigen Rückreise: Ab Niesen Kulm mit der Standseilbahn nach Mülenen Route: Frutigen–Eggweid–Senggi–Oberniesen–Niesen Wanderzeit: 5 h 40 min Streckenlänge: 11,9 km Höhendifferenz: 1690 m Aufstieg, 110 m Abstieg Schwierigkeit: anspruchsvoll Ideale Saison: Mitte Juni bis Mitte Oktober

Thuner Tagblatt

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...