Von einem dünnen Pulli und Superstar Thierry Henry

Welcher Fussballfan träumt nicht von der legendären Champions-League-Hymne? Für den Thuner Manuel Fischer wurde der Traum Realität. Er war vor 10 Jahren einer der Balljungen während der Heimspiele im Stade de Suisse.

Ein unvergesslicher Moment im Leben des Manuel Fischer. Er war während der Champions-League-Heimspiele des FC Thun einer der Balljungen.

Ein unvergesslicher Moment im Leben des Manuel Fischer. Er war während der Champions-League-Heimspiele des FC Thun einer der Balljungen.

(Bild: Patric Spahni)

«In der Champions-League-Kampagne des FC Thun vor 10 Jahren fiel uns Junioren der damaligen U-15-Mannschaft die grosse Ehre zuteil, während der Heimspiele gegen Sparta Prag, Ajax Amsterdam und Arsenal London als Ballboys zu fungieren.

Doch damit nicht genug. Während des Einlaufens lag im Mittelkreis die riesige runde Champions-League-Fahne. Als die Spieler eine Viertelstunde vor Spielbeginn nochmals zurück in die Kabine gingen, um sich ein letztes Mal einzuschwören, kam der grosse Moment.

Gänsehaut pur!

Zusammen mit meinen Teamkollegen schritt ich durch die Senftube, die Seitenlinie entlang und stellte mich an den Mittelkreis. Kurz darauf kamen die Mannschaften aufs Spielfeld. Die Zuschauer im Stade de Suisse sorgten für eine elektrisierende Stimmung. Dann erklang die berühmte Musik, und wir schüttelten die Fahne. Gänsehaut pur! Anschliessend ging es samt Fahne im Sprint zurück zum Spielertunnel, wo wir die Matchbälle bekamen. Am liebsten wäre ich mit Ball jeweils gleich zurück auf den Platz gerannt.

Pfiffe und Eiszapfen

Beim ersten Gruppenspiel gegen Sparta Prag, als das Stade de Suisse zum ersten Mal ausverkauft war, stand ich seitlich hinter dem Tor. Ich erinnere mich an ein spannendes Spiel, das bis kurz vor Schluss 0:0 stand. In der 89. Minute konnte Selver Hodzic den Siegtreffer markieren. Und das direkt vor meiner Nase! Das Stadion stand Kopf.

Gegen Ajax Amsterdam bleiben mir die lautstarken Pfeifkonzerte in Erinnerung. Der Schiedsrichter hatte mehrmals gegen die tapferen Thuner entschieden. Im letzten Spiel freute ich mich besonders, Superstar Thierry Henry aus der Nähe zu beobachten. Doch an diesem Novemberabend hatte der Franzose nicht seinen besten Auftritt. Einerseits kam er bei eisiger Kälte nicht auf Betriebstemperatur, andererseits liess die starke Thuner Defensive ihn auch nicht zur Entfaltung kommen.

Wir Ballboys bekamen nur einen dünnen Pullover, sodass wir zu regelrechten Eiszapfen wurden. Ich war jeweils froh, wenn alle paar Minuten ein Ball in meiner Nähe ins Aus ging und ich mich bewegen konnte. Die tollen Erlebnisse rund um die Champions-League-Spiele werde ich nie vergessen und wahrscheinlich noch meinen Enkelkindern davon erzählen.»

Manuel Fischer spielt heute in der ersten Mannschaft des FC Dürrenast in der 2. Liga regional.

Thuner Tagblatt

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt