Viel Lob für das renovierte Gotteshaus

Thun

Die Stadtkirche Thun präsentiert sich in neuem Glanz: Mit einem Festgottesdienst, einer Führung durch den neu gestalteten Kirchenraum und zwei ausverkauften Konzerten wurde das renovierte Gotteshaus über Pfingsten feierlich eingeweiht.

Auch die renovierte Orgel zog in ihren Bann: Organist Markus Aellig (Mitte) umgeben von Interessierten in der Thuner Stadtkirche.

Auch die renovierte Orgel zog in ihren Bann: Organist Markus Aellig (Mitte) umgeben von Interessierten in der Thuner Stadtkirche.

(Bild: Markus Hubacher)

Im Anschluss an den Festgottesdienst mit Musik und Gesang lud der Kirchgemeinderat die Bevölkerung zur Begehung des umgebauten Predigtraums ein. Das Angebot stiess auf grosses Interesse.

Über hundert Personen strömten in das Kirchgebäude, um sich von Kirchgemeinderat Peter Kratzer die Neuerungen vorstellen zu lassen. Organist Markus Aellig umrahmte die Führung mit musikalischen Kostproben auf der revidierten Orgel.

Zusätzliche Orchesterbühne

Die Freude über den gelungenen Umbau war schon beim Eintritt ins Gotteshaus spürbar: «Die Helligkeit ist bestechend», war zu hören. Oder: «Der Raum wirkt frisch und ansprechend.» Auf die Glaswand deutend, die den Haupteingang vom Predigtraum trennt, erklärte Kratzer den Zuhörenden: «Sie dient nicht nur als Windfang, sondern soll auch Symbol für eine offene Kirche sein.» Tatsächlich fühlte man sich zu dem Zeitpunkt eher in einem Konzertsaal denn in einem Predigtraum.

«Die Stadtkirche wird ja nicht nur sakral, sondern auch kulturell genutzt», bestätigte Kratzer diesen Eindruck. «Am Dienstagabend findet hier das erste Konzert statt.» Will heissen, der Abendmahltisch musste weggerollt werden, um dem neuen Podium Platz zu machen. Unterstützt von Gasdrucktechnik, kann das Podest von Hand auf verschiedene Höhen hochgezogen werden.

Damit der Platz im Chorbereich flexibler genutzt werden kann, wurde auch das Chorgestühl entfernt. Für den abendlichen Grossanlass konnte so eine zusätzliche Bühne für das Orchester aufgebaut werden. «Ganz ohne Manpower geht es also noch nicht», räumte Kratzer ein.

Seitentüre wieder eröffnet

Damit Freiraum entstand, wurden die drei vordersten Bankreihen sowie die hinterste entfernt. Der Taufstein wurde in die Mitte des Kirchenschiffs versetzt. «Nun steht er wieder dort, wo er eigentlich hingehört, nämlich in die Nähe der Gottesdienstbesucher», sagte der Kirchgemeinderat. Auch die Kanzel steht an einem neuen Standort – am mittlerweile dritten.

«Ursprünglich befand sie sich auf der rechten Seite des Kirchenraums, wurde im Laufe der Jahre aber auf die linke Seite vor die Eingangstüre geschoben und diese zugemauert», erläuterte Kratzer. «Das Tor haben wir nun wieder frei gemacht und die Kanzel neben den Eingang platziert.»

Auf den neuesten Stand gebracht wurde auch die Technik. Nebst einem modernen Heizungs- und Lüftungssystem wurde der sandfarbige Kunststeinboden mit Heizschlangen versehen. Neu ist ebenso die Akustikanlage, und als Ergänzung zu den bestehenden Kronleuchtern wurden in der Decke zusätzliche Lichtquellen eingebaut.

Orgel erhielt 12 neue Pfeifen

Die eineinhalbjährige Renovation umfasste auch die Orgel. Markus Aellig: «Das dreimanualige Musikinstrument wurde vollständig gesäubert und von Schimmel befreit. Zu den 3200 Pfeifen wurde ein weiteres Register mit 12 Pfeifen hinzugefügt», erklärte der Organist. Er verwies auf eine spezielle Orgelführung am 7.Juni und führte den Besuchern die neuen Möglichkeiten akustisch schon einmal vor.

Wie gefällt das neue Gotteshaus? «Sehr schön und freundlich, wir sind beeindruckt», betonten zwei Kirchgängerinnen, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollten. Lob kam auch von Sigriswils Kirchgemeindepräsident Peter Tschanz: «Jedes Detail wurde sorgfältig geplant und viel Herzblut investiert.»

Ein Mann wies auf die Kirchenfenster hin und meinte, der Blick ins Grüne trage viel zur Grosszügigkeit des Raumes bei. Ein weiterer zeigte sich erfreut, dass die Schlichtheit beibehalten wurde. Ida Wyss-Nägeli aus Allmendingen geriet ob der bequemen Holzbänke ins Schwärmen: «Mit den adretten Kissen ist der Sitzkomfort nun wesentlich besser.»

Thuner Tagblatt

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt