Steffisburg

Vandalen gefährden ein Lebenswerk

SteffisburgSie haben Tausende Stunden Fronarbeit in die Restaurierung der Saagi am Mülibach investiert. Jetzt sehen sich die Mitglieder des gleichnamigen Vereins mit üblen Vandalen­akten konfrontiert – und fürchten um ihr Lebenswerk.

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«Wir fragen uns schon, an was es wohl liegt», sagt Hans Peter Schranz vom Verein Saagi am Mülibach in Steffisburg. Das Vereinsmitglied spricht Vandalenakte an, die in jüngster Vergangenheit an der historischen Saagi am Industrieweg 23 vorgekommen sind.

Schranz nennt Sprayereien, verbogene und malträtierte Abflussrohre, Aussenlampen, die beschädigt wurden, oder kaputte Bänke. «Wir können diese Sinnlosigkeit nicht verstehen», fügt Schranz an. Zudem habe er festgestellt, dass auf dem Areal trotz Verbot geraucht werde.

«Dies ist einfach gefährlich, weil es dort viel Holz und Sägemehl gibt», sagt er weiter. Vereinspräsident Stefan Schneeberger bläst ins gleiche Horn: «Da die Saagi ein Holzbau ist und sich dem Zweck entsprechend auch viel Holz im Umfeld befindet, befürchten wir bei einem nächsten Vorfall weitergehende Schäden.»

Die Vandalenakte seien umso ärgerlicher, weil der Verein Saagi am Mülibach die geschichtsträchtige Anlage in viel Freiwil­ligenarbeit und Tausenden von Fronstunden restauriert hat und dort jährlich über ein Dutzend Führungen durchführt. Nicht zuletzt auch für Schulklassen. Stefan Schneeberger spricht von einem «grossen Ärgernis», und er gesteht: «Die Vandalenakte bereiten uns Sorgen.»

Im Verlauf des letzten halben Jahres sei die Saagi insgesamt fünfmal Opfer geworden von Ereignissen, «welche von Sachbeschädigungen über Sprayereien und Verunreinigungen bis zu Einbruchdiebstahl gingen».

Verein trägt Reparaturkosten

Die Kosten für die Reparaturen muss der Verein nun selber tragen. Stefan Schneeberger spricht von «mehreren Tausend Franken» Schadensumme. Er betont: «Wir haben diese Vorfälle konsequent bei der Polizei angezeigt.»

Offensichtlich werde das Areal «von gewissen Leuten» als öffentlicher Ort verstanden und entsprechend missbraucht. «Bei der Saagi handelt es sich aber um ein Gebäude im Besitz des Vereins Saagi am Mülibach», stellt der Vereinspräsident klar. «Es befindet sich auf einem Grundstück, welches uns von der Gemeinde Steffisburg im Baurecht zur Verfügung gestellt wurde.»

Unentgeltliche Arbeit...

Der Verein Saagi am Mülibach wurde im Jahr 2002 in Steffisburg gegründet. Wie es der Name sagt, stand in den ersten Vereinsjahren die alte, mit Wasserkraft betriebene Sägerei am Mühlebach im Zentrum der Vereins­aktivitäten. Dem Verein gehören über 40 Aktivmitglieder an.

Der Begriff der Aktivmitglieder wird laut Schneeberger bewusst hochgehalten, «denn sie sind es, die mit unzähligen, freiwilligen und unentgeltlichen Arbeitsstunden die Projekte des Vereins realisiert haben und den Unterhalt und Betrieb der Einrichtungen sicherstellen».

...in über 5000 Fron-Stunden

Mit weit über 5000 Fronarbeitsstunden der Vereinsmitglieder und der Unterstützung vieler Material- und Bargeldsponsoren konnte der Wiederaufbau der ehemaligen Sägerei Berger zur Saagi am Mülibach realisiert werden. Seit der offiziellen Einweihung im Jahr 2004 reisst der Strom der interessierten Besucher nicht ab.

Im Rahmen von öffentlichen Führungen und individuell organisierten Besichtigungen dreht sich das Wasserrad ­immer wieder, und das alte Handwerk lebt wieder auf.

Stefan Schneeberger und Hans Peter Schranz hoffen, dass dem Angebot am Mülibach noch eine lange Lebensdauer beschieden ist, und nicht die Vandalen ihm den Garaus machen. Mit dem Gang an die Presse verbinden die beiden ferner den Wunsch, dass «die Anwohner in der Nachbarschaft auf die Missstände aufmerksam werden» und ab und zu ein Auge auf das «Saageli» ­werfen.

www.saagi.ch (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 22.02.2017, 16:54 Uhr

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