Grindelwald

V-Projekt: Bergschaft will im Juni nochmals abstimmen

Grindelwald50 Bergteiler berieten an ihrer Versammlung erneut über das 400-Millionen-Projekt der Jungfraubahnen. Im Juni will man nochmals abstimmen, und auch die Stimmbürger sind nochmals gefragt.

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Das 400-Millionen-Bahnprojekt der Jungfraubahnen bleibt ein Dauerthema: Die Bergschaft Wärgistal hat am Dienstagabend erneut zu diesem Thema getagt. Vergangenen Oktober hatte die Bergschaft als Grundeigentümerin den Jungfraubahnen das Überfahrrecht verweigert, das der Bergschaft künftig jährlich eine Viertelmillion Entschädigung in die Kassen spülen sollte.

Die für eine Zustimmung zum Vertrag erforderliche Zweidrittelmehrheit der Stimmen und der vertretenen Kuhrechte (gemäss Artikel 103 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches) wurde mit 62 Prozent und 56 Prozent nicht erreicht (wir haben berichtet). An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung im selben Monat wiederum sagten 1476 Stimmbürger Ja zum Vorhaben.

«Konstruktive Diskussion»

Gemäss einer Medienmitteilung schreibt die Bergschaft: «Der Anlass war besucht von etwas mehr als 50 Bergteilerinnen und Bergteilern.» Informiert wurde durch den Bergschaftsvorstand und Vertreter der Wengernalpbahn und der Männlichenbahn GGM. Ausser dem Objekterstellungsvertrag wurden Planunterlagen, Mastenstandorte, Bauinstallationsplätze und Deponiestandorte vorgestellt. «Anschliessend folgte eine konstruktive Diskussion», heisst weiter. Und: «Bis Ende Juni soll aufgrund eines gestellten Wiedererwägungsantrages nochmals über das Überfahrrecht abgestimmt werden.»

Patrizia Bickel, Mediensprecherin Jungfraubahnen: «Wir haben es begrüsst, dass wir nochmals die Gelegenheit erhalten haben, den Bergteilern zusammen mit der GGM und der Gemeinde aktuelle Informationen zum Projekt und den Objekterstellungsvertrag im Detail vorstellen zu können. Der Dialog ist uns wichtig, damit wir offene Fragen direkt besprechen können.» Man hoffe nach wie vor auf einen positiven Entscheid der Bergschaft bei einer erneuten Abstimmung. «Dieser ist zentral, damit das Projekt eine Zukunft hat.»

Fonds ist zeitlich begrenzt

Gemeindepräsident Emanuel Schläppi war ebenfalls an der Bergschaftsversammlung: «Ich habe die Situation der Gemeinde nochmals dargelegt», so wurden etwa die vor kurzen veröffentlichten Änderungen am Parkhaus thematisiert. Wichtig für die Bergschaft und die Gemeinde sei sicher auch der Objekterstellungsvertrag, der aufzeige, wie während der Bauphase etwa Strassen angepasst werden.

Ein weiteres wichtiges Thema sei auch die Schulwegsicherheit an Wärgistal. Blockiert wird das Vorhaben derzeit durch eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 24.Oktober. Schläppi: «Bis Ende März muss die Gemeinde eine Antwort auf die Beschwerde einreichen.» Über den Inhalt konnte er wegen des laufenden Verfahrens keine Auskunft geben.

Ein Punkt der Beschwerde beinhaltet auch den sogenannten Entwicklungsfonds, der von den Jungfraubahnen mit 200'000 Franken jährlich finanziert wird und an der besagten Gemeindeversammlung vorgestellt wurde. «Die Gemeinden Lauterbrunnen und Grindelwald müssen diesen Fonds nun auf eine rechtliche Grundlage stellen, danach können die Stimmbürger nochmals darüber befinden.» Der Fonds sei zeitlich auf 10 Jahre begrenzt, danach werde aufgrund der wirtschaftlichen Situation der Jungfraubahnen erneut entschieden. (Berner Oberländer)

Erstellt: 19.03.2015, 10:32 Uhr

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