Zahl der Unwetter-Meldungen im Kanton Bern erhöht sich auf 180

Ein heftiger Sturm hinterliess Spuren im Kanton Bern. Gebäude wurden beschädigt, Bäume entwurzeltt, Bahnstrecken unterbrochen und Keller überflutet. Bei der Kantonspolizei Bern gingen am Mittwoch 180 Unwetter-Meldungen ein.

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Von Dienstag ab 18 Uhr bis Mittwochmorgen um 8 Uhr sind bei der Kantonspolizei Bern rund 150 Unwetter-Meldungen über Folgen der heftigen Unwetter eingegangen. Bis 16 Uhr kamen 30 weitere Meldungen hinzu. Es ging vor allem um entwurzelte Bäume, überflutete Keller und blockierte Strassen, wie die Polizei mitteilte.

Lage hat sich beruhigt

Seit dem späten Mittwochmorgen habe sich die Lage beruhigt, sagte Polizeisprecherin Corinne Müller auf Anfrage. Die Notrufzentrale sei stark in Anspruch genommen worden. Die Bürger hätten sich zeitweise gedulden müssen, bis sie durchgekommen seien.

Aus dem Berner Oberland gingen am Dienstagabend infolge der starken Regenfälle und Windböen rund 35 Meldungen ein.

Ab Mitternacht sei dann vor allem das Oberaargau vom Unwetter betroffen gewesen, in der Region Mittelland-Emmental-Oberaargau wurden 80 Meldungen verzeichnet. Weitere 25 Meldungen seien aus der Region Seeland–Berner Jura, vereinzelte aus der Region Bern gekommen.

Vor allem im Oberland

In Matten bei Interlaken sei ein Autolenker leicht verletzt, als ein Baum auf den vorderen Teil seines Fahrzeugs gestürzt sei. Die übrigen sechs Insassen seien unverletzt geblieben. Weitere Meldungen zu Verletzten seien derzeit nicht bekannt.

Ein kurzer, aber heftiger Sturm ist am Dienstag über das Bödeli gefegt. Nicht einmal fünf Minuten dauerte der Spuk, doch der entstandene Sachschaden ist recht gross. So wurde das Dach des Schulhotels Regina auf der Westseite über mehrere Dutzend Quadratmeter abgedeckt und mehrere hundert Meter weggefegt. Die anschliessenden, kurzen, aber heftigen Regenfälle verursachten in vielen Zimmern des obersten Stockwerks beträchtliche Wasserschäden. Die Feuerwehr Bödeli deckte die Schadenstellen unter Einsatz der Autodrehleiter mit Plastikblachen ab.

Bei der benachbarten Heimwehfluh wurde ein mit einer Familie besetzter VW-Bus von einem umstürzenden Baum getroffen und zerstört. Die Insassen kamen unverletzt mit dem Schrecken davon. Auf dem Parkplatz der Heimwehfluhbahn wurde ein leer stehendes Auto von einem Baum beschädigt. Der Sturm knickte übers gesamte Bödeli verstreut viele Bäume in Gärten. Die Hauptstrassen in Goldswil und nach Beatenberg hinauf waren wegen umgestürzten Bäumen für längere Zeit gesperrt.

Von Winden und starkem Regen begleitet

Die Gewitter zogen vom Seeland quer durchs Mittelland und brachten in Teilen der Kantone Bern, Solothurn, Aargau, Zürich und Thurgau grosse Regenmengen und stellenweise Hagel, wie SF Meteo am Mittwoch mitteilte.

Laut dem Wetterdienst MeteoNews fielen um die 30 Liter in Wynau und im Napfgebiet. In Gewitternähe gab es auch stürmischen Wind. In Grenchen wurde nach Angaben von SF Meteo eine Orkanböe von 119 km/h gemessen, in Wynau im Oberaargau stürmte es mit bis zu 100 km/h.

Die Unwettergefahr ist noch nicht vorbei. Im Laufe des Tages muss mit weiteren, teils kräftigen Regenschauern und Gewittern gerechnet werden. Auch diese können strichweise wieder Hagel, Starkregen und Sturmböen bringen. Am Abend und in der Nacht geht es dann mit teils intensivem Dauerregen weiter. Dieser könnte vor allem entlang der Voralpen hochgehende Bäche und einzelne Murgänge verursachen.

Bahnstrecken unterbrochen

Gemäss Simon Bickel, Sprecher der Jungfraubahn, wurden aus dem letzten Zug der Schynige Platte-Bahn 64 Leute ab der Breitlauenen mit dem Helikopter nach Wilderswil geflogen. Grund dafür war ein Streckenunterbruch durch umgestürzte Masten und Bäume. «Wir haben glücklicherweise den Zug nicht weiterfahren lassen», so Bickel erleichtert. «Es ist niemandem etwas passiert.» Wann die Strecke wieder offen ist, war bei Redaktionsschluss noch offen.

Die Bahnstrecke Spiez-Zweisimmen war ebenfalls unterbrochen. Der Grund: Während eines heftigen Gewitters fiel zwischen Erlenbach und Därstetten ein Baum auf die Schienen. Die BLS setzt zwischen Oey-Diemtigen und Zweisimmen Busse anstelle von Zügen ein, wie einer SBB-Bahnverkehrsinformation zu entnehmen ist. Laut Infodienst dauerte die Störung bis nach 21 Uhr.

Ebenfalls war die Bahnlinie Langenthal-Solothurn zwischen Bannwil und Niederbipp und die Nationalbahnstrecke zwischen Zofingen und Safenwil im Kanton Aargau unterbrochen.

200 Jahre alte Weide stürzte um

Wie Leserreporter Walter Schürch berichtet, stürzte wegen einer gewaltigen Sturmböe um 18.30 Uhr die über 200 Jahre alte Weide neben der Kirche von Einigen um. Die Äste und der Stamm seien nur wenige Zentimeter neben der Kirche zu Boden gekracht.

Keine Probleme in der Stadt Bern

Wie die Stadtberner Feuerwehr am Mittwochmorgen mitteilte, sei die nach aus Sicht der Feuerwehr unproblematisch verlaufen. Es seien sechs Wassereintritte in Untergeschossräume gemeldet worden. Sturmschäden habe es keine gegeben und Personen wurden auch nicht verletzt.

Sturmschäden wurden keine gemeldet, ebenfalls sind keine Personen verletzt worden.

cls, bpm, hsf, js, met/sda

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