Unsere Top 5 2019 & unser Toptipp 2020

Redaktorinnen und Redaktoren dieser Zeitung küren ihre ganz persönlichen fünf Jahresbesten in einer selbst gewählten Kategorie. Und sie sagen Ihnen, was Sie im Jahr 2020 nicht verpassen sollten.

«Die Frontscheibe ist grösser als der Rückspiegel»: So lautet der Toptipp für 2020 unseres Redaktors Roger Probst.

«Die Frontscheibe ist grösser als der Rückspiegel»: So lautet der Toptipp für 2020 unseres Redaktors Roger Probst.

Bruno PetroniFünf persönliche kleine Aufsteller für den Wiedergenesenen

Hinkebein: Weg mit den Krücken! 13 Monate «Gefangenschaft» reichen. Ein Jahr nach dem Gleitschirmunfall endlich wieder fähig, mich einigermassen normal fortzubewegen. Nicht ganz rund zwar, dafür wieder in jedem Gelände, und auch in der Luft.

Klippenstart:Dem späteren X-Alps-Sieger Chrigel Maurer nach dem Abheben vom «unmöglichen» Startplatz Titlis-Süd in das von Gewittern umgebene Oberhasli hinunterfolgend, fühlte ich mich schon ein bisschen gut – wie ein Adlerküken quasi.

Stilfserjoch: Das Aufbautraining hat gefruchtet, die mehrtägige Rennvelotour über sieben Alpenpässe bis nach Südtirol überstanden Wadli und Rücken mit Bravour.

Happy Camp:Vorfreude ist die schönste Freude: Der Campingbus ist bestellt. Nicht grad eine Achtmeter-Burg, wie ursprünglich geplant, aber immerhin. Ab Frühjahr gehts wieder auf Reisen. Zunächst in den Süden, im Herbst dann einmal mehr zu den Nordlichtern und Rentieren.

American Football:Freude herrscht: Nach langer Durststrecke haben sich «meine» 49ers aus San Francisco locker in die NFL-Playoffs gespielt. Ob es bis zur Superbowl reicht?

Mein Toptipp für 2020: Das Leben ist viel schöner, wenn das Glas halb voll ist, nicht halb leer.

Janine ZürcherFünf Gänsehaut-Momente, die bleiben

Florenz, Oltrarno. Ein kleines Restaurant, beste Freunde, gutes Essen, Kerzenlicht. Dann: Mitternacht. Das neue Jahr bricht an. «Gloria» von Umberto Tozzi schallt aus den Lautsprechern, Menschen stürmen auf die Strasse, liegen sich in den Armen, es wird getanzt. Was für ein Start ins 2019!

Kapstadt, Robben Island. Der Blick von Nelson Mandelas Gefängnisinsel auf die Stadt der Regenbogennation. Wir lassen die Reise an diese Traumdestination Revue passieren. Ein unglaubliches Land mit fühlbarer Geschichte.

Ostsee, Rügen. Ein lauer Sommerabend an der Strandpromenade, ein Spaziergang über den Steg, ein Abstecher ans Meer, viele Leute – und trotzdem nur wir zwei. So viel Glück.

Lenk, Wildstrubel. Die letzten Höhenmeter nur noch erlitten. Endlich oben, brechen die Dämme. Geschafft! Aussicht: eine grosse Wolke. Auch der Regen beim Abstieg spült die Endorphine nicht weg.

Bern, Länggasse. Eine Verabredung zum Tee mit den stärksten, mutigsten und wichtigsten Frauen in meinem Leben. Nichts als Dankbarkeit für dieses unzertrennbare Band.

Mein Toptipp für 2020: «Listen to Your Heart», das wussten schon Roxette. Und: Wer im Moment lebt, gewinnt.

Marc Imboden Fünf Highlights aus dem zwischenmenschlichen Bereich

Am gelben Bach: Dank Internet einen Menschen gefunden, mit dem ich vor 27 Jahren zum letzten Mal in Kontakt war, und unsere Freundschaft wiederbelebt. Wie wir uns beim Wiedersehen wortlos in die Arme fielen – das war ganz grosses Popcorngefühlskino!

Im Tal: Der grosse Schnitter sagte sich: «Heuer lass ich den Imboden in Ruhe und fälle niemanden von seinen Liebsten.» Danke, Grosser Schnitter!

Unter der Burg: Wieder mal die Wiese der Beziehungen gemäht. Die schönen Blumen durften bleiben, das Unkraut musste das Feld räumen.

Zwischen den Seen: Nach Jahren wieder mal am Weihnachtsessen der Redaktion. Das Licht im Gesicht meiner Wingwoman, als sie mich sah, wo zu sehen sie mich nicht erwartete – im Herzen für die Ewigkeit gespeichert!

Inside me: Als 55-Jähriger ein Talent entdeckt, von dessen Existenz ich nicht wusste, und damit schon einigen lieben Leuten eine Freude gemacht.

Mein Toptipp für 2020: Knüpppelharter Rock, Feuer(-werk), (Kunst-)Blut und gegen 100'000 Mani cornute: Im Letzigrundstadion in Zürich gibts im Juni von Rammstein gehörig was auf die Ohren.

Franziska StreunFünf Lebensbereiche und Wünsche, die 2019 prägten

Lieben und erleben: Zweimal Berlin, je einmal Locarno und Provence – erholsame Tage der Abwechslung, jeweils in trauter Zweisamkeit ausgekostet, dabei ausgeruht und aufgetankt.

Geniessen und teilen: Technorama, Legoland und ein sommerliches Musicalerlebnis unter der Pellerine mit meinem Patenkind; Kinozeit, Grillabende und Aktivitäten mit Freundinnen und Freunden – geteilte Freude ist doppelte.

Abbauen und loslassen: Drei Ämter – Vorstands- und Jurymitglied sowie Stiftungsrätin – nach je über 12 Jahren an beste Nachfolgerinnen übergeben.

Aufräumen und durchstarten: Es war überfällig. Mein Atelierbüro daheim quoll über. Alles darin nahm ich in die Hand, entsorgte und erneuerte, was nötig war. Seither lädt der Raum wieder zum Verweilen und zu neuen Taten ein.

Abschliessen und feilen: Nach ungezählten Marathonkilometern übergab ich dem Zytglogge-Verlag das Manuskript für mein neues Buch. Überglücklich begann ich mit der finalen Phase und feilte an letzten Recherchen und Details.

Mein Toptipp für 2020: Stets das Ziel vor Augen behalten, war mein Leitsatz – nun ist es so weit, und ich sprudle vor Freude: Am 2.März steigt die Buchvernissage meiner Romanbiografie «Die Baronin im Tresor» beim «Krebser» in Thun.

Samuel GünterFünf Stichwörter, die nur auf den ersten Blick zufällig scheinen

Bademeister. Seit diesem Sommer eine neue Funktion für mich, die ich nur allzu gern übernehme, wenn ich die Zweijährige beim Schwaderen im Burgseeli begleite.

Westerland. Bis auf die legendäre Insel schafften wir es in den Ferien an der Nordsee (noch) nicht. Aber St. Peter-Ording und Husum wussten auch zu gefallen.

Cpt. Metal. Manowar-Konzert in Zürich: Es war laut, die Texte dumm und die Stimmung gross. True Metal eben.

Ich ess Blumen. Als Vater hat man Vorbildpflichten: Immer brav über den Fussgängerstreifen gehen, auf die Wortwahl achten, auch wenn es gerade schwerfällt, und natürlich immer schön das Gemüse aufessen.

2000 Mädchen. Wären für mich definitiv zu viel. Ich bin zufrieden mit meinen zwei Mädchen (und natürlich dem Buben).

Mein Toptipp für 2020: Wer die Stichwörter aufmerksam gelesen hat und sich im deutschen Punkrock ein klein wenig auskennt, kommt wohl von selbst drauf: Am 21. und 22. Dezember spielt die beste Band der Welt, Die Ärzte, im Hallenstadion. Da Bela, Farin und Rob sich zuletzt rargemacht haben, darf man diesen Höhepunkt im Konzertjahr 2020 nicht verpassen.

Barbara Schluchter-Donski

Fünf Orte aus meinem 2019, die immer noch nachhallen

Schilthorn im Januar: unten grau, oben blau: Nie traf diese Gleichung besser zu als an jenem kalten Januarmorgen. Der Nebel hatte sich bis knapp unter den Schilthorn-Gipfel hochgewabbert. Die Sicht auf das Nebelmeer und die von der Sonne beschienenen Berggipfel, die daraus herausragten, war atemberaubend schön.

Lenk im Februar: Gute Freunde, Jasskarten und eine gemütliche Bergbeiz mit Sonnenterrasse: für mich die Ingredienzen eines perfekten Skitags.

Montreux im Juli: Ein lauschiger Sommerabend an der Seepromenade und für mich die musikalische Überraschung des Jahres: der Elektroabend am Jazzfestival.

München im August: Die Stadt hat viel mehr zu bieten als Oktoberfest und Fussball. Highlight für mich: die Fahrradtour durch den Englischen Garten und das Apéro auf der in goldenes Licht getauchten Terrasse des Hauses der Kunst. Nirgends liess sich so schön die Seele baumeln wie hier.

Spiez im August: Kein Festival hat so viel Charme wie das Seaside. Und wenn sich Herbert Grönemeyer direkt in mein Herz singt, dann ist das kaum zu toppen.

Mein Toptipp für 2020: Weitere Orte suchen, die nachhallen. Auch die um die Hausecke.

Michael GurtnerFünf 2019er-Soundtracks, die mir in Erinnerung bleiben:

a-ha «Take On Me» & Co: Als DJ an der nostalgischsten Geburtstagsparty des Jahres: sieben Stunden Sound aus den 80ern, sieben Stunden Erinnerungskino im Kopf, sieben Stunden exzellente Laune!

Dejo «Wuff»: Der fröhliche, junge Vierbeiner mit dem unvergleichlichen Hundeblick mischt seit ein paar Monaten die Redaktion auf.

Bear’s Den «Blankets of Sorrow»: Live im KKL – mein Konzerterlebnis des Jahres. Diesen Song performten die Londoner total unplugged, ohne ein einziges Mikro. Das Publikum war mucksmäuschenstill. Gänsehaut!

Cicadidae «Chrr, chrr, chrr»: Das Gezirpe der Singzikaden (lat. cicadidae) gehört zum Sommer in der Provence wie Sonne, Lavendel und Pastis – dieses Jahr waren die Zikaden bei bis zu 42 Grad am Schatten allerdings die Einzigen, die sich noch freiwillig bewegten...

Trummer «Interrupted»: Bei unseren gemeinsamen Auftritten mit Lesung und Liedern («Horst & Trummer») sang der Frutiger diesen wunderbaren Song aus seiner «Frühzeit». Nostalgie pur.

Mein Soundtrack-Toptipp für 2020: The Wolfgang «Dancing With Woody Harrelson» – Newcomer aus der Region. Nie von gehört? Das wird sich hoffentlich 2020 ändern...

Svend PeternellFünf Ereignisse, die zugesetzt und/oder bewegt haben:

Schicksalsschlag: Der tragische Unfall in Nordschweden mit fünf tödlich verunglückten jungen Menschen aus Adelboden hat mich beschäftigt – bis hin zur Abschiedsfeier am 30.Januar in der Widihalle Frutigen, an der ich beruflich teilnahm und auf der Suche nach dem richtigen Ton war.

Malmö: Die schwedische Hafenstadt geriet wegen Vergeltungsschlägen und Ehrenmorden in die Schlagzeilen. Wir merkten im August nichts davon, erlebten dafür ein neues Hotelmodell mit Selbsteincheck und Hochhaus Turning Torso.

Amsterdam: Mein Wunsch, endlich Van Gogh in «seinem» Museum zu sehen, ging in Erfüllung – mit dabei: mein Göttibub. Die Begegnung mit unseren holländischen Freunden trug weiter zur Förderung des Glücksfaktors bei.

Atlantikersatz: Eine menschliche Enttäuschung in unserem Familienbetrieb Bücherperron verhinderte Ferientage am Meer. Dafür wurde die französische Stadt Poitiers im Oktober zur Wiedersehensfreude mit lieben Freunden.

KGT:16 Jahre Medienarbeit fürs geliebte Theater in Thun sind genug.«Hase Hase» Ende November war ein befreiter Genuss.

Mein Toptipp für 2020: Das Beste vor der Haustür im KKThun: «Ein Amerikaner in Paris» (13.1.) und «Die Physiker» (15.1.) sind ein fulminanter Kulturstart ins Jahr.

Gabriel BergerFünf Werte, von denen ich noch lange zehren kann

Das Kinojahr: «Green Book» wurde bei den Oscars zu Recht als bester Film gekürt. Das Werk zu sehen, war ein Highlight. Im August kam der neue, ungehobelt süffige Tarantino-Streifen hinzu. Ebenso lohnenswert der verstörende «Joker» im Herbst...

Das Musikjahr: Konzerte von Muse, Archive oder Morcheeba liessen mich schwelgen. Die Neuentdeckung par excellence war hingegen die atemberaubende Tash Sultana am Gurtenfestival.

Das Naturerlebnis: Nordlichter in Finnland im März. Bei Temperaturen, um die ich normalerweise einen grossen Bogen mache, hat mich dieses fantastische Schauspiel in seinen Bann gezogen.

Das Sommerspektakel: Am längsten Tag des Jahres hat mich die Hochzeit eines befreundeten Paares mit einer nächtlichen Welle der Euphorie selbst euphorisch zurückgelassen.

Der Unfall, der keiner war: Eine vermeintliche Bänderzerrung bei einer Wanderung in Ligurien, die sich im Nachhinein als Misstritt mit farbigen Folgen für meinen rechten Fuss, aber ohne weitreichende Konsequenzen herausstellte.

Mein Toptipp für 2020: 14 Jahre nach ihrem legendären Konzert in Bern sind sie zurück: Ich freue mich auf Pearl Jam am 17. Juli im Zürcher Hallenstadion.

Roger Probst

Fünf Augenblicke für die Ewigkeit

Eisiges Naturschauspiel: Oeschinensee, Anfang Jahr, sehr kalt: Wir sind die Ersten, welche unsere Kufen aufs Schwarzeis setzen. Atemberaubend. Eine Ovomaltine später gehts mit dem Schlitten rasant ins Tal.

Eine Hand am Kübel: Bern, Ende Mai, Tausende Fans in Gelb-Schwarz, die Helden auf dem Lastwagen sind greifbar nah. Dann, Nsame schwenkt den Kübel der Begierde in unsere Nähe. Sohnemann Nummer 1 langt zu. Die Abmachung danach: Die Hand wird nie mehr gewaschen.

Abendessen auf dem Dockland: Hamburg, Ende Juni, ein wunderbarer Abend, ein Fischbrötchen von Pier 10, der besten Knelle an den Landungsbrücken in der einen Hand, ein kühles Erzeugnis aus der Brauhochburg Deutschland in der anderen Hand.

Radtour durch Pinienwälder: Toskana, Anfang August, 30 Kilometer vom Ferien-Bauernhof ans Meer, über Stock und Stein und durch einen Pinienwald. Keine Nörgelei, kein: «Ich habe keine Lust mehr!» Danke, Jungs!

Ein mutiger Sprung: Thun, Ende August, die Jungspunde wollen es vom 10-Meter-Turm wagen, aber nicht alleine. Was jetzt? Augen zu und durch.

Mein Toptipp für 2020: Die Frontscheibe ist grösser als der Rückspiegel.

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