Ueli Steck jetzt allein auf Tour

Grindelwald

Michael Wohlleben, der Begleiter von Ueli Steck, der mit ihm zusammen alle 82 Viertausender der Alpen besteigen wollte, muss das Projekt nach nur fünf erreichten Gipfeln verletzungsbedingt abbrechen.

Dreizehn Tage nach dem Start beim Piz Bernina musste Michael Wohlleben am Dienstag das Unternehmen «82×4000» aufgeben. Schwere Prellungen am Po zwangen den 24-jährigen Deutschen zur Aufgabe. Die Verletzungen hatte er sich vor einer Woche nach einem Gleitschirmflug von der Schreckhornhütte nach Grindelwald bei einer harten Landung zugezogen. Trotzdem biss er noch fast eine Woche lang auf die Zähne – das Duo Steck-Wohlleben hat auf seiner Monsterbergtour trotz vorwiegend misslicher Wetterbedingungen fünf Viertausender erreicht.

Jetzt macht Steck allein weiter: «Nun, so allein werde ich wohl nicht sein. So werde ich ab und zu von meinen Betreuern begleitet. Am Wochenende mache ich etwas mit meiner Ehefrau Nicole, und vielleicht gesellen sich sonst noch Kollegen zu mir, für die eine oder andere Besteigung», gibt sich Steck zuversichtlich, die restlichen 77 Viertausender des Alpenkammes doch noch zu schaffen. Heute stehen schon mal das Weisshorn (4506 Meter) und das Lagginhorn (4010 Meter) auf dem Programm.

82 Viertausender in 80 Tagen

Spätestens Ende August, am 80.Tag – will Ueli Steck den westlichsten Viertausender des Alpenkamms, die Barre des Ecrins, bestiegen haben. Er will die Gipfel nicht einfach nur über die Normalrouten besteigen, sondern auf technisch interessanten, herausfordernden Routen. Wenn es Wind und Wetter zulassen, kehrt er jeweils mit dem Gleitschirm ins Tal zurück – einem mehrbesseren Taschentuch von gerade mal knapp über einem Kilo Eigengewicht.

Steck betrachtet das Unternehmen nicht als Wettbewerb. Ganz im Gegenteil: Der 38-jährige Ringgenberger will dieses Jahr einfach nur Spass haben, nachdem er nur mit viel Glück ohne Schaden aus dem Himalaja nach Hause zurückgekehrt ist. Vor zwei Jahren hatte ihn eine Gruppe von Sherpas beinahe zu Tode gesteinigt. Später geriet er an der Annapurna-Südwand beinahe in eine tödliche Lawine. Auch letzten Herbst am Shishapangma entging er einer Lawine nur ganz knapp.

Berner Zeitung

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