Über 250 Schüler und 500 Besucher

An der ersten schweizerischen Industrienacht öffneten 25 Firmen in 8 Gemeinden ihre Türen. 16 Schulklassen liessen sich bei der Operation Dirty Fingers über die Berufe informieren, 500 Interessierte folgten den Firmenführungen.

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Am Freitagabend fand in der ­Region Thun zum ersten Mal in der Schweiz eine Industrienacht statt. Dabei öffneten 25 Betriebe ihre Tore für Interessierte und führten auf 7 Besichtigungstouren durch die Werkhallen.

«Das Ziel, die regionale Industrie mit ihren Produkten bekannt zu machen und Jugendliche über die Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren und zu einer Berufslehre zu animieren, wurde erreicht», sagte die Präsidentin von Industrienacht Schweiz, Manuela Gebert. «Mit der ersten Indus­trienacht in der Schweiz bin ich sehr zufrieden.»

Informationen für Schüler

Die Industrienacht gab jedoch nicht nur erwachsenen Interessierten einen guten Einblick in die Betriebe, sondern bot mit der Operation Dirty Fingers den mehr als 250 Schülerinnen und Schülern einen Einblick in das Angebot in der Region. Allein die Steffisburger Maschinenbau­firma Fritz Studer AG bildet gegenwärtig 73 Lernende in verschiedenen Berufen aus, so ­etwa Automatiker, Informatiker, Kauffrau/Kaufmann und Fachfrau/Fachmann Betriebsunterhalt.

Die Kinder der Oberstufe aus Seftigen fanden sich am Morgen in der Lehrwerkstätte der Firma ein, wo sie in kleinen Gruppen von Lehrlingen in die Planung und den Bau einer Stabtaschenlampe eingeführt wurden. Die Schülerinnen und Schüler hatten dabei die Gelegenheit, ­ihre Lampe selber herzustellen. ­

Lara Sturzenegger fand die Erfahrung gut: «Für mich war Dirty Fingers insofern positiv, dass ich dadurch einen Einblick in mir unbekannte Berufe bekommen habe.» Auch für die beiden Schüler Mike Hofer und Gian Fehr war es ein «cooler» Anlass. Beide ­haben einen Einblick in ihren Traumberuf Logistiker erhalten.

Auch für die Schülerinnen und Schüler der Oberstufenschule Buchholz aus Thun, die bei der Schleuniger AG Berufsluft schnupperten und unter Anleitung von Lehrlingen ein sogenanntes Hui-Spiel mit Propeller produzierten, war der Tag sehr informativ. Die AG, die im Bereich der Kabelverarbeitung vor allem für die Autoindustrie tätig ist, bildet 21 Lernende in mehreren Berufen aus.

«Dual ist genial»

An der Berufsschule IDM in Thun fand am Nachmittag ein weiterer Anlass für Jugendliche statt. Daniel Gobeli, Rektor der Wirtschaftsschule Thun, pries das duale System der Schweiz im Bereich Bildung. Eine erfolgreiche Lehre stehe auf drei Beinen, dies seien die Eltern, der Betrieb und die Berufsschule.

Unser duales System biete immer wieder die Möglichkeit, sich nach dem Lehrabschluss nach dem Motto «Kein Abschluss ohne Anschluss» weiterzubilden. Markus Kammermann, Geschäftsführer von Swissmechanic, wies die jungen Leute darauf hin, dass viele Schweizer Firmen mit ihren hervorragenden Produkten weltweit in der Champions League der Spitzentechnologie mitspielten.

Am Abend konnten Interessierte sich auf 7 Besichtigungstouren über die teilnehmenden Firmen und deren Produkte ­informieren lassen. Auf dem ­Rundgang der Firma Primaform in Thun wurde über die Herstellung von Hochleistungswerkzeugen für Produktionsbetriebe der Auto-, Pharma- und Medizin-, Lebensmittel-, Verpackungs-, Textil- und Uhren- sowie Elek­troindustrie informiert.

Bei der Firma Fritz Studer AG in Steffisburg wurden die Besuchenden durch die Fabrikationshallen geführt, in denen Schleifmaschinen produziert werden. Die Produktepalette umfasst 13 Schleifmaschinen und ein Feinbearbeitungszentrum. Den Abschluss bildete der Besuch bei der Eidgenössischen Material- und Forschungsanstalt (Empa) in Thun.

Die Empa erforscht neue Materialien und stellt sie selber her. Im Anschluss an die Betriebsführungen fand in der Industriehalle der Schleuniger AG das Konzert von Toby Beard statt.

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