Uttigen

Tüftler-Duo entwickelt neues Gesellschaftsspiel

Uttigen Mit Gesellschaftsspielen sind sie grossgeworden. Dann begannen Adrian Bolla (28) und Bujar Haskaj (26) damit, ein eigenes Brettspiel zu entwickeln. Im Oktober stellten die beiden Tüftler ihren Erstling «Light of Dragon» an der weltgrössten Spielmesse im deutschen Essen vor.

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«Das Echo war überwältigend.» Adrian Bolla und Bujar Haskaj schwärmen von ihrem Besuch in Essen, Nordrhein-Westfalen. Mitte Oktober präsentierten die beiden Jugendfreunde aus Uttigen an der weltgrössten Spielmesse ihr erstes selbst entwickeltes Gesellschaftsspiel. Das Würfelspiel nennt sich «Light of Dragon» und dreht sich um ein altes Volk, das in sich zerstritten einen erbitterten Kampf um die alleinige Herrschaft im Reich austrägt.

Im Unterschied zu anderen Brettspielen hängt der Spielverlauf aber nicht vom Würfelglück ab. Vielmehr dienen die Würfel mit den sechs Figuren und deren unterschiedlichen Fähigkeiten dazu, sich auf dem Spielbrett zu bewegen – mit dem Ziel, mit kluger Taktik die gegnerischen Figuren zu besiegen und Punkte zu sammeln.

Wer zuerst auf zehn Punkte kommt, hat gewonnen. Pro Zug stehen den Spielern eine der vier Standardaktionen Bewegen, Angreifen, Aufwerten oder Zaubern zur Wahl. «Das fordert den Gegner und bringt Dynamik ins Spiel», erklärt Adrian Bolla, und Bujar Haskaj ergänzt: «Es ist ein vielseitiges, schnelles Game, das leicht zu lernen ist. Jede Partie spielt sich anders und dauert in der Regel nicht länger als zehn bis dreissig Minuten.» Alles Komponenten, die einen hohen Wiederspielwert ausmachen? «Ja genau», gibt sich der 26-jährige Bujar Haskaj überzeugt.

Tausend Spiele produziert

Wie kamen die beiden dazu, Brettspiele zu entwickeln? «Wir liebten sie schon als Kinder», berichtet Adrian Bolla, der in Seftigen Tür an Tür mit Bujar Haskaj wohnte. Derweil sich ihre Kollegen mit Computergames beschäftigten, widmeten sich Bolla und Haskaj dem Gesellschaftsspiel. «Wobei wir es als besonders reizvoll empfanden, die Spiel­regeln nach eigenem Gusto einzurichten», sagt Architekt und Bauleiter Bujar Haskaj. «Spielten wir ein Game zu dritt, schafften wir ganz einfach die Voraussetzungen dafür.»

Irgendwann kam ihnen die Idee, selbst ein Spiel zu entwickeln. «Wir tüftelten und kreierten, verfeinerten und probten», erzählt Haskaj, der als Kleinkind mit seinen Eltern aus Kosovo in die Schweiz übergesiedelt war. «Schliesslich testeten wir das Spiel in einem Turnier und verbesserten es ein letztes Mal.»

Alle sechs Minuten verkauft

Dann ging es an die Herstellung des Prototyps. Spielbrett, Würfel, Anleitung und eine möglichst attraktive Verpackung mussten kreiert werden. Und das rechtzeitig zum Messebeginn. «Wir waren enorm gefordert», erinnert sich Adrian Bolla. Eintausend Spiele liessen sie in einer ersten Tranche produzieren. Mehr als die Hälfte ging bereits während der viertägigen Ausstellung über den Ladentisch. «Wir konnten es kaum glauben», meint der 28-jährige Uttiger, «doch gemäss den Zahlen verkauften wir im Durchschnitt alle sechs Minuten ein Spiel.»

Würfel und Schokolade

Ein Achtungserfolg, den sich das fünfköpfige Team mit findigen Ideen erkämpfte. «Damit man uns unter den über 900 Ausstellern in den riesigen Hallen überhaupt wahrnahm, verteilten wir an den Eingängen Würfel und Schweizer Schokolade», berichtet Adrian Bolla. Die Leute strömten in Scharen an den rund zehn Quadratmeter grossen Stand. «Immer wieder mussten wir das Spiel erläutern – und das in sechs Sprachen», sagt der Elektroniker und technische Kaufmann.

Auch Kamerateams liessen sich das Spiel vorführen. Ihre Filme seien auf Youtube zu sehen, so Bolla. Und nicht nur Händler aus Italien, Deutschland, Polen, Frankreich und den USA interessierten sich für das Produkt. Auch Schweizer Unternehmen suchten den Kontakt zu den Hobbytüftlern.

Zeit, sich mit dem Thema Markteintritt auseinanderzusetzen. Adrian Bolla nickt: «Wir sind am Aufbau eines Vertriebsnetzes.» «Light of Dragon» könne bereits über ihre Website bezogen werden. Der erste Coup ist den beiden mehr als gelungen. Ansporn für neue spielerische Höhenflüge? «Und ob», sagt Bujar Haskaj, «das nächste Projekt ist in der Pipeline.» (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 12.11.2015, 19:45 Uhr

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