Tröstliches Chorkonzert zur Karwoche

Thun

Die Thuner Kantorei beeindruckte am Samstag und Palmsonntag vor ausverkaufter Thuner Stadtkirche mit Mozarts Missa brevis, KV 194, Schuberts Messe G-Dur und dem Gebet «Salve Regina».

Sängerinnen und Sänger der Thuner Kantorei bei ihrem Konzert in der Stadtkirche. Foto: Markus Hubacher

Sängerinnen und Sänger der Thuner Kantorei bei ihrem Konzert in der Stadtkirche. Foto: Markus Hubacher

«Lieben Sie Mozart?» So begann Chorleiter Simon Jenny seine Begrüssungsrede zu einem berührenden Konzert. Mit Tönen zu reden, sei dem begnadeten Wolfgang Amadeus Mozart sehr leicht gefallen. Mit unendlicher Leichtigkeit begann der Chor, begleitet vom Streichquintett Matthias Steiner, mit Kyrie eleison (Herr, erbarme dich) die Messe. Gefolgt von «Ehre sei Gott in der Höhe», dem Gesang der Engel «Sanctus», «Hosianna», «Benedictus», «Agnus Dei» und dem «Laudate Dominum» gipfelte der Vortrag im unter die Haut gehenden «Ave verum corpus», das gerade mal 46 Takte umfasst.

Dafür gilt das Werk zur Passionszeit als eines der bekanntesten Mozarts. Ein knappes halbes Jahr vor seinem Tod im Jahr 1791 sei es entstanden, während der Komponist zugleich an der «Zauberflöte» und dem Requiem gearbeitet habe, liess Simon Jenny das beseelte Publikum wissen.

Allein 600 weltliche wie geistliche Lieder komponierte Franz Schubert, der 1797 in der Wiener Gemeinde Himmelpfortgrund zur Welt kam. Obwohl er nur 31 Jahre alt wurde, hinterliess er ein reiches Werk. Die Messe G-Dur schrieb der Komponist im Alter von gerade mal 18 Jahren. Chorleiter Jenny wies darauf hin, dass in diesem Werk förmlich das Nägeleinschlagen ans Kreuz wahrzunehmen sei.

Schuberts «Salve Regina» bildete den Abschluss des Chorkonzerts. Das Gebet richtet sich an die Mutter Christi, die schon im Mittelalter eine wichtige Figur als Trauersymbol darstellte. «Sei gegrüsst, o Königin, Mutter der Barmherzigkeit ... Zu dir rufen wir verbannte Kinder Evas, zu dir seufzen wir trauernd und weinend in diesem Tal der Tränen.»

Als Solistin brillierte Felicitas Erb mit einem behutsamen und weichen Sopran. Die Tenorpassagen sang Michael Doli?, Martin Geiser übernahm die Solo­sequenzen im Bassbariton. Anders als in Chorkonzerten gewohnt, schmiegten sich die Solistin und die Solisten vortrefflich mit gesanglicher Zartheit ins Gesamtwerk. Ein kleiner Junge schlief im Publikum angesichts der tröstlichen Stimmen entspannt ein und grunzte zu­frieden.

Die Thuner Kantorei, die Solisten und das Streichquintett Matthias Steiner schenkten den rund 400 Menschen in der Stadtkirche Thun ein besinnliches wie ermutigendes Chorkonzert zu Beginn der Karwoche.

Thuner Tagblatt

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