Training für Senioren in den eigenen vier Wänden

Oberhofen

Die Spitex hat zusammen mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung in Oberhofen ein Pilotprojekt mit dem Ziel durchgeführt, die Mobilität bei Senioren zu erhalten.

Man sollte jeden Tag mindestens 20 Minuten gehen, sich bewegen; zugunsten von Wohlbefinden, Gesundheit, dem Erhalt der Muskelkraft und damit zur Unfallverhütung. Man sollte. Die mangelnde Selbstdisziplin steht der regelmässigen Umsetzung oft im Wege. Nicht nur, aber auch im Alter.

Für Senioren gibt es verschiedene Angebote, zum Beispiel Gym Fit, organisiert von Pro Senectute. Sie setzen allerdings genügend Mobilität voraus. Fehlt sie, wird das selbstständige Training schwierig.

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) und die öffentlichen Spitex-Dienste rechtes unteres Thunerseeufer (Rutu) haben deshalb ein Pilotprojekt gestartet – unter dem Motto «Wie lässt sich Mobilitätstraining zu Hause in den Spitex-Alltag integrieren?».

Über den Erwartungen

«Die Bereitschaft und der Eifer zum Mitmachen lag über unseren Erwartungen», sagt Monika Thüler, die Leiterin der Spitex Rutu. Ihre Spitex betreut rund 100 Klienten. Bei 14 wurde das Trainingsprogramm während sechs Wochen dreimal wöchentlich bei ihnen zu Hause durchgeführt und in den Pflegebesuch integriert.

Die Mitarbeitenden waren von der BfU vorgängig geschult worden. Eine Trainingseinheit dauerte, nach kurzem Aufwärmen, circa 25 Minuten, abgestimmt auf die individuellen Möglichkeiten des einzelnen Klienten.

«Allen gings nach den sechs Wochen physisch und psychisch wesentlich besser.»Barbara Bigler

«Das ist eine irrsinnig gute Sache», findet der 82-jährige Heinz Aerni. Er leidet an Gelenk- und Muskelschmerzen. «Ich stand nach dem Projekt eindeutig sicherer auf den Beinen», zieht der Witwer Bilanz. Die Schmerzen seien allerdings geblieben. Er fände es gut und wichtig, wenn das Training in irgendeiner Form weitergeführt würde. Ob er in diesem Fall auch wieder dabei ist, lässt er offen.

Wie geht es weiter?

«Allen gings nach den sechs Wochen physisch und psychisch wesentlich besser», sagt Barbara Bigler, Koleitung Pflege. Alle Teilnehmer hätten den Wunsch geäussert, die Übungen «in irgendeiner Form» weiterhin organisiert und geführt weiterzuführen. Die meisten wären eventuell auch bereit, selber einen finanziellen Beitrag zu leisten.

Als Nächstes werden die Pilotergebnisse ausgewertet. Die SpitexDienste Rutu suchen parallel dazu nach Möglichkeiten, ein Angebot innerhalb der engmaschigen Vorgaben von Krankenkassen und Kanton anbieten zu können.

Berner Oberländer

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