Thunfest en miniature zog nicht die grossen Massen an

Thun

Bier, Musik und heitere Partystimmung: Die Organisatoren des Mini-Strassenmusikfestivals, das als Ersatz für das abgesagte Thunfest herhalten musste, ziehen trotz mässiger Besucherzahlen eine positive Bilanz.

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Wer am Samstagabend durch Thuns Gassen schlenderte, wähnte sich nicht unbedingt an einem Stadtfest: Der von der Stadträtin Alice Kropf (SP) und Café-Zentral-Wirt Hidir Kahraman ins Leben gerufene Ersatz für das abgesagte Thunfest blieb ein Stadtfest en miniature. Im Bälliz oder auf dem Rathausplatz, wo man sich in anderen Jahren durch Menschenmassen hatte kämpfen müssen, herrschte am Wochenende fast gähnende Leere.

Einzig auf dem Mühleplatz, dem von den Behörden definierten Perimeter für das Ministrassenfest, kam Partystimmung auf. Dafür sorgten einerseits die Outdoorbars und die Stehtische, die vor dem Riesenrad zum Verweilen einluden, andererseits die Livemusik. Am Samstag spielten das Trio Markus Liebi und Dr.Föön auf dem Mühleplatz, bereits am Freitag traten Friskit und The Cotton Mafia auf.

Organisatoren ziehen positive Bilanz

Das Organisationsduo Kropf/Kahraman zog, kurz nachdem die Musik um halb eins verstummt war, eine fast durchwegs positive Bilanz. «Wir sind sehr zufrieden. Die Reaktionen der Leute und die Stimmung sind positiv, trotz des Regens», sagte Stadträtin Kropf. Wie schon am Freitag kam es am Samstagabend nach dem Eindunkeln zu einem Wolkenbruch. Die Menschen liessen sich aber trotz der kurzfristigen Machtdemonstration Petrus’ die Laune nicht verderben und feierten nach dem Platzregen munter weiter.

Auch Café-Zentral-Wirt Hidir Kahraman zeigte sich in bester Laune: «Der Platz ist voll, die Menschen sind glücklich, und die Behörden haben uns gut unterstützt.» Hinsichtlich der Auflagen, die seitens des Regierungsstatthalteramtes gestellt wurden, gab sich Co-Organisatorin Alice Kropf jedoch kritischer. Insbesondere die nicht erteilte Überzeitbewilligung stiess bei ihr auf Unverständnis.

«Die Barbetreiber fürchten, dass die Leute nach Hause gehen, wenn die Musik fehlt», sagte Kropf. Zwar hielten Samstagnacht noch etliche Feierlustige bis drei Uhr morgens die Stellung auf dem Mühleplatz, aber die ganz grosse Feststimmung wollte nicht mehr aufkommen. Laut Hidir Kahraman ging die Rechnung für die Barbetreiber am Schluss dennoch auf.

Besucher waren geteilter Meinung

Die mehrheitlich jungen Besucherinnen und Besucher waren indes in ihrem Urteil über das Thunfest en miniature uneins. Dass es auf dem Mühleplatz deutlich mehr Platz hatte als in anderen Jahren, fanden einige durchaus positiv. Andere hingegen trauerten dem Innenstadtfest in seinen gewohnten Dimensionen nach.

Für Alice Kropf und Hidir Kahraman zählte vor allem auch, dass das Fest friedlich über die Bühne ging. Die vier Securities, die sie anstellen mussten, seien während des ganzen Wochenendes unterbeschäftigt gewesen. Die Kantonspolizei vermeldete keine grösseren Zwischenfälle. Positiv beurteilte Alice Kropf die Zusammenarbeit der am Mühleplatz angesiedelten Gastronomiebetreiber: «Alle haben sich beteiligt und an einem Strick gezogen.» Zudem hätten sich die Betreiber des Riesenrads, die Corbière und Stammler GmbH, sehr hilfsbereit gezeigt, indem sie ihre Lautsprecher zur Verfügung gestellt hätten.

In Zukunft Konzept à la Buskers oder Braderie?

Trotz des geglückten Ersatzes stellt sich die Frage, wie es künftig weitergeht. Für Alice Kropf ist klar, dass auch über alternative Formen nachgedacht werden muss. «Das Buskers in Bern oder die Braderie in Biel zeigen, dass eine Veranstaltung auch ohne Eintritte und Abschrankungen funktioniert.»

Thuner Tagblatt

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