Thunersee-Gäste fahren ab dem 1. März gratis mit dem Bus

Thun

Gäste, die am Thunersee übernachten, erhalten ab dem 1. März zahlreiche Vergünstigungen. Thun-Thunersee Tourismus führt eine neue Gästekarte ein, die gleichzeitig Pilotprojekt für die ganze Destination Interlaken ist.

Die Panoramacard Thunersee kann künftig allen Gästen, die am Thunersee übernachten, gratis abgegeben werden. Sie ermöglicht unter anderem freie Fahrt auf dem ganzen STI-Netz oder vergünstigte Ausflüge auf Berge und See.

Die Panoramacard Thunersee kann künftig allen Gästen, die am Thunersee übernachten, gratis abgegeben werden. Sie ermöglicht unter anderem freie Fahrt auf dem ganzen STI-Netz oder vergünstigte Ausflüge auf Berge und See.

(Bild: Patric Spahni)

Marco Zysset@zyssetli

Gratis alle STI-Busse nutzen, gratis an Stadtführungen in Thun teilnehmen, zum halben Preis aufs Schiff, zum halben Preis oder noch günstiger auf die Ausflugsberge der Region fahren: Gäste, welche am Thunersee übernachten, können ab dem 1. März von diesen und weiteren Vergünstigungen profitieren. Auf dieses Datum führt Thun-Thunersee Tourismus (TTST) die neue Gästekarte mit dem Namen Panoramacard Thunersee ein. «Die Gästekarte kann allen Personen abgegeben werden, welche in einem Betrieb übernachten, der mit TTST zusammenarbeitet», erklärt Michael Roschi; das sind rund 98 Prozent der Unterkünfte am Thunersee.

Der TTST-Geschäftsführer amtet bei der neuen Karte als Projektleiter. «Wir hatten die Idee bereits, als ich die Stelle hier antrat», sagt er. «Doch bisher hatten wir weder die Zeit noch die finanziellen Mittel, um eine neue, zeitgemässe Gästekarte zu lancieren.» Erst mit der Übernahme des TTST-Marketings durch Interlaken-Tourismus seien die nötigen Ressourcen frei geworden, sagt Roschi.

Geld bleibt in der Region

Pro Jahr investiert TTST 450'000 Franken in die Gästekarte. 60'000 Franken sind für die technische Infrastruktur und die Werbung für die Karte budgetiert. Der Löwenanteil, 390'000 pro Jahr, fliesst an die Firmen, welche ihre Produkte für Karteninhaber vergünstigt anbieten. «Wir haben mit den Hauptleistungsträgern Pauschalentschädigungen aushandeln können», erklärt Michael Roschi. Die kleineren Partner – Fitness-, Wellness-, Gastro- oder andere Anbieter – erhalten wie bisher keine Entschädigung für die Reduktion auf ihren Preisen. «Wir gehen davon aus, dass sie neue Kundschaft erschliessen können», sagt Michael Roschi.

Wunsch: Mehr Gäste

Neue Kundschaft – sprich Gäste – erhofft sich TTST selber von der neuen Panoramacard. So appelliert Roschi an die Hoteliers, die Karte «wirklich allen Gästen» abzugeben, auch wenn es Geschäftsreisende mit gedrängtem Programm seien. «Vielleicht animiert sie das Angebot, privat an den Thunersee zurückzukehren.» Ferner tauscht TTST für die Panoramacard ein Angebot mit Saas-Fee aus. Karteninhaber profitieren von 50 Prozent Preisreduktion im Drehrestaurant auf dem Allalin-Gletscher; Gäste aus Saas-Fee können handkehrum zum halben Preis auf dem Thunersee Schiff fahren. Roschi hofft auch, mittelfristig die Aufenthaltsdauer der Gäste am Thunersee verlängern zu können, «wenn sie sehen, welchen Mehrwert wir ihnen schenken, wenn sie bei uns übernachten».

Nutzung analysieren

Mit der neuen Gästekarte verfolgt TTST indes noch weitere Ziele: Der Tourismusverein will die Nutzung der Karte analysieren. «Es interessiert uns, wie viele Gäste von der rechten Seeseite ein Wellness- oder Ausflugsangebot auf der linken Seeseite nutzen oder umgekehrt», sagt Roschi. Zu diesem Zweck wird auf jede Karte ein Strichcode gedruckt, welcher zum Beispiel beim Lösen eines Tickets für eine Bergbahn eingelesen wird. Damit wird einerseits die Gültigkeit der Karte geprüft, andererseits kann festgestellt werden, wo der Gast untergebracht ist und wie lange er bleibt. «Personendaten werden jedoch keine gespeichert», versichert Michael Roschi.

Angebot ist nicht vollständig

Ein, zwei Wermutstropfen muss der Panoramacard-Projektleiter freilich eingestehen. «Es ist unschön, dass die Bahnlinie am linken Thunerseeufer sowie die Busfahrt zwischen Sundlauenen und Interlaken nicht inbegriffen sind», sagt Michael Roschi. «Aber das war aus organisatorischen beziehungsweise finanziellen Gründen schlicht nicht machbar.» Er hofft, dass der Karte genug Erfolg beschieden ist, damit das Angebot später ausgebaut werden kann.

Denn: Gäste, die in Interlaken übernachten, erhalten bis auf weiteres noch die «alte» Interlakner Gästekarte. «Die Panoramacard Thunersee ist jedoch als Pilotprojekt angelegt, mit dem Ziel, das Konzept dereinst für die ganze Destination Interlaken zu übernehmen», sagt Roschi und fügt an: «Technisch ist sogar eine Ausweitung auf das ganze Berner Oberland oder den ganzen Kanton Bern möglich.»

Pilot läuft sicher drei Jahre

Bis es so weit ist, sollen jetzt am Thunersee Erfahrungen gesammelt werden. «Wir werden erste Auswertungen nach einem Jahr machen», sagt Roschi, «sodass eine Erweiterung im allerbesten Fall in zwei Jahren denkbar ist.» Realistisch sei freilich ein Horizont von drei bis fünf Jahren, auch, weil eine Erweiterung «sehr komplex» sei. Der Pilotversuch am Thunersee ist für mindestens drei Jahre finanziert und gesichert.

Thuner Tagblatt

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