Thuner Hohmad-Klinik verzeichnet nur noch halb so viele stationäre Fälle

Thun

Eines der Privatspitäler, das durch die neue Spitalliste seine Existenz bedroht sieht, ist die Thuner Klinik Hohmad.

Gemäss der neuen Spitalliste würde die Privatklinik an Kapazitäten einbüssen.

Gemäss der neuen Spitalliste würde die Privatklinik an Kapazitäten einbüssen.

(Bild: Patric Spahni)

Mit der neuen Spitalliste könnte die Klinik nach eigenen Angaben nur noch 50 Prozent der stationären Fälle anbieten.

Der ganze Bereich Orthopädie würde gemäss neuer Spitalliste wegfallen. Und dies, obschon es im Winter während der Skisaison in der Region Thun zu wenig Kapazitäten gebe, sagte Hohmad- Geschäftsführer Peter Mahrer am Freitag laut Redetext vor den Medien.

Die angekündigte Schliessung der beiden Spitäler in den Wintersportgebieten Saanen und Zweisimmen dürfte diese Problematik noch verschärfen. Die Hohmad-Verantwortlichen hatten die Engpässe erkannt und dementsprechend in den vergangenen zwei Jahren die Bereiche Orthopädie und Handchirurgie ausgebaut.

Mit dem Wegfall der Orthopädie müsste die Klinik gemäss Mahrer auch die tagesstationären Behandlungen überprüfen. Davon wären nicht nur die rund 80 Angestellten, sondern auch die Belegärzte mit ihren Praxen betroffen.

Günstiger als öffentliche Spitäler

Dazu kommt laut Mahrer, dass die Hohmad-Klinik qualitativ sehr gut und kostengünstig arbeite. Das belege die mit den Versicherungen ausgehandelte Baserate. Am Beispiel einer Hüftprothese rechnete Mahrer vor, dass eine Gesamtbehandlung in der Thuner Privatklinik rund 16'095 Franken koste, in einem öffentlichen Spital hingegen 17'484 Franken.

Jeder stationäre Fall, der nicht mehr im «Hohmad» behandelt werden könnte, würde den Prämien- und Steuerzahler mehr Geld kosten, argumentierte der Klinik-Geschäftsführer. Mahrer hegt den Verdacht, dass der Kanton mit der Liste die eigenen Spitäler schützen will.

Fehlende Übergangsfrist zur Spitalliste als Problem

Der vom Krankenversicherungsgesetz beabsichtigte Wettbewerb werde in der Region Thun jedenfalls unterbunden. Demzufolge sei die Wahlfreiheit der Patienten in der Region Berner Oberland eingeschränkt.

Ein weiteres Problem orten die Hohmad-Verantwortlichen in der fehlenden Übergangsfrist zur Spitalliste. Das würde für die Klinik bedeuten, innert weniger Tage für die Hälfte der stationären Fälle eine anderweitige Lösung zu finden.

Die Klinik hat aus diesen Gründen, zusammen mit anderen Privatspitälern, Beschwerde gegen die Spitalliste eingelegt.

dln/sda

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