Thun

Thuner Ferienpass baut an seiner Zukunft

ThunDer Vorstand des Vereins Ferienpass hat grünes Licht gegeben für ein Relaunchprojekt: Das Sommer­ferienangebot soll in allen Belangen aufgepeppt werden. Ziel ist, das eigenständige Überleben langfristig sicherzustellen.

Strahlende Gesichter anstatt Sorgenfalten soll der Ferienpass künftig auch wieder beim Vorstand provozieren.

Strahlende Gesichter anstatt Sorgenfalten soll der Ferienpass künftig auch wieder beim Vorstand provozieren. Bild: Daniel Schöni

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Seit 1978 ist der Ferienpass nicht mehr aus der Sommerferienplanung von Familien in Thun und der Region wegzudenken. Was mit einer Handvoll Angeboten klein angefangen hat, wird heute jeden Sommer von 1000 bis 1500 Kindern genutzt.

Reto Vannini, seit 2012 Präsident des Vereins Thuner Ferienpass, sagt, dass der Verein heute «ein Stück weit» in einem Dilemma stecke: «Wenn wir viele Anmeldungen und einen schönen Sommer haben, haben wir hohe Kosten für die durch­geführten Angebote. In einem schlechten Sommer sinken die Kosten, weil Angebote abgesagt werden müssen.» Die Folgen dieses Mechanismus spüre der Verein jeweils ein Jahr verzögert: «Nach einem schönen Sommer haben wir wieder viele Anmeldungen im Folgejahr, nach einem schlechten Sommer gehen sie merklich zurück.»

Einnahmen schwanken

Das Problem ist nun, dass der Verein mehr als die Hälfte seiner Einnahmen vom Verkauf der Ferienpässe generiert und diese deshalb von Jahr zu Jahr starken Schwankungen unterliegen. In den letzten Jahren musste mehrmals ein Defizit aus dem Eigenkapital gedeckt werden. «Dabei wäre unser Ziel, den Verein auf eine finanziell gesunde Basis zu stellen und sein Überleben langfristig sicherzustellen», so Vannini.

Deshalb hat der Vereinsvorstand am Donnerstagabend grünes Licht gegeben für ein Relaunchprojekt, das Jennifer ­Müller in den letzten Wochen ausgearbeitet hat. Müller, die in der Vergangenheit unter anderem im KKThun im Marketing engagiert war, hat sich zum Ziel gesetzt, dem Ferienpass zum ­40-Jahr-Jubiläum im nächsten Sommer wieder ein «cooles, zeitgemässes» Image zu verpassen, aber auch neue Geldquellen zu erschliessen.

«Es ist wichtig, dass wir auf allen Ebenen aktiv werden», betont sie. So hat sie in den letzten Monaten nicht nur eine Umfrage bei den Eltern der Ferienpassteilnehmer des Jahres 2017 gemacht, sondern auch bei den Anbietern. Und: Ende November findet ein Workshop statt, an dem bis zu 40 Kinder ihre Wünsche und Vorstellungen für den Thuner Ferienpass kundtun sollen.

Präsenter werden

Insgesamt sollen die mehr als 170 Ferienpass-Angebote noch besser auf die Interessen der Kinder, aber auch die Bedürfnisse der Eltern zugeschnitten werden. «Wir wollen aber auch präsenter werden», sagt Müller. Deshalb werde der Auftritt des Ferien­passes rundum erneuert, und neue Kommunikationskanäle würden erschlossen.

Ein Hauptelement des Relaunchs bleiben indes die Finanzen. So müsse man darüber nachdenken, sagt Reto Vannini, die Beiträge für den Pass zu erhöhen. Heute kostet ein Pass 43 Franken, die Gemeinden zahlen 25 Franken pro Kind. Dafür erhalten die Kinder freien Eintritt in Bäder, Schlösser oder bei der STI sowie zahlreiche Vergünstigungen. «Im Vergleich mit Städten wie Basel, Zürich, Luzern oder Biel sind wir einiges günstiger», sagt Müller. «Auf der anderen Seite müssen wir beachten, dass 80 Prozent der Eltern, die an der Umfrage teilgenommen haben, mit den aktuellen Preisen zufrieden sind.»

Deshalb will sie die Einnahmen aus dem Sponsoring steigern. «Aktuell bestreiten wir nur rund 20 Prozent des Budgets aus dem Sponsoring», sagt sie. Das brachliegende Potenzial will sie mit neuen Angeboten und Kommunikationskanälen nutzen. Gleichzeitig müsse der Verein die Ausgaben im Griff behalten. «Allenfalls müssen wir bei den Beiträgen an die Anbieter über die Bücher.»

www.thunerferienpass.ch (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 21.10.2017, 15:30 Uhr

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