Thun

Thun verlängert Leihvertrag mit alternativem Begegnungszentrum

ThunDas Kultur- und Begegnungszentrum Akut in Thun kann seinen Betrieb fortsetzen. Der Gemeinderat hat den Vertrag mit den Betreibern verlängert.

Seit Ende 2013 ist das Akut im ehemaligen Bierdepot an den Geleisen beim Bahnhof Thun beheimatet.

Seit Ende 2013 ist das Akut im ehemaligen Bierdepot an den Geleisen beim Bahnhof Thun beheimatet. Bild: Christoph Kummer

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Am 26. Dezember 2013 eröffnete der «Verein Freund*innen des Freiraums» in einem ehemaligen Bierdepot an den Geleisen beim Bahnhof Thun das Akut, das alternative Kultur- und Begegnungszentrum Thun. Seither führten vor allem junge Erwachsene und Jugendliche dort insgesamt 84 nicht kommerzielle, öffentliche Veranstaltungen durch, darunter Konzerte, Lesungen, Diskussionen, Filmvorführungen, Spielabende, Tauschbörsen, oder Workshops. Begleitet wird der Betrieb in der je hälftig der Stadt und der Schweizerischen Post gehörenden Liegenschaft von einem runden Tisch.

Dabei sind behördlicherseits die Fachstelle Kinder und Jugend des Amtes für Bildung und Sport (ABS) der Stadt Thun, das städtische Gewerbeinspektorat, die Kantonspolizei, das Regierungsstatthalteramt und der Trägerverein vertreten. «Nach sieben Zusammenkünften und der Auswertung der Erfahrungen kam das ABS in einem Bericht an den Gemeinderat zum Schluss, dass der Betrieb selbst und die Zusammenarbeit mit dem Verein ‹Freund*innen des Freiraums› erfreulich gut laufen», teilte die Stadt am Mittwoch in einer Medienmitteilung mit.

6 Monate Kündigungsfrist

Angesichts dieser sehr positiven Bilanz habe der Thuner Gemeinderat beschlossen, dem Verein «Freund*innen des Freiraums» die rund 160 Quadratmeter grosse Liegenschaft weiterhin unentgeltlich zur Verfügung zu stellen, und er hat den Leihvertrag verlängert. Zudem übernimmt die Stadt weiterhin die Mietkosten gegenüber der Post. Bisher war der Betrieb auf ein Jahr beschränkt. Der neue Leihvertrag tritt per 15. Dezember 2014 in Kraft und gilt für eine unbefristete Zeit.

«Er kann von beiden Vertragsparteien unter Einhaltung einer Frist von 6 Monaten auf Ende eines Kalenderjahres gekündigt werden», sagte Gemeinderätin Ursula Haller (BDP) auf Nachfrage. Die Stadt kann den Vertrag jedoch jederzeit und mit sofortiger Wirkung kündigen, beispielsweise bei unsorgfältigem oder vertragswidrigem Gebrauch oder wenn die Nutzung nicht mehr dem ursprünglichen Zweck entspricht. Ebenso, wenn Bewilligungsauflagen des Regierungsstatthalters verletzt werden, wenn die Nutzung unzumutbare Störungen der übrigen Mieterschaft verursacht oder wenn andere Normen der Schweizerischen Rechtsordnung verletzt werden.

Im Verlauf des Jahres 2013 war die Liegenschaft an der Seestrasse 20 von der Stadt baulich hergerichtet und danach im Innern von Mitgliedern des Trägervereins, der früheren Gruppierung A-Perron, in Hunderten von Arbeitsstunden selbst gestaltet und eingerichtet worden.

Indem der Thuner Gemeinderat den jungen Erwachsenen Räume für ein nicht kommerzielles Kultur- und Begegnungszentrum zur Verfügung stellte, habe er signalisiert, dass er ihnen Verantwortung für ein eigenes Projekt übergeben wollte. «Diese Verantwortung haben die Vereinsmitglieder und ihre Helferinnen und Helfer mit grossem Engagement und grosser Ernsthaftigkeit übernommen. Sie haben bewiesen, dass das Vertrauen in sie gerechtfertigt ist», betonte Haller. (rdh/Thuner Tagblatt)

Erstellt: 29.10.2014, 10:24 Uhr

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