Thun ist im Gespräch für Ironman-Wettkampf

Schwimmen, Rad fahren und laufen zwischen Thun und Belp: Gut möglich, dass hier bereits im nächsten Jahr ein Ironman-Wettkampf stattfinden wird.

Triathlon-Rennen – im Bild der Ironman 2016 in Zürich – sind immer auch ein Spektakel für die Zuschauer am Strassenrand.

Triathlon-Rennen – im Bild der Ironman 2016 in Zürich – sind immer auch ein Spektakel für die Zuschauer am Strassenrand. Bild: Kurt Heuberger

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Die Ironman Switzerland AG organisiert in der Schweiz jedes Jahr Triathlonwettkämpfe in Zürich und St. Gallen – und streckt ihre Fühler nun in die Region Thun aus. Geschäftsleiter Nico Aeschimann bestätigte auf Anfrage dieser Zeitung: «Wir sind in der Abklärungsphase und führen Gespräche. Aber es ist noch zu früh, zu sagen, ob der Ironman in die Region Thun kommt und wann.» Klar sei indes, dass ein Thuner Ironman eine Ergänzung zu Zürich und St. Gallen sein solle, nicht ein Ersatz.

Bei den von Nico Aeschimann angedeuteten Gesprächen handelt es sich unter anderem um Treffen mit den verschiedenen Gemeinden, auf deren Boden die Veranstaltung stattfinden könnte. Und dabei wurde sehr wohl ein Datum genannt, nämlich der 1. Juli 2018, wie Markus Rösti, Leiter der Abteilung Präsidiales in der Belper Gemeindeverwaltung, auf Anfrage erklärte.

Weitere angedachte Details habe der Ironman-Repräsentant dem Belper Gemeinderat genannt: dass die Organisatoren gegen zweitausend Athletinnen und Athleten aus dem In- und Ausland erwarten; dass es sich nicht um die klassische Ironman-Distanz von 140 Meilen (226 Kilometer) handelt, sondern um die Lightversion, auch bekannt als Ironman 70.3 (113 Kilometer).

«Es ist noch zu früh, zu sagen, ob der Ironman in die Region Thun kommt und wann.»Nico Aeschimann, Ironman Switzerland AG

Das bedeutet: 1,9 Kilometer Schwimmen im Thunersee, 90 Kilometer Radfahren durch den Verwaltungskreis Thun-West bis hinunter nach Belp sowie ein Zweirundkurs Laufen von total 2,1 Kilometern in der Stadt Thun. «Wenn es zustande kommt, hat Belp ganz sicher nichts dagegen», sagte Markus Rösti weiter. Das ganze solle auch keine Eintagsfliege werden, sondern von 2018 bis 2023 jährlich stattfinden.

Grosses Know-how in Thun

Begeisterung herrscht ob der Pläne auch in der Kyburgstadt. «Der Gemeinderat von Thun fände es richtig toll, wenn in unserer Gegend ein Ironman stattfinden würde. Denn mit dem See und der Landschaft ist sie dafür geradezu prädestiniert», sagte Roman Gimmel (SVP), Vorsteher der Direktion Bildung, Sport und Kultur. «Wir sind eine Stadt, die immer wieder sportlich von sich reden macht, und haben mehrfach gezeigt, dass wir bezüglich Aus­tragung von Grossanlässen über grosses Know-how verfügen.»

Mit dem Ironman 70.3 böte sich eine weitere Möglichkeit, einen sympathischen, erfolgreichen Anlass der Spitzenklasse in der Region Thun anzusiedeln. Dem Gemeinderat sei klar, dass der Ironman nicht zum Nulltarif zu erhalten sei. «Obschon noch vieles in Planung ist, steht für uns bereits heute fest, dass wir uns dafür in geeigneter Art und Weise engagieren wollen.»

Eine Goldgrube

Die Austragung des Ironman in der Region Thun ist nicht nur eine Marketingmöglichkeit für die Gegend und ihre Schönheiten – sie könnte auch als Wirtschaftmotor fungieren. In einer Medienmitteilung zum Ironman Zürich, der Ende dieses Monats stattfindet, nennen die Organisatoren konkrete Zahlen.

«Der Gemeinderat von Thun fände es richtig toll, wenn in unserer Gegend ein Ironman stattfinden würde.»Roman Gimmel, Gemeinderat (SVP)

Weil jeder der zweitausend Sportler und Sportlerinnen mit durchschnittlich 2,3 Begleitpersonen anreist und diese Teams in den meisten Fällen mindestens dreimal übernachten, «bedeutet dies für die Stadt Zürich rund 26'000 durch den Event generierte Logiernächte, was zu einer erheblichen Steigerung der Wertschöpfung führt», wie die Ironman Switzerland AG vorrechnet.

Dazu kämen noch Mahlzeiten, Kosten für den öffentlichen Nahverkehr, Museumsbesuche und viele weitere Freizeitaktivitäten, die den Anlass für die Stadt Zürich sehr wertvoll machten. Zudem handle es sich bei den Triathleten um eine sehr kaufkräftige Kundschaft. «Jeder Athlet gibt im Schnitt 12'000 Franken für Ausrüstung, Training, Sportlernahrung et cetera aus, um überhaupt an seinem ersten Ironman starten zu können.» (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 18.07.2017, 18:09 Uhr

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