Teilerfolg für Gegner der Natelantenne

Hilterfingen

Der Kanton hat dem umstrittenen Bauvorhaben einer Mobilfunkantenne im Hüneggquartier in Hilterfingen eine Absage erteilt. Das freut zwar Gemeinderat und Einsprecher; doch Sunrise prüft den Weiterzug ans Verwaltungsgericht.

So hätte die geplante Mobilfunkantenne von Sunrise und Swisscom in etwa ausgesehen: Diese «massstabsgetreue Fotomontage» erhielt die Redaktion vom Quartierverein Hünegg-Brunnmätteli.

So hätte die geplante Mobilfunkantenne von Sunrise und Swisscom in etwa ausgesehen: Diese «massstabsgetreue Fotomontage» erhielt die Redaktion vom Quartierverein Hünegg-Brunnmätteli.

(Bild: Archiv TT/zvg)

Die Gemeinde Hilterfingen und der Quartierverein Hünegg-Brunnmätteli können einen Teilerfolg feiern: Die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion hat ihren Einsprachen stattgegeben. Damit wird dem Bauvorhaben einer Mobilfunkantenne an der Alten Thunstrasse 8 in Hilterfingen eine Absage erteilt. Bei Daniel Huser, Präsident des Quartiervereins, löst dieser Entscheid «grosse Freude» aus. Allerdings weiss er: «Bis Ende Januar läuft die Rechtsmittelfrist. Wir hoffen natürlich, dass Sunrise keine Beschwerde führen wird.»

Gemeinde ist erleichtert

Auch die Gemeindeoberen sind erleichtert: «Der Gemeinderat nimmt erfreut zur Kenntnis, dass gemäss Entscheid der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern vom 21.Dezember2011 der Gesamtentscheid des Regierungsstatthalteramtes Thun vom 26.Mai 2011 betreffend Neubau einer Mobilfunkantenne auf der Parzelle Nr.1201, alte Thunstrasse 8, Hilterfingen, aufgehoben wurde.» Dem Baugesuch von Sunrise und Swisscom, das am 5.Juli 2010 eingereicht worden war, wurde ein Bauabschlag erteilt. So vertrete die kantonale Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder (OLK) die Meinung, «dass die geplante Antennenanlage in diesen Dimensionen in der vorgefundenen Situation für das Orts- und Landschaftsbild sehr störend wirkt. Die Antenne verstösst somit gegen die anwendbaren Ästhetikbestimmungen», steht in der gestrigen Mitteilung.

Seinerzeit 152 Einsprachen

Die Opposition gegen die geplante Mobilfunkantenne war seit Bekanntwerden des Bauvorhabens massiv: 152 Einsprachen und eine Rechtsverwahrung gingen seinerzeit beim Regierungsstatthalteramt ein. Doch weil weder in Sachen Grenzwerte der Strahlung noch vonseiten der Denkmalpflege bezüglich Ortsbild Vorbehalte bestanden, erteilte Regierungsstatthalter Marc Fritschi Ende Mai letzten Jahres die Baubewilligung.

Nun haben die Gegner «einen Teilerfolg» verbucht, wie Daniel Huser als Präsident des federführenden Quartiervereins feststellt. Ihr Hauptkritikpunkt – die Verschandelung des Ensembles Schloss und Park Hünegg – fand beim Kanton Gehör. Dennoch ist Huser auf der Hut: «Sollte Sunrise tatsächlich auf ihrem Vorhaben beharren und den Bauabschlag anfechten, geht der Fall ans Verwaltungsgericht.» Das sei mit enormen Kosten verbunden; diese würden im Falle einer Niederlage der Hilterfingener Beschwerdegemeinschaft auferlegt. «Deshalb hat jedes Mitglied der Gemeinschaft einen dreistelligen Betrag in unseren Fonds einbezahlt», führt Huser aus. Sollte Sunrise den kantonalen Bauabschlag doch akzeptieren, werde das Geld nach Abzug der bisherigen Kosten den jeweiligen Besitzern zurückerstattet. «Aber vor Mitte Februar wage ich keine Prognose.»

Sunrise gibt sich bedeckt

Bei der Telefongesellschaft Sunrise gibt man sich derzeit noch bedeckt. Auf Anfrage teilt der zuständige Mediensprecher Roger Schaller schriftlich mit: «Der Entscheid der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion ist nicht rechtskräftig. Sunrise prüft zurzeit den Entscheid und eine mögliche Beschwerde ans Verwaltungsgericht.»

Thuner Tagblatt

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