Spuren des Unwetters im Zulgtal sind noch zu sehen

Zulgtal

Knapp ein Jahr nach dem verheerenden Unwetter im Juli 2012 grasen auf den Weiden zuhinterst im Zulgtal wieder die Kühe. Allerdings sind noch nicht alle Schäden behoben.

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Auf der Alp Hinder Zugschwand in der Gemeinde Horrenbach-Buchen ist die Sennerin Verena Fankhauser dieser Tage damit beschäftigt, die Weidezäume herzurichten. «Ende Mai geht es los», sagt sie. Dann werden auf der Alp zuhinterst im Zulgtal wieder gegen 50 Rinder grasen. Genau dort, wo vor knapp einem Jahr nach einem verheerenden Unwetter im Juli 2012 Erdrutsche einen Teil der Weiden meterhoch mit Schlamm und Geröll bedeckt hatten und ein Stück der Alpstrasse weggerissen wurde. Die Alp blieb damals mehrere Tage abgeschnitten.

«Wir können den Normalbetrieb einigermassen wieder aufnehmen», erklärt Verena Fankhauser. Zwar ist die Zufahrt zur Alp wieder hergestellt und die meisten Alpweiden von Schlamm und Geröll befreit, da und dort wächst auch wieder frisches Grün, die Strasse zum oberen Stall sei aber immer noch kaum befahrbar. «Die Reparaturarbeiten müssen wir nun bald an die Hand nehmen, im vergangenen Jahr hat es nicht für alle nötigen Arbeiten gereicht», so die Alpbesitzerin.

Hang weiterhin unstabil

Weiter müsse auf der Alp diesen Sommer viel Holz geschlagen werden, weil zahlreiche Fichtenstämme durch das Unwetter geschädigt wurden und jetzt beginnen, dürr zu werden. Zudem sei der Hang oberhalb der Alp nach wie vor unstabil. «Ich befürchte weitere Geröll-Lawinen», sagt Fankhauser. Dass diese Befürchtung nicht von ungefähr kommt, zeigte sich vor zwei Wochen, am 2.Mai. Als ein starker Hagelzug mit Regen übers Innereriz zog, wurde die Alpstrasse erneut mit Geröll verschüttet. «Den Schaden konnten wir aber rasch selber beheben», erklärt die Bäuerin.

Zwei bis drei Jahre

Auch auf den Weiden von Landwirt Fritz Reusser direkt an der Zulg, grasen wieder die Kühe. «Dort, wo wir im vergangenen Sommer mit Hilfe der Zivilschutzorganisation Steffisburg-Zulg Geröll und Schwemmholz wegräumen konnten, wächst das Gras wieder», sagt der Bauer. Dort, wo allerdings schwere Maschinen eingesetzt werden mussten, um die Weiden zu säubern, werde es wohl noch zwei bis drei Jahre dauern, bis es wieder grünt. Rund drei Viertel der betroffenen Weiden könne er aber wieder normal nutzen.

Allerdings liege in den Gräben immer noch viel Geschiebe. «Die Gefahr, dass es bei einem nächsten Unwetter wieder überschiesst, ist gross», meint Reusser. Auch entlang der Zulg würden noch einige bauliche Massnahmen anstehen. So sei zum Beispiel der Wanderweg entlang der Zulg noch nicht vollständig wieder hergestellt. «Die grosse Unterstützung durch die Bevölkerung und die Zivilschützer haben uns nach dem Unwetter sehr getragen», betont Fritz Reusser.

Neubau für Skischule

Viel Solidarität hat in den vergangenen Tagen auch die Ski- und Snowboardschule Eriz erlebt, nachdem am 2. Mai eine Windhose das Skischulgebäude vollständig zerstört hat .«Beim Aufräumen haben uns viele Leute unterstützt», sagt Markus Geissbühler von der Ski- und Snowboardschule Eriz. Ein Neubau sei bereits in Planung, damit im nächsten Winter der Betrieb mit einem vergrösserten Skischulgebäude wieder aufgenommen werden kann.

Thuner Tagblatt

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