Adelboden/Wengen

Sie war ein Skistar der frühen Jahre

Adelboden/WengenSie holte sich 1958 in Bad Gastein die WM-Goldmedaille in der alpinen Kombination. Nun ist die erfolgreiche Adelbodnerin Frieda Brunner-Dänzer nach kurzer Krankheit verstorben.

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Nach Ida Bieri-Schöpfer, Karl Molitor und Edmund Bruggmann verlor Swiss-Ski innert Monaten eine weitere Rennläufer-Persönlichkeit. Frieda Brunner-Dänzer, geboren am 16. November 1930 in Adelboden, verstarb am 21.Januar nach kurzer Krankheit. Sie war eine der erfolgreichsten Läuferinnen im alpinen Skirennsport, gewann sie doch insgesamt fünf WM- und Olympiamedaillen für sich und die Schweiz.

Sie verkörperte den Prototyp der früheren Skisportler. Als Kind war sie im Winter gezwungen, vom Gilbach in Adelboden den langen Schulweg per Ski zurückzulegen. Kein Wunder, dass ihr skifahrerisches Können immer besser wurde und sie in den Kinder- und Schülerrennen immer vorne lag. Das Talent wurde erkannt, und trotz eines schweren Schien- und Wadenbeinbruchs im Jahre 1950 gelang es ihr danach, Athletinnen wie Rosmarie Bleuer und Irène Molitor zu schlagen.

Obwohl Frieda Dänzer 1954 am Lauberhorn die beste Abfahrerin wurde, erhielt die Entlebucherin Ida Schöpfer den Vorzug für die WM in Are, was Dänzer noch sehr lange beschäftigte. Doch die Zeit der Triumphe kam: In Cortina d’Ampezzo gab es in der Abfahrt einen Schweizer Doppelsieg mit Madeleine Berthod und Frieda Dänzer, was für sie auch Silber in der Kombination ergab. Höhepunkt blieb die WM 1958 in Bad Gastein. Mit durchgehend hervorragenden Leistungen holte sich die Adelbodnerin verdient Gold in der Kombination, was ihr im Hitchcock-Finale im Riesenslalom vom 8.Februar gegen Lucille Wheeler (Kanada) und Putzi Frandl (Österreich) mit letztem Einsatz gelang.

Treue zur Heimat blieb

Nach dem Karriereende 1959/1960 erwarb sie im Jahr 1962 auf dem Eigergletscher bei Arnold Glatthard das Berufsskilehrer-Patent. Bei dieser Ausbildung lernte sie Alfred Brunner aus Wengen kennen, den sie 1966 heiratete. Aus der Ehe stammen zwei Töchter und fünf Enkelkinder. Ihren Wohnort verlegten sie nach Brunnen SZ, wo beide die dortige Skischule gründeten und leiteten.

Bis zum Lebensende blieb die Verbundenheit zum Skisport und der Kontakt zu ehemaligen Teampartnerinnen erhalten. Auch der Bezug zur Heimat Adelboden und zu Wengen, wo sie sich oft aufhielt, ging nie verloren. Der Skisport hat mit Frieda Brunner-Dänzer eine offene, sympathische und mit ihrer natürlichen Ausstrahlung gewinnende Persönlichkeit verloren.

Die grössten Erfolge der Adelbodner Skifahrerin: Olympische Winterspiele 1956 in Cortina d’Ampezzo: 2.Rang in der Abfahrt; 2.Rang in der Kombination. Weltmeisterschaften 1958 in Bad Gastein: 2.Rang in der Abfahrt; 3.Rang im Riesenslalom; 1.Rang in der Kombination. Schweizer Meisterin in der Abfahrt 1954, im Riesenslalom 1957 und 1958, im Slalom 1958 und in der Kombination 1958. (Berner Oberländer)

Erstellt: 09.02.2015, 08:58 Uhr

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