Sie ist die beste «Gault Millau»-Köchin des Kantons

Im «Gault Millau 2013» rangiert Tamara Giger unter den 50 besten Köchen im Kanton Bern auf Rang 33: als erstplatzierte und einzige Frau auf der Liste.

In der Küche des Restaurants Schönbühl in Hilterfingen: Sterne-Köchin Tamara Giger.

In der Küche des Restaurants Schönbühl in Hilterfingen: Sterne-Köchin Tamara Giger. Bild: Patric Spahni

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In breitem Berndeutsch kommt sie daher, die Speisekarte im Hotel-Restaurant Schönbühl in Hilterfingen. Neben «Cheschtene», «Härdöpfu» und «Zungewurscht» findet man noch mehr währschaft Anmutendes wie «Förndli» (Forellen), «Öpfu» oder «Blettli u Chärne». Das ist die Welt von Tamara Giger, dem aufstrebenden Koch weiblichen Geschlechts. Kräuter, Blumen und viel selbst gemachte Spezialitäten gehören genauso in ihre Küche wie frische Zutaten aus der Region Thun.

Während dreier Jahre hat Tamara Giger als Küchenchefin bereits im Landgasthof Lueg im emmentalischen Weiler Kaltacker die Gaumen ihrer Gäste verwöhnt. Dort hat sie auch ihren Lebenspartner, den in Uetendorf aufgewachsenen Hotelier Stefan Joos, kennen gelernt. Als Gastgeberpaar führen die beiden seit diesem Sommer gemeinsam das Schönbühl in Hilterfingen.

Bescheiden trotz Erfolg

Im Gespräch mit dieser Zeitung über ihren Erfolg im «Gault Millau 2013» bleibt Tamara Giger bescheiden. Lieber spricht sie über ihre selbst gemachten Konfitüren und Chutneys und auch über Tamara’s Schönbühl Sélection wie den speziellen, weissen «Suure Mocke» oder ihre Chiliwatte, die zu Wachtelbrust serviert wird. Bei der Besprechung über ihre Kochkunst beginnen ihre Augen denn auch zu leuchten. Dass sie heute mit so viel Enthusiasmus für Gäste kochen würde, hatte sie bei der Lehrstellensuche vor dreizehn Jahren weder geplant noch geahnt.

1999 wollte die gebürtige Toggenburgerin im Lenkerhof an der Lenk als Hotelfachangestellte schnuppern: «Das Berner Oberland musste es sein, die Gegend hat mich angezogen wie ein Magnet», erinnert sie sich. Dank dem Spürsinn des damaligen Chefkochs Werner Strauss, der in ihr ein Kochtalent entdeckte und sie für eine Kochlehre bei ihm zu überreden vermochte, ist sie in der Küche «blibe hange», wie sie berichtet. Ein Nachtessen zum Lehrabschluss in der berühmten Moospinte bei Oskar Marti hatte sie damals davon überzeugt: «Dert mues i mau ga choche.»

Zutaten aus dem Wald

Die Zeit in der Küche von «Chrüter-Oski» hat Tamara Gigers Inspiration für neue Kreationen mitgeprägt. Heute geht sie nicht mehr ohne ihr «Sammelseckli» in den Wald. Brennnesseln, Sauerklee, Waldmeister oder Steinpilze, die sie dort unter anderem sammelt, finden sich in Saucen, Beilagen oder als Dekoration angerichtet mit ihren Spezialitäten wieder. Aus Überzeugung verzichtet Tamara Giger in ihrer Küche auf Fertigprodukte.

Die 14 Punkte im «Gault Millau», die ihr unter anderem für ihre Grabenmühleforellen mit Trauben und Felchensticks an Weissweinschaum und Vanille-Kürbis-Schupfnudeln verliehen wurden, sind ein erster, sichtbarer Erfolg für ihre Kreativität in der Küche. Das Besondere daran ist, dass Tamara Giger Rezepte aus der regionalen Küche neu interpretiert und dabei Einfaches und Spezielles gekonnt neben- oder miteinander serviert. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 14.11.2012, 11:11 Uhr

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