Sie fahren Elektrobikes statt Schulbus

Homberg

Die Schule linkes Zulgtal geht neue Wege: Die Kinder der Oberstufe sollen nun mit dem Elektrobike nach Buchen fahren. Kinder und Eltern wurden jetzt zum Probefahren ins Enzenbühl in Homberg eingeladen.

Im August startet der einjährige Pilotversuch: Schulleiter Thomas Rüegsegger gibt auf dem Pausenplatz im Enzenbühl noch ein paar Erklärungen, bevor die Schülerinnen und Schüler mit den E-Bikes losfahren dürfen.

Im August startet der einjährige Pilotversuch: Schulleiter Thomas Rüegsegger gibt auf dem Pausenplatz im Enzenbühl noch ein paar Erklärungen, bevor die Schülerinnen und Schüler mit den E-Bikes losfahren dürfen.

(Bild: Margrit Kunz)

Viele Eltern und Schüler standen um die drei E-Bikes herum und warteten gespannt darauf, eine Probefahrt damit zu starten. Schulleiter Thomas Rüegsegger und Projektleiter Martin Lüthi – auch bekannt als Thuner Künstler Heinrich Gartentor – spannten die Anwesenden nicht lange auf die Folter mit ihren Einführungen. Neben dem Schulhaus Enzenbühl fuhren die Schülerinnen und Schüler hinunter – und bald darauf kamen die Testfahrer mit einem Lächeln im Gesicht das Strässchen wieder hoch. Beim Testfahren sprang einem Schüler die Kette heraus. Als er sie wieder eingesetzt hatte, stellte er fest, dass er nun keine Unterstützung durch den Antriebsmotor mehr hatte. Schnell begriff er, dass die Kette auch auf dem Antriebsrädchen liegen muss, sonst funktionierts nicht.

Alles begann damit, dass die Schule linkes Zulggebiet die Klassen anders auf ihre Schulhäuser verteilen wird. Ab August findet der Unterricht der Mittelstufe im Schulhaus Enzenbühl und derjenige der Oberstufe in Buchen statt. Die Unterstufe ist dezentral organisiert. So stellte sich die Frage: Wie kommen die Schüler aus allen Ecken des grossen Einzugsgebietes in ihr Schulhaus? Die eigens dafür geschaffene Transportgruppe fand verschiedene Antworten: der Schulbus und die Anpassung der Stundenpläne an den Fahrplan der STI. In diesem Zusammenhang stellte Schulleiter Thomas Rüegsegger, ein Flyer-Fan, die Frage: «Könnte man nicht auch etwas mit dem Flyer machen?» Die Idee gefiel, und so begann Martin Lüthi, Mitglied der Transportgruppe und ebenfalls Flyer-Fahrer, abzuklären, ob die Idee umgesetzt werden könne. Sie kann.

Pilotprojekt für ein Jahr

Teilnehmen am E-Bike-Versuch dürfen Kinder, die laut kantonaler Richtlinien länger als 30 Minuten mit dem Velo zu fahren hätten, die Oberstufe besuchen und den Führerausweis Kat.M haben. Im Gebiet der Schule linkes Zulgtal können rund 20 Kinder am Versuch teilnehmen. Die Transportgruppe hilft ihnen dabei, zum Führerausweis zu kommen, indem sie die nötigen Formulare bereitstellt und dabei hilft, dass die Theorieprüfung vor Beginn des neuen Schuljahres abgelegt werden kann. Martin Lüthi gelang es, mit der Firma Biketec günstige Leasingbedingungen für die Gemeinde Homberg auszuhandeln. Die Kosten für die Benutzung eines Flyers während eines Jahres betragen für die Schülerinnen und Schüler 100 Franken.

Die Gemeinde und der Kanton sparen Geld, wenn Flyer anstelle eines Schulbusses eingesetzt werden. Deshalb fliesst Geld an die Mietkosten für die E-Bikes. Zudem unterstützt die Firma Biketec das Pilotprojekt.

Was passiert im Winter?

Nur, was passiert im Winter? Diese Frage beschäftigte die Eltern, denn die Winter am linken Zulgtalhang können streng sein. «Wir bestücken die E-Bikes mit Spikes und machen sie so wintertauglich», antwortete Martin Lüthi. Thomas Rüegsegger ergänzte: «Ich fahre das ganze Jahr mit meinem Flyer. Mit den Spikes komme ich sicher überall hinauf und hinunter. Meine Erfahrungen mit Spike sind sehr gut.» Beide betonten, dass sie aber nicht die Absicht hätten, Risiken einzugehen. «Wir werden wenn nötig auf Schulbusbetrieb umstellen, das ist so geplant», beruhigten sie die Eltern.

«Wir starten im August»

Für den Start des Pilotprojektes fehlen nun noch die Anmeldungen der Eltern. Diese müssen damit einverstanden sein, dass ihr Kind mit dem E-Bike zur Schule fahren darf. Doch die beiden E-Bike-Fans sind überzeugt, dass ab August mit dem Versuch gestartet werden kann. Seit sie das Projekt vorgestellt haben, habe es noch keine negativen Reaktionen gegeben. Die Schulkommission, die Lehrerschaft, die Eltern – alle klangen positiv. So fragte am Testfahren ein Vater, zu welchen Bedingungen auch er ein E-Bike für ein Jahr benützen und testen könnte.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt