Thun

Schweizer Designpreis für «Kontur2»

ThunHinter dem Ateliernamen Kontur2 stehen Roger Stiegler aus Thun und Benno Meuwly aus Monte (TI). Die beiden erhielten für ihre Projekte den dies- jährigen Schweizer Designpreis für Farbgestaltung in der Architektur.

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Die ehemalige Garage des kleinen Einfamilienhauses an der Frutigenstrasse in Thun – etwas nach hinten versetzt und in farblosem Gelbton gestrichen – dient heute als Atelier zweier Farbgestalter. Auf dem langen Tresen erinnern lediglich Behälter mit Farbpigmenten an den Beruf Roger Stieglers und seines Partners Benno Meuwly, der in Monte (TI) lebt und arbeitet. Die beiden Geschäftspartner unterhalten sich per Skype, sofern sie sich nicht in Thun oder Monte treffen. «Das kommt aber regelmässig vor», relativiert Stiegler die virtuelle Kommunikation.

Vor einem Jahr hätten sie sich entschieden, ihren ursprünglichen Firmennamen «Farbatelier» in «Kontur2 – Farbe & Raum» umzuwandeln. «Wir wollten weg vom Begriff Farbe, der zwar die Basis unserer Arbeit ist, aber längst nicht alles repräsentiert», sagt Meuwly, während Stiegler auf die Gefahren eines radikalen Namenswechsels hinweist.

Das Richtige getan

Doch die Bestätigung, das Richtige getan zu haben, liege nun vor, erklären die beiden. Das «Haus der Farbe» in Zürich und der Schweizerische Werkbund haben dem Thuner Zweimann-Betrieb den diesjährigen Förderpreis für Farbgestaltung in der Architektur verliehen. Stiegler und Meuwly teilen den Preis, dessen Preisgeld von der Ikea Stiftung Schweiz gestiftet wird, zusammen mit drei weiteren Ateliers und Büros aus Zürich, Aarau und Monte Carasso. Diese erhalten je 5000 Franken.

Diverse Kunstprojekte

«Wir haben uns mit künstlerischen und architektonischen Projekten beworben, die alle ausgeführt wurden», sagt Stiegler. Eines davon ist das Kunstprojekt «Riflettere», das 2003 in einer der mittlerweile abgerissenen Selve-Hallen in Thun als Teil einer Installation mehrere Thuner Künstler realisiert wurde. «Auch unsre ‹Passage› aus Holz mit ausgeschnittenen Ornamenten für den Lichtspieleffekt gehört in den Bereich Kunstprojekte», sagt Stiegler. Er hatte ursprünglich Maler gelernt traf Benno Meuwly, Abgänger der Kunstgewerbeschule, eher zufällig an der Schule für Farbgestaltung in Salzburg. Seither arbeiten die beiden zusammen.

Die Gestaltung des Kubus’ im Glaspavillon der Grossen Schanze Bern, wo sich die Küche des Restaurants befindet, gehört zu den Auftragsarbeiten. «Papierkram» steht für zwei Aspekte: Die Gestalter haben Papier zerknüllt und als Aussentapete drucken lassen. So entsteht einerseits der Eindruck, die Gebirgszüge, die vom?Restaurant aus sichtbar sind, würden wiedergegeben. «Andererseits ist der Name eine Anspielung auf den Übernamen Berns als Beamtenstadt», fügt Meuwly an.

Farbe ist nicht gleich bunt

«Farbe bedeutet nicht bunt. Manchmal ist es besser, auf Farbigkeit zu verzichten – wie eben beim ‹Papierkram›», sagt Roger Stiegler. «Wir überlegen immer, welche Funktion ein Raum erfüllen muss und welche Menschen darin leben.» So wird es im künftigen Alters- und Pflegeheim von Frutigen keine satten Rot-töne geben, dafür dominieren die Farben Orange und Grün. «Ältere Menschen empfinden dunkle Farben als Schwarz. Daher haben wir auf lichte, aber mit dem Orange auch starke Farben gesetzt», argumentiert Stiegler. Dann fügt er an: «Die Jury liegt mit ihrer Beschreibung richtig: ‹Kontur2› steht für Handwerk und Kunst.» (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 13.10.2008, 09:40 Uhr

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