Thun

Raub an Prostituierter – beide Täter geständig

ThunSie wollten eine Prostituierte bestehlen, weil sie Geld brauchten. Jetzt drohen zwei Männern Freiheitsstrafen, denn sie wurden erwischt. Das Urteil wird am Dienstag bekannt gegeben.

Zwei junge Männer versuchten an der Seestrasse in Thun eine Prostituierte zu bestehlen. Es gelang ihnen nicht, weil die Frau clever reagierte (Symbolbild).

Zwei junge Männer versuchten an der Seestrasse in Thun eine Prostituierte zu bestehlen. Es gelang ihnen nicht, weil die Frau clever reagierte (Symbolbild). Bild: Getty Images

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Zweimal versuchten zwei junge Männer aus der Region Thun an der Seestrasse Prostituierte zu bestehlen. Doch es gelang ihnen nicht. Einmal, weil die Frau zu schreien begann.

Beim zweiten Mal erkannte die Frau den Mann wieder, warnte die andern Frauen an der Seestrasse und rief nach der Polizei. Vom Schreien und Rufen liess sich der Täter abschrecken und rannte davon zum Auto des wartenden Komplizen.

Später versuchte einer der Täter es nochmals, jedoch diesmal mit einem andern Kollegen, und der Raub gelang. Die beiden erbeuteten 680 Franken sowie die Handtasche, eine Flasche Whisky und andere Gegenstände. Die Frau wurde mit einem Elektroschockgerät für kurze Zeit handlungsunfähig gemacht, und der Täter konnte sich unerkannt entfernen.

Da der Mittäter beim geglückten Raub noch minderjährig war, musste dieser sich vor dem Jugendgericht verantworten. Am Montag standen deshalb nur zwei Männer vor Gericht.

Dem jüngeren der beiden, er war 2014, als die Taten begangen wurden, erst 20-jährig, werden noch andere Delikte vorgeworfen, so ein Diebstahl, Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz und gegen das Waffengesetz und Führen eines Autos in fahrunfähigem Zustand.

Dem fünf Jahre älteren werden noch Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz und Sachbeschädigung vorgeworfen.

Beide geständig

Die beiden Beschuldigten sind geständig, keiner ist vorbestraft. Ihre Geschichten widersprechen sich kaum. Unterschiede bestehen darin, welche Rolle der Ältere bei den Raubversuchen wirklich spielte. Er selber sagt, er habe nur so getan, als ob er die Prostituierte überfallen wollte, denn er fand es eigentlich keine gute Idee.

Mitgemacht habe er, weil er Angst gehabt habe, der Jüngere würde ihm keine Drogen mehr geben, wenn er sich weigerte. An der gestrigen Gerichtsverhandlung räumte der Jüngere ein, dass er sich nie sicher war, ob der andere das Elektroschockgerät wirklich einsetzen würde.

Das heisst, auch er war nicht ganz sicher, ob der andere den geplanten Raub durchziehen wollte oder schauspielerte.

Bedingte Freiheitsstrafe

Für den Jüngeren forderte der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten bedingt wegen des Raubs, der Raubversuche und des Diebstahls, dazu eine Geldstrafe wegen der übrigen Delikte. Den eher milden Strafantrag erklärte der Staatsanwalt damit, dass der Mann sofort ein Geständnis abgelegt und auch Namen genannt habe.

Diese hätten geholfen, einen Diebstahl aufzuklären, der ohne diese Angaben vielleicht nicht hätte geklärt werden können. Der Verteidiger des Jüngeren forderte eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten bedingt, er würdigte nicht nur das Geständnis, sondern legte auch das jugendlichen Alter des Beschuldigten in die Waagschale.

Für den Älteren sei eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten angemessen, fand der Staatsanwalt. Der Verteidiger jedoch forderte einen Freispruch bezüglich des versuchten Raubes.

Sein Klient solle nur wegen der Betäubungsmitteldelikte und der Sachbeschädigung zu einer Geldbusse von 20 Tagessätzen zu 30 Franken verurteilt werden. An den Kosten müsse er sich nur mit zehn Prozent beteiligen. Das Gericht berät nun das Urteil, dieses wird heute bekannt gegeben. (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.04.2018, 18:42 Uhr

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