Seftigen

Pimp my VW-Bus

SeftigenPatrick Finger und seine sechsköpfige Crew haben eine nette Marktnische entdeckt: In der Autogarage Finger in Seftigen reparieren und restaurieren sie alte VW-Busse - auch mal für eine Viertel Million Franken.

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In der Garage Finger geht es teilweise zu und her wie in der kultigen MTV-Serie «Pimp my Ride». Mit dem Unterschied, dass hier am Rande von Seftigen der Fokus weniger auf ausgefallene Gimmicks gerichtet wird. Und: Die Oberländer-Garagisten konzentrieren sich bei ihrem Handwerk auf ein ganz spezielles Vehikel: den VW-Bus.

Mitten in der Garage ist ein T2b-VW-Bus aus dem Jahr 1975 aufgebockt. Das Gefährt ist deutlich in die Jahre gekommen und muss restauriert werden. Ein Fall für Patrick Finger und seine Crew. «Für eine grundlegende Restauration brauchts mindestens 300 Arbeitsstunden», sagt Patrick Finger, er ist der Kopf des Unternehmens, das er vor 13 Jahren gegründet hat. Da fallen zum Schluss für den Kunden gut und gerne 30'000 bis 40'000 Franken an. Bei komplizierten Rundum-Erneuerungen ist die Kostenskala jedoch gegen oben offen. «Eine Generalüberholung eines T1-Samba aus dem Jahr 1962 kam einen Besitzer schlussendlich rund 250'000 Franken zu stehen», erzählt Finger. Das Ganze dauerte rund zwei Jahre.

Bis im Frühling ausgebucht

Umbauen, lackieren, reparieren, Rost entfernen, Kühlschrank oder Navi einbauen: Patrick Finger und seine 5 Mitarbeiter bieten das volle Programm beim Tuning eines abgehalfterten VW-Buses. Aufwendige Restaurationen können gut und gerne ein paar Monate in Anspruch nehmen - solche Rundum-Erneuerungen schaffen die VW-Bus-Freaks aus Seftigen bis zu 5 im Jahr. Wie begehrt diese Tunings sind, zeigt ein Blick in die Auftragsbücher: «Wir sind bis nächsten Frühling ausgebucht», sagt Geschäftsführer Patrick Finger.

Vor der Reperaturwerkstatt stehen eine ganze Reihe verschiedene VW-Busse. «Die warten auf einen Service», sagt Finger. Denn auch kleinere Reparaturen übernimmt die Finger Garage, und dies nicht zu knapp. Denn die Bekanntheit der VW-Bus-Klinik hat sich mittlerweile auch über die Kantonsgrenzen hinaus verbreitet. So kommt beispielsweise jedes Jahr ein Bündner VW-Fan extra nach Seftigen, um den Service dem Team um Patrick Finger anzuvertrauen.

«Bulli»-Kult in Brasilien

In den 50er Jahren erstmals seriell produziert, ist der VW-Bus heute nach wie vor beliebt - bei Alt und Jung. «Die Alten schwelgen bei seinem Anblick in Erinnerung und für die Jungen ist er kult», sagt Finger. Vor allem die eher rundlichen Modelle der ersten beiden Generationen sind ein Bestseller - später wurden sie zunehmend eckiger konzipiert.

Gerade im momentanen Fussball-WM-Land Brasilien sind die VW-Busse, von Fans liebevoll «Bulli» genannt, äusserst populär, sagt Patrick Finger. Dort wurden die kultigen «Hippie-Modelle» der 2. Generation noch bis ins Jahr 2006 hergestellt, während diese Serie in Europa bereits in den 80er Jahren eingestellt worden war. Auch die Garage Finger kauft für manche Restaurationsarbeiten Carosserie-Teile aus Brasilien ein.

Der VW-Bus lebt auch heute noch - bereits in der 5. Generation. Unzählige Familien, Gemüsehändler, Bäcker, Polizisten, Hippies und Handwerker freut's. Patrick Finger fährt natürlich ebenfalls einen «Bulli». «Einen T2b Original-Westfalia mit Jahrgang 1977», präzisiert der 33-jährige gelernte Fahrzeugelektroniker und vierfacher Familienvater - natürlich ist auch sein «Baby» selbst getunt.

www.garage-finger.ch (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.06.2014, 13:11 Uhr

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