Palace Mürren AG: Gläubiger dürfen weiter hoffen

Mürren

Die Geschichte des konkursiten Nobelhotels Palace in Mürren wird um ein Kapitel reicher: Die Forderungen der Gläubiger sind aufgelistet, im Kollokationsplan wird über Zulassung oder Abweisung entschieden.

Der Schriftzug des Palace am geschlossenen Gebäude.

Der Schriftzug des Palace am geschlossenen Gebäude.

(Bild: Fritz Lehmann)

Gemäss der gestrigen Ausgabe des Handelsamtsblattes liegen nun der Kollokationsplan und die Lastenverzeichnisse des konkursiten Unternehmens Alpin Palace Mürren AG für die Gläubiger bis am 29.Januar auf. Heinz Aebi vom Konkursamt Oberland: «In diesen Verzeichnissen wird über über die Zulassung oder die Abweisung der Forderungen der Gläubiger entschieden.»

Konkret: In diesen Papieren ist nachzulesen, welcher Gläubiger noch auf Geld hoffen darf. «Geht keine Einsprache ein, kann danach die Liegenschaft verwertet werden.»

Wie die Verwertung aussehen könnte, kann Aebi zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Ist ein Gläubiger mit der Behandlung seiner Forderung unzufrieden, kann er beim Regionalgericht klagen. Dann verzögert sich die Verwertung der Liegenschaft erneut.

Das Hotel Palace Mürren steht seit 2009 still, im Februar des letzten Jahres wurde der Konkurs verhängt. Kurz darauf wurde dieser mangels Aktiven eingestellt. Weil ein Gläubiger den geforderten Vorschuss zur Fortführung geleistet hatte, konnte das Verfahren wieder aufgenommen werden.

Kommt die Versteigerung?

Die Zukunft des Palace ist nach wie vor unklar: Um wenigstens einen Teil der Forderungen zu decken, können bei Gesellschaften allfällige Vermögen – wie im Fall des Palace die Immobilien – öffentlich versteigert werden. Nach Abschluss des Verfahrens wird die Gesellschaft aus dem Handelsregister gelöscht. Bis es so weit ist, dürfte noch einige Zeit vergehen. Und der Betrieb steht weiter still.

Hoffen auf den letzten Lohn

Offene Forderungen hat auch das Ehepaar Bodo und Ursula Skrobucha, sie waren die letzten Patrons des Luxushotels: Ihre Forderungen belaufen sich auf 100000 Franken, darunter ist der letzte Lohn. Ursula Skrobucha sagte gestern am Telefon: «Seit der Gerichtsverhandlung im vergangenen Jahr haben wir von keiner Behörde mehr was gehört, das belastet uns sehr.» Ihr Anwalt habe ihre Forderungen nochmals geltend gemacht. Auch ein Zivilverfahren aus dem Jahr 2011 der beiden gegen die ehemalige Besitzerin verlief ergebnislos: In einer Vereinbarung verpflichtete sich die Alpin Palace Mürren AG, die offenstehenden Löhne von Bodo und Ursula Skrobucha ratenweise zu bezahlen. Doch nichts geschah.

Berner Zeitung

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