Opernsängerin in der Tracht

Grindelwald

Die Jodlerin Sakura Kitagawa war die Überraschung am Interfolk Jungfrau auf First in Grindelwald. Mit ihrem Gesang eroberte sie das Publikum. Aber auch der Nachwuchs fiel positiv auf, zu sehen gab es viel traditionelles Handwerk.

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Die Interpreten am gestrigen Festival der Folklore in der Jungfrauregion auf Grindelwald-First unterschieden sich beträchtlich. Während die Trachtengruppe Grindelwald traditionelle Tänze aufführte, zeigte der Nostalgiechor Triengen alte Gewänder aus den Zwanzigerjahren und sang dazu Operettenmelodien, Wiener- und alte Volkslieder, etwa «Margritli». Das zahlreiche Publikum klatschte viel, und Komplimente wurden auch verteilt. Moderator Kurt Zurfluh war von der Vielseitigkeit der Darbietungen angetan: «Dieser Anlass ist eine Bereicherung für die Volksmusikszene.» Als etwas ganz Besonderes kündigte Zurfluh die japanische Jodlerin Sakura Kitagawa an. Mit dem Lied «Schmeichel Chätzli» überraschte sie das Publikum, denn sie jodelte auf Berndeutsch. Nimmt sie doch seit einigen Jahren bei der Jodlerin Marie-Theres von Gunten aus Beatenberg Unterricht.

Begeistert als 10-Jährige

Nach ihrem Auftritt erzählte Kitagawa auf Englisch, wie sie zum Jodeln gekommen ist. «Als ich zehn Jahre alt war, besuchte ich mit meinen Eltern eine Folklore-Show im Stadtkeller Luzern.» Sie sei begeistert gewesen und wusste, was sie in Zukunft machen wollte: Jodeln. «Ich wuchs in Tokio auf, die Schweiz hat mich schon immer begeistert, die Natur, die Berge und die schmucken Chalets.» Kitagawa ist ausgebildete Opernsängerin und tritt weltweit auf. «Schweizer Jodel kommt von Herzen», sagt sie. Vom Auftritt begeistert war auch die zufällig anwesende japanische Reiseleiterin Chieko Chiba. Eben zurück von einer Wanderung zum Bachalpsee, hatte sie für das Interfolk Jungfrau nur einen Kommentar übrig: «Beautiful, i like it.» Mit etwas engen Platzverhältnissen hatte die Trachtengruppe Grindelwald zu kämpfen. Wegen Nebel, Schnee und einer Temperatur von -4 Grad Celsius fanden die Darbietungen nur im Inneren des vollbesetzten Bergrestaurants First statt. «Wir arrangieren uns», sagte Käthi Roth von der Trachtengruppe nach dem Tanz «Gsund und zwäg». Und: «Wir sind für jeden Auftritt dankbar.»

Buben und Handwerk

Für viel Applaus sorgte auch das Buebechörli aus Urnäsch, der Jüngste der Truppe war gerade einmal acht Jahre alt. Die Buben trieben vor ihrem Auftritt allerlei Schabernack und waren vom Grindelwalder Velogemel fasziniert, dessen Herstellung Christian Suter demonstrierte. Auch anderes Handwerk wurde vorgeführt. Hans Burgener baute Grindelwalder Schlitten, Martha Lamp aus Ebikon klöppelte, und Paul Fuchs aus Hofstetten schnitzte.

Berner Oberländer

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