Oberländer brillierten am Jungfrau-Marathon

Interlaken/Kleine Scheidegg

Die Oberländer überzeugten am 21. Jungfrau-Marathon von Interlaken auf die Kleine Scheidegg. Allen voran die Spiezerin Conny Berchtold und der Lauterbrunner Philipp Feuz.

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Rund 4200 Läuferinnen und Läufer aus 60 Nationen nahmen am Samstagmorgen in Interlaken die 42,2 Kilometer und 1839 Steigungsmeter auf die Kleine Scheidegg unter die Füsse. 3170 Männer und 950 Frauen erreichten – unterwegs angefeuert von 25'000 Zuschauern und betreut von 1600 Helferinnen und Helfern – das Ziel auf der Kleinen Scheidegg. Und sie durften sich stolz ins Finisher-Shirt kleiden.

Der schnelle Koch

Patrick Magyar, der CEO der Leichtathletik-Europameisterschaften Zürich 2014, schickte ein überaus starkes Teilnehmerfeld auf die schönste Marathonstrecke der Welt. Die Weltklasseleute lieferten sich ein spannendes Rennen (siehe Sportteil). Und die Oberländerinnen und Oberländer überraschten mit hervorragenden Leistungen.

Der Lauterbrunner Philipp Feuz liebäugelte vor dem Rennen mit einer Zeit unter 3:20. Ein hohes Ziel. Der 30-Jährige übertraf aber alle Erwartungen und erreichte das Ziel nach 3 Stunden, 15 Minuten und 27 Sekunden. «Bis zum 16.Kilometer lief ich in einer Gruppe, dann wurde ich etwas schneller und konnte mich absetzen», erzählt Feuz. Die Halbmarathonmarke erreichte er nach 1 Stunde und 20 Minuten. «Ich dachte, es könnte knapp werden.» Aber bergauf habe er überhaupt keine Probleme gehabt. Bis unterhalb der Moräne: «Da plagten mich leichte Krämpfe, die mir aber am Samariterposten wegmassiert wurden.» Philipp Feuz erreichte das Ziel als Gesamtvierzehnter, als 10. der Kategorie M20, als drittschnellster Schweizer und schnellster Oberländer. «Als Einheimischer hatte ich wohl einen Bonus bei den Zuschauern», glaubt der im Hotel Heimat in Wilderswil als Koch (Souschef) arbeitende Feuz, «sie haben mich super unterstützt. Ich danke!»

Reicht es gar für die EM?

Die Spiezerin Conny Berchtold, die an ihrem ersten Jungfrau-Marathon (2012) knapp über 4 Stunden unterwegs war, setzte sich eine Zeit unter 3:45 zum Ziel. Sie traute sich also einiges zu. Mit Recht, wie sich erweisen sollte. Die 37-Jährige unterbot die Marke, die sie sich gesetzt hatte, um 45 Sekunden und war mit ihrem Lauf sehr zufrieden. Wengen habe sie 2 Minuten schneller als geplant erreicht, leichte Wadenkrämpfe hätten sie dann aber etwas gebremst. Conny Berchtold war die Drittschnellste aller Schweizerinnen, selbstverständlich schnellste Oberländerin und Siegerin in der Kategorie W35. «Das motiviert und macht Spass. Auch fürs Training», freute sich die Spiezerin. Ihre frappanten Fortschritte kommen nicht von ungefähr, seit Anfang dieses Jahres trainiert Brechbühl unter den Fittichen von Richi Umberg, dem fünffachen Schweizer Marathonmeister und versierten Spitzensporttrainer. «Conny hat ihr Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft», erklärte er. Es sei noch einiges möglich. Zum Beispiel die Unterbietung der Marathonlimite für die Europameisterschaften. Ende Oktober sollen die geforderten 2:44 in Frankfurt unterboten werden. «Das schafft sie», ist sich Umberg sicher.

Einige Podestplätze

Zweitschnellster Oberländer (und fünftbester Schweizer) war Samuel Hürzeler. Der Triathlet bestritt den Jungfrau-Marathon als wettkampfmässiges Training für den Ironman Hawaii vom 12.Oktober. Trotzdem unterbot er die 3:20-Marke. «Es lief alles nach Plan», verriet der 29-Jährige, «ich war 30 Sekunden schneller, als ich mir aufgeschrieben hatte.» Nach zwei Ultralangstrecken-Läufen waren die Batterien von Urs Jenzer noch nicht vollständig aufgeladen. Trotzdem wurde der Frutiger drittschnellster Oberländer und Zweiter der Kategorie M40. «Ich bin happy», versicherte er. In der Zeit von Jenzer wäre wohl auch Martin von Känel ins Ziel gekommen, doch zwangen ihn Krämpfe wenige 100 Meter vor dem Ziel zur Aufgabe (siehe Sportteil). Es gab noch einige ausgezeichnete Leistungen von Oberländern zu beklatschen. Zum Beispiel: In der Kategorie M45 wurden Martin Ploner (Habkern) Zweiter und der Adelbodner Ruedi Bärtschi Dritter. «Ich hatte meinen Tempomat eingeschaltet, aber leicht zu langsam», verriet der 49-Jährige. Thomas Hürzeler (Unterseen) stieg als Dritter aufs M50-Podest. In dieser Kategorie belegten Beat Bieri (Zweisimmen), Markus Graf (Matten b.I.) und Markus Streit (Steffisburg) die Ränge 4 bis 6. Der Leissiger Martin Storchenegger ist trotz seinen 66 Jahren immer noch schnell unterwegs: Zweiter in der Kategorie M65 (Zeit: 4:20:30!).

Karin Jaun (Unterseen) blieb trotz reduziertem Training unter 4 Stunden und wurde Vierte in der Kategorie W40. Sie sei das Rennen vorsichtig angegangen und ohne Schwäche angekommen. «Mi tüecht, i syg no nie so locker gloffe.» Weitere gute Top-Ten-Klassierungen von Oberländerinnen: W20: 9.Claudia Kahl (Meiringen); W35: 9.Regula Ratt (Unterseen), 10.Ursina Zesiger-Holliger (Interlaken); W40: 8.Gaby Spring, 10.Judith Graf (beide Matten b.I.); W45: 4.Cécile Lanz (Thun); W55: 5.Ursula Sager (Bönigen).

Im 2014 am 13.September

Für alle, die am Wegrand standen und sich vorgenommen haben, auch einmal aktiv dabei zu sein: Der 22.Jungfrau-Marathon findet am 13.September 2014 statt. Start der Onlineanmeldung ist am 14.Februar 2014. Bis dann: Viel Spass beim Training.

Berner Oberländer

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