Thun

Nostalgische Klänge erfüllen Thuns Innenstadt

ThunBereits zum 20. Mal bevölkern am kommenden Wochenende Drehorgelspieler die Innenstadt von Thun, um mit Gassenhauern und Märschen das Publikum zu unterhalten. Als Highlight wurden wieder Moritatensänger ­aufgeboten.

So wie auf dieser Aufnahme von 2011 werden am Wochenende im Bälliz in Thun wieder viele Drehorgeln zu bestaunen sein.

So wie auf dieser Aufnahme von 2011 werden am Wochenende im Bälliz in Thun wieder viele Drehorgeln zu bestaunen sein. Bild: zvg

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Pfeifender und walzernder Ausnahmezustand erwartet die Besucherinnen und Besucher am kommenden Wochenende in Thun: In der Innenstadt mit Bälliz, Oberer und Unterer Hauptgasse, an Aarequai und Bahnhof­strasse werden am Samstag ab 9 Uhr rund 175 Gross- und Handdrehorgeln von weitherum präsentiert. Sie kommen selbst aus Norddeutschland und Holland.

Die imposanten grossen Instrumente ertönen an den Rändern der Innenstadt, beim Parkhaus Grabengut, auf dem Aarefeldplatz und am Bahnhof. «Dort spielt die grösste fahrbare Konzertorgel der Welt mit 125 Tonstufen, 1910 erbaut und nach dem Zweiten Weltkrieg in Waldkirch im Breisgau umgebaut und vergrössert», erzählt Peter Ochsenbein von der Administration des Vereins Thuner Drehorgelfestival. Das Instrument wiegt mit Wagen immerhin zwölf Tonnen und ist heute im Besitz eines Aargauer Bauunternehmers.

Selber Hand anlegen aufder Mühlebrücke

Nach einer Pause ist in diesem Jahr wieder ein grosses, altes Rösslispiel auf dem Stadthofplatz im Bälliz aufgebaut und wird seine Runden drehen, die Kinder verzaubern und bei den Erwachsenen Erinnerungen an vergangene Zeiten wecken. Auf der Aareseite des Rathauses wird die mechanische Kapelle Echo vom Lindenholz aufspielen. Diese Attraktion wurde in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts in Yverdon erbaut und in der Westschweiz betrieben.

Wer selber einmal Hand anlegen möchte, ist auf der Mühlebrücke bei der Orgel Pigalle an der richtigen Adresse. Hier können Interessierte selbst ausprobieren, ob sie den richtigen Dreh erwischen. Dieses Jahr sind «die tugendhaften Bänkelsänger» Maria und Werner Schnell aus Baindt (Baden-Württemberg, D) sowie Ute und Franz Weber aus Köln in der Oberen Hauptgasse zu finden. Natürlich steht es allen Drehorgelfrauen und -herren frei, sich sängerisch zu betätigen. Dies geschieht meist spontan und unter Mithilfe des Publikums.

Auf dem Rathausplatz findet am Samstagabend ab 20 Uhr ein Unterhaltungsprogramm nach Ansage statt. In den Gassen dauert das Orgelspiel bis Mitternacht. Am Sonntagmorgen findet dann um 9.30 Uhr der traditionelle Festgottesdienst mit Drehorgelbeteiligung in der Stadtkirche statt. Anschliessend wird mit einem Festakt das Jubiläum begangen. In der Stadt beginnt das Drehorgelspiel am Sonntag um 10 Uhr und dauert bis 18 Uhr.

Nostalgiewelle brachteden Aufschwung

Ende Juli 1979 organisierte der Steffisburger Heinrich Brechbühl, Unternehmer, Sammler und Restaurator von mechanischen Musikinstrumenten, zusammen mit dem Hotelier Karl Zimmermann und dem Organisten Hannes Meyer das 1. Schweizerische Drehorgeltreffen mit etwa 60 Teilnehmern anlässlich der Orgel- und Kammermusik-Wochen in Arosa. Zwei Jahre später begrüsste das OK bereits 135 Drehorgelspieler zum zweiten Treffen, nun zum ersten Mal in Thun. Es hatte grossen Erfolg.

Das Festival von 1983 war leider schon das letzte für Initiator Brechbühl. Zwei Wochen vor dem Festival im Jahr 1985 verstarb er unerwartet. Die Treffen fielen damals in die Hochblüte der Nostalgiewelle und lockten bis zu 300 aktive Teilnehmer an. 1995 wurde zur Sicherung des Fortbestandes ein Verein gegründet, dessen Vorstand seither ehrenamtlich auch das OK des ­alle zwei Jahre durchgeführten Festivals bildet. Das 20. Dreh­orgelfestival vom Wochenende steht unter dem Motto «Wir ju­bilieren!». Ein Riesenrad sowie mehrere Restaurationsbetriebe und Verkaufsstände runden das Spektakel ab.

Eingeschränktes Fahrenund Parkieren

Dem Grossanlass entsprechend gibt es in Thun einige zusätzliche Verkehrsvorschriften: So gilt von Freitag, 14 Uhr, bis Sonntag, 20 Uhr, ein Parkverbot bei der Kunsteisbahn Grabengut. Nicht parkiert werden darf zudem von Samstag, 6 Uhr, bis Sonntag, 20 Uhr, auf dem Stadthof- und dem Bärenplatz sowie im Bälliz, in der Oberen und der Unteren Hauptgasse sowie der Gerberngasse. Im Bälliz, auf der Postbrücke, in der Oberen und der Unteren Hauptgasse, in der Gerberngasse und auf dem Rathausplatz verfügt die Stadt zudem ein Fahrverbot für den motorisierten Verkehr für Samstag, 6 bis 22 Uhr, sowie Sonntag, 9 bis 20 Uhr. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 12.07.2017, 08:21 Uhr

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