Grindelwald

Neuer Chic für ein Traditionshaus

GrindelwaldDas Traditionshaus Pinte in Grindelwald wurde für eine halbe Million aufgewertet. Historische Bilder erzählen nun Geschichten aus vergangenen Zeiten. Die sollen laut den Besitzern im neuen Gewand weiterleben.

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Die Pinte direkt an der Dorfstrasse fällt auf in Grindelwald: Das Haus aus dem Jahr 1843 trägt nicht wie üblich die wettergegerbte Fassade alter Holzhäuser, sondern glänzt nun aufgefrischt in den Farben: Gelb, Grün, Rot. Hier wurde renoviert. Warum das Gebäude seit je Farbe trägt, kann das heutige Besitzerpaar Michael und Jeannette Wyss-Egger nicht mehr eruieren. «Es existieren noch viele historische Fotos, aber Quellen, die den Grund für die Farbenpracht erzählen, sind nicht oder nicht mehr vorhanden.»

In den Anfängen des 19.Jahrhunderts dominierte an der Grindelwalder Dorfstrasse nämlich nicht der Chaletstil, sondern Steinbauten aus den Anfängen der Belle Epoque. Die Pinte war da eher die Ausnahme. Seit 2002 ist das Gebäude im Besitz der Familie Wyss, seit 2010 wurde das schützenswerte Objekt behutsam umgebaut: «Wir haben rund eine halbe Million Franken investiert», erzählt Wyss, ein Ende der Arbeiten ist vorerst nicht abzusehen. Vierzehn Betten bietet das Haus an, einige Zimmer wurden nun modernisiert. 

Eines Zimmer war ein ehemaliges Sitzungszimmer, darin tagte in den 40er- und 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts auch der Gemeinderat. Für die Gestaltung war Jeannette Wyss-Egger verantwortlich: «Ich habe mir den Kopf zermartert, wie ich die Zimmer gestalten soll.» Modern sollten sie sein, «aber die alten Zeiten von Grindelwald sollen auf- und weiterleben».

Nun prangen über den Betten alte Schwarzweissfotos, die vom oft entbehrungsreichen Leben im Tal erzählen. Bettgestelle und Schränke aus Holz, gestickte Kissenbezüge, viel Licht kommt von Spots und sonstigen Lampen. Verschwunden sind die Wände und Decken aus Holz, die alten Teppiche und Böden. Geplant und umgesetzt wurde das Projekt durch die ortsansässige Firma Holzkreation Schmid; auch die übrigen Bauarbeiten wurden lokal vergeben.

Geschichtsträchtiger Ort

Pächter, Hotelier und Wirt der Pinte, Ueli Roth, hat ordnerweise alte Fotos gesammelt, die von der Geschichte der Pinte erzählen. Heute noch kann man in der gemütlichen Gaststube mit den an den Wänden hängenden Bildern in die Vergangenheit eintauchen.

Der japanische Erstbegeher des Mittellegigrates Yuko Maki war Gast, aber auch der englische General Bernard Montgomery schaute vorbei. Heute sind es Gäste aus aller Welt, die mit lokalen Speisen verköstigt werden. Und nach der Einkehr können sie im selben Haus das Nachtlager aufsuchen. (Berner Oberländer)

Erstellt: 24.03.2015, 08:05 Uhr

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