Nachbarschaft will sich «bis zum bitteren Ende» gegen Natelantenne wehren

Steffisburg

Einmal mehr nimmt ein Mobilfunkanbieter einen Anlauf, in Steffisburg eine Natelantenne zu bauen. Dieses Mal ist es Sunrise mit einem Projekt an der Stockhornstrasse. Die Anwohner wollen «bis zum bitteren Ende» dagegen kämpfen.

Ungeliebte Natelantennen: Auch in Steffisburg wehren sich Anwohner gegen eine geplante Anlage.(Symbolbild)

Ungeliebte Natelantennen: Auch in Steffisburg wehren sich Anwohner gegen eine geplante Anlage.(Symbolbild)

(Bild: Keystone)

Anfang November hat der Mobilfunkanbeiter Sunrise im Thuner Amtsanzeiger ein Baugesuch publizieren lassen. Dort heisst es, dass die Firma an der Stockhornstrasse 14a in Steffisburg eine neue Mobilfunkanlage erstellen möchte. Mit diesem Eintrag ging für Anwohnerin Elisabeth Krebs eine Zeit der Ungewissheit zu Ende: «Das Profil für die Antenne ist schon seit Anfang September aufgestellt. Viel mehr wussten wir bisher nicht.»

Das Bauprofil steht auf dem Grundstück der Firma Ryf Holzbau, einem Kleinbetrieb mit rund zehn Angestellten. Rund herum befindet sich aber ein Wohnquartier. Die Nachbarschaft will sich gegen die geplante Natelantenne zur Wehr setzen.

Vorwürfe an Hausbesitzer

«Ich werde gegen das Projekt auf jeden Fall Einsprache erheben. Ich habe bereits einen Anwalt eingeschaltet», erklärt Krebs. Hanspeter Ryf, der Besitzer des Kleinbetriebs, habe die Anwohner nie offen über seine Absichten informiert, sondern plötzlich vor vollendete Tatsachen gestellt. Anfang Januar dieses Jahres erhielt Krebs selbst ein Angebot der Firma Maurer Management Consulting (MMC), für 7500 Franken jährlich und auf zehn Jahre befristet eine solche Anlage bei ihrem Haus aufrichten zu lassen. Krebs reagierte darauf gar nicht erst.

Auch Nachbar Armin Imboden ist alles andere als erfreut über die Pläne von Sunrise: «Ich werde gegen diese Antenne bis zum bitteren Ende kämpfen, wenn’s sein muss, bis vor Bundesgericht.» Imboden plant ebenso eine Einsprache und hatte auch schon Kontakt mit einem Anwalt. Als er Ryf auf die geplante Anlage ansprach, habe sich dieser wenig kooperativ gezeigt und schroff geantwortet. Ryf selbst wollte auf Anfrage dieser Zeitung keinen Kommentar abgeben.

Altes Projekt neu aufgegleist?

Gemäss Sunrise-Sprecher Roger Schaller handelt es sich bei der vorgesehenen Antenne um eine UMTS-Mobilfunkanlage. «Mobile Dienste werden immer stärker genutzt. Wir streben deshalb danach, unseren Kunden laufend verbesserte Infrastruktur zur Verfügung zu stellen», erklärt Schaller. Das betroffene Gebiet in Steffisburg sei bezüglich dieser neuen Technologie momentan noch ungenügend versorgt.

Dass es sich beim aktuellen Projekt um dieselbe Mobilfunkanlage handelt, welche vor rund einem halben Jahr an der Hombergstrasse vorgesehen war, konnte Schaller weder bestätigen noch dementieren. Zur Erinnerung: Noch bevor ein entsprechendes Baugesuch publiziert wurde, wehrten sich Anwohner an der Hombergstrasse im April gegen eine geplante Mobilfunkanlage. Mehrere Personen hatten von der Firma MMC einen Brief erhalten, indem sie angefragt wurden, auf ihrem Grundstück gegen Bezahlung eine UMTS-Antenne aufstellen zu lassen. Es konnte nie genau ermittelt werden, welcher der vier Schweizer Mobilfunkanbieter hinter dem Vorhaben steckt. Ob und wann an der Stockhornstrasse eine solche Mobilfunkanlage zu stehen kommt, ist derweil noch offen. Die Frist für Einsprachen beim Regierungsstatthalteramt Thun läuft noch bis am Montag, 13. Dezember.

Thuner Tagblatt

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