«Mit Güggel kein Herumhühnern»

Ballenberg

Silvia Jost gibt ein Comeback beim Landschaftstheater. 1999 war sie beim «Fähnlein der sieben Aufrechten» dabei, nun spielt die Bernerin in der Komödie «Der Pfarrer und der Kapitän» als einziger Profi unter 30 Laiendarstellern.

Silvia Jost hat in der Komödie «Der Pfarrer und der Kapitän» die weibliche Hauptrolle inne, spielt die Wirtin Annelies im Gasthof Zum goldenen Ei.

Silvia Jost hat in der Komödie «Der Pfarrer und der Kapitän» die weibliche Hauptrolle inne, spielt die Wirtin Annelies im Gasthof Zum goldenen Ei.

(Bild: zvg)

Warum, Frau Jost, sind Sie auf den Ballenberg zurückgekehrt? Silvia Jost: Der Sommer 1999 mit dem «Fähnlein der sieben Aufrechten» war eine wunderschöne Zeit. Viele von damals sind ja dieses Jahr wieder dabei. Auch ich bin gerne wiedergekommen. Es ist mir eine Ehre, dabei sein zu dürfen.

Am 11.Juli ist Premiere. Was erwartet die Zuschauer mit der Komödie «Der Pfarrer und der Kapitän»? Ein geistreiches, unterhaltendes, «läbiges» Stück mit wunderschöner Musik.

Was ist denn so speziell beim Landschaftstheater Ballenberg? Das Gesamterlebnis. Die Zuschauerinnen und Zuschauer kommen an, pilgern zum einmaligen Spielort, treten in eine andere Welt ein.

Gespielt wird in der Landschaft und nicht auf einer Bühne, deren Bretter für die Schauspieler doch die Welt bedeuten. Es gibt keine Bretterbühne und keine künstliche Kulisse. Aber das imposante Haus von La Chaux-de-Fonds mit einer schönen Umgebung. Einzig eine Brücke wurde neben dem Gebäude aufgebaut. Und natürlich eine gedeckte Tribüne für die Zuschauer.

Das Stück von Dagny Gioulami heisst «Der Pfarrer und der Kapitän». Hat die einzige Profischauspielerin die Hauptrolle inne? Ich habe als Wirtin die weibliche Hauptrolle. Aber Paul Eggenschwiler als Kapitän und Peter Füllemann als Pfarrer haben ebenso tragende Rollen, die genauso gross sind.

Was ändert sich für die Berufsschaupielerin, wenn sie mit Laien zusammen spielt? Es braucht mehr Probezeit. Aber dann ist man ein Team. Ob Profi oder Laie – das spielt keine Rolle mehr. Die Zusammenarbeit über einen längeren Zeitraum ist angenehm und das Arbeitsklima sehr gut. Das ist ja auch nötig, sonst könnte nämlich das Ganze gar nicht entstehen.

Wie beurteilen Sie das Können der Laiendarsteller? Ich finde grossartig, was sie leisten. Die meisten sind ja schon lange dabei und sehr erfahren.

Was man vom Esel und von den Hühnern, die auch ihren Auftritt haben, nicht sagen kann. Auch die Hühner scheinen begriffen zu haben, was sie zu tun haben. Seit ein Güggel dabei ist, ist fertig mit Herumhühnern, es herrscht Ordnung.

Es wird auf einer relativ grossen Naturbühne gespielt. Was haben die Spielenden zu beachten? Sie müssen an der Aussprache und der Lautstärke arbeiten. Die unterschiedliche Distanz zum Publikum verlangt eine spezielle Technik. Um ein Maximum herauszuholen, wurde eine Stimmbildnerin engagiert.

Wird – wie bisher immer – weiterhin ohne Mikrofone gespielt? Ja. Und das ist gut so. Auch die Musik wird nicht verstärkt. Die natürlichen Stimmen erzeugen eine spezielle Stimmung. Aber es ist schon eine Herausforderung.

Spielt auch das Wetter eine Rolle? Der Kampf gegen die Wettereinflüsse gehört bei Freilichttheatern dazu. Es werden zudem unterschiedliche Dialekte gesprochen. Die Zuschauerinnen und Zuschauer müssen bereit sein, sich auf die Besonderheiten des Landschaftstheaters einzulassen. Dann werden sie einen wunderbaren Abend erleben.

Berner Oberländer

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