Meyer Burger ist weniger gut unterwegs als erhofft

Meyer Burger hat ein durchzogenes Semesterergebnis vorgelegt. 2017 dürfte das Unternehmen noch nicht in die schwarzen Zahlen zurückkehren.

Hans Brändle, Chef von Meyer Burger.

Hans Brändle, Chef von Meyer Burger. Bild: Keystone

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Beim Thuner Solarunternehmen Meyer Burger haben sich nach der Rettung Ende 2016 durch eine Kapitalerhöhung noch nicht alle Wolken verzogen. Im ersten Halbjahr 2017 ist der Umsatz um 2,5 Prozent auf 212 Millionen Franken geschrumpft. Unter dem Strich resultierte ein Verlust von 17 Millionen Franken.

Das Minus ist zwar um rund ein Drittel kleiner als in der Vorjahresperiode. Analysten hatten aber lediglich mit einem Verlust von 14 bis 15 Millionen Franken gerechnet. Auch beim Umsatz und vor allem beim operativen Ergebnis schnitt der Ausrüster der Solarindustrie unter den ­Erwartungen ab.

Anleger verschreckt

An der Börse sackte der Aktienkurs von Meyer Burger deswegen gestern Morgen um zehn Prozent ab. Firmenchef Hans Brändle bezeichnete das operative Ergebnis zwar auch als enttäuschend. Ihm gelang es aber in einer Telefonkonferenz mit Analysten, für Zuversicht zu sorgen. Die Aktie machte einen Teil der Kursverluste wett und schloss 2,1 Prozent im Minus. Damit notiert sie ­immer noch um 112 Prozent ­höher als Anfang Jahr.

Die Solarbranche investiere wieder in Ausrüstungen, sagte Brändle. Insbesondere die chinesische Regierung treibe die Nutzung dieser erneuerbaren Energie voran. Wafer-, Zellen- und ­Modulhersteller würden sowohl bestehende Produktionslinien mit effizienteren Technologien von Meyer Burger aufrüsten als auch die Kapazitäten erweitern.

So kletterte der Auftragseingang um 15 Prozent auf 308 Millionen Franken. Zudem ist das Ergebnis durch einmalige Belastungen wie Garantieleistungen, Wertberichtigungen auf Warenvorräte und negative Währungseffekte gedrückt worden.

Brändle bestätigte sodann die Prognose, 2017 einen Jahresumsatz von 440 bis 460 Millionen Franken und einen Betriebsgewinn auf Stufe Ebitda von 30 bis 45 Millionen zu erreichen.

Zudem werden die Personalkosten weiter sinken. Wie angekündigt, hat Meyer Burger die Zahl der Vollzeitstellen bis Ende Juni um rund 250 auf 1300 reduziert. An den Schweizer Standorten am Sitz in Thun und in Neuenburg verblieben 355 Vollzeitstellen, 80 weniger als letzten Herbst. Damit sei der Abbau abgeschlossen, hiess es. Die Zahl der Temporärangestellten stieg dagegen von 189 auf 213.

Um das Ergebnis weiter zu verbessern, hat Brändle Daniel Lippuner zum operativen Chef (COO) ernannt. Der ehemalige Saurer-Manager löst Gunter Erfurt ab, der Technologiechef wird. (Berner Zeitung)

Erstellt: 16.08.2017, 21:26 Uhr

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