Martinzentrum wird zur Baustelle

Thun

Das Martinzentrum in Thun soll bis 2022 ausgebaut und umfassend saniert werden. Die Stiftung Wohnen im Alter (WIA) will dafür 29 Millionen Franken investieren. Das Baugesuch wird in den nächsten Tagen eingereicht.

Das Martinzentrum in Thun ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden. Die heutigen Baumasse werden aber weitgehend beibehalten.

Das Martinzentrum in Thun ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden. Die heutigen Baumasse werden aber weitgehend beibehalten.

(Bild: Patric Spahni)

«Das vor gut dreissig Jahren erstellte Martinzentrum entspricht in diversen Punkten nicht mehr den heutigen Ansprüchen», sagte Beat Straubhaar, Präsident der Stiftung Wohnen im Alter (WIA), am Dienstag vor den Medien. Deshalb sei eine umfassende Sanierung unumgänglich geworden.

Zum einen würden in den nächsten Monaten die haustechnischen Anlagen ihren Lebenszyklus beenden, ergänzte Stephan Friedli, Vorsitzender der Geschäfts­leitung der WIA. Zum andern ­gestatte es der Umbau, Betriebsabläufe zu vereinfachen und zu optimieren. Auch eine energietechnische Sanierung ist vor­gesehen.

Weiter hätten sich die Bedürfnisse der Bewohner geändert. Während beim seinerzeitigen Bau Zweierzimmer gefragt waren, bestehe dafür heute kein Bedarf mehr. Dank verbesserter Pflegeleistungen durch die Spitex erfolge der Heimeintritt immer später, dafür bräuchten die Bewohner dann auch mehr Pflege.

Aktuell bietet die WIA im Martinzentrum 89 Pflegeplätze an, künftig werden es etwas mehr als 100 sein. Die kantonale Gesundheits- und Fürsorgedirektion ­habe die Erhöhung der Platzzahl bereits bewilligt, sagte Friedli.

Baueingabe steht bevor

Die Baueingabe werde in den nächsten Tagen erfolgen. «Unabhängig von der vorgesehenen Etappierung wird das Baugesuch als Gesamtprojekt eingereicht», erklärte Friedli. Der Kostenrahmen beläuft sich auf 29 Millionen Franken. Die erste Etappe umfasst die Sanierung der Haustechnik und wird etwa acht Monate dauern. Diese Arbeiten sollen nächstes Jahr erfolgen. Allein dafür sind 8 Millionen Franken veranschlagt.

Zur Realisierung der ersten Etappe wird der offene Innenhof vorübergehend überdacht, um Raum für die Umbauarbeiten zu schaffen, welche die Bereiche Empfang, Küche, Speisesaal, Cafeteria, Garderobe, Administration und Wäscherei tangieren. Nicht betroffen sind die Wohnungen und Pflegeplätze der ­Bewohner.

«Sie werden sich in ihrem Alltag jedoch vorübergehend an einen neuen Speisesaal gewöhnen müssen», sagte Friedli. Alle administrativen Abteilungen der WIA werden in dieser Zeit in Räumlichkeiten des Altersheims Sonnmatt und im Hohmadpark untergebracht.

Grössere Veranstaltungen können zudem in der gegenüberliegenden Martinskirche durchgeführt werden. «Wir bemühen uns darum, dass unsere Bewohner ­möglichst wenig von den Arbeiten betroffen sein werden», sagte Stephan Friedli.

Zweite Etappe erst später

Bis der eigentliche Ausbau erfolgen kann, dürfte es gut zwei Jahre dauern. Bevor die zweite Etappe ausgeführt werden kann, müssen die Bewohner nämlich in ein ­neues Wohnheim ziehen. Wie die WIA letzten Juni bekannt gab, soll auf dem Areal der Hoffmann Neopac AG im Gwatt in den Jahren 2019 und 2020 ein neues ­Pflegeheim erstellt werden.

Geht dieser Zeitplan so auf, soll der Umbau des Martinzentrums 2022 abgeschlossen sein. Zu diesem Zeitpunkt würden dann das Übergangsheim Lädeli in Heimberg und das Heim im Hohmadpark aufgehoben und ins Martinzentrum integriert.

Neuer Verbindungsbau

Ein Kernpunkt des Umbaus wird das Erstellen eines Verbindungsbaus zwischen den bestehenden Gebäuden sein. Zudem werde der Haupteingang zentraler positioniert, ergänzte Architekt Mario Wedde von der SHS Architekten AG aus Thun.

Auf dieser Animation ist der geplante Verbindungsbau (Mitte) zwischen den bestehenden Gebäuden zu sehen. Bild: zvg

Weiter werde man die bestehenden Balkone aufheben und stattdessen die Zimmer entsprechend vergrössern. Denn das Bedürfnis nach Balkonen sei nicht mehr vorhanden. «Damit entstehen grosszügigere Zimmer», sagte Wedde.

Das Martinzentrum liegt bereits heute in einer Zone für öffentliche Nutzung. «Darin ist eine massvolle Erweiterung zugelassen», erläuterte Bauberater Siegfried Schertenleib. Eine Zonenplanänderung sei deshalb nicht nötig, zumal die Höhe der bestehenden Bauten nicht verändert werde.

Man habe von der Stadt die Zusicherung erhalten, dass das Projekt trotz laufender Ortsplanungsrevision nach den geltenden Bestimmungen beurteilt werde. «Und mit der angestrebten Verdichtung liegt das Projekt ja im aktuellen Trend», sagte Schertenleib.

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