MS Stadt Bern fuhr zurück in die Werft

Thun

Die Casino-Ländte Thun ist wieder verwaist: Gestern wurde das Ausstellungsschiff Stadt Bern ohne Zwischenfälle in die BLS-Werft zurück geführt. Über 1640 Besucher reisten zum Teil eigens für die Jubiläumsausstellung an.

Da fuhr sie von dannen, die «Stadt Bern»: Am Donnerstagmorgen schleppte das MS Niederhorn das Schwesternschiff Stadt Bern von der Casino-Ländte Thun zurück in die BLS Werft. Kapitän Hans von Gunten begleitete die beiden Schiffe auf dem MS Niesen, um bei Bedarf einzugreifen.

Da fuhr sie von dannen, die «Stadt Bern»: Am Donnerstagmorgen schleppte das MS Niederhorn das Schwesternschiff Stadt Bern von der Casino-Ländte Thun zurück in die BLS Werft. Kapitän Hans von Gunten begleitete die beiden Schiffe auf dem MS Niesen, um bei Bedarf einzugreifen.

(Bild: Markus Hubacher)

Nun ist sie wieder verwaist, die Casino Ländte in Thun. Manche Passantin und mancher Spaziergänger zückte gestern Vormittag schnell seine Kamera. Denn das Motorschiff (MS) Stadt Bern kehrte, vom MS Niederhorn gezogen und eskortiert vom kleinen «Niesen», in die BLS-Werft beim Lachenkanal zurück. «Merci vielmal! Ihr habt meiner Crew und mir einen wunderschönen Sommer bereitet», sagte Heinrich Gartentor. Der Künstler, der mit bürgerlichem Namen Martin Lüthi heisst und die Idee zur Jubiläumsausstellung 175 Jahre Schifffahrt Thunersee auf der stillgelegten «Stadt Bern» hatte, wurde von leiser Wehmut heimgesucht. Und mit ihm jene 15 Männer und Frauen, die das Schiff vom Casino in die Werft zurückführten.

Über 1640 Besucher

Die Ausstellung, an der Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Schweiz und dem Ausland sowie die BLS Schifffahrt Berner Oberland mit ihrem reichhaltigen Archiv teilgenommen haben, zog insgesamt etwas mehr als 1640 Besucherinnen und Besucher an. «Wir haben Befragungen durchgeführt und festgestellt, dass die Passanten selten zufällig, sondern bewusst aufgrund der Medienberichte oder Mund zu Mund-Propaganda auf das MS Stadt Bern gekommen sind», bilanziert Gartentor. Viele fuhren vor der werterhaltenden Stillegung der «Stadt Bern» im Jahr 2004 auch selber mit dem Schiff. «Die letzten zwei Anlässe – die Hauptversammlung der Thuner Grünliberalen und eine private Feier – zeigten zudem, dass sich das Schiff bestens für Ausstellungungen und Events eignet. Es gibt bereits etliche Anfragen von Personen, die eine Feier darauf durchführen möchten», hat der Ausstellungsinitiant festgestellt.

Ausgestattet mit Kamera hielten die Künstlerin Andrea Thüler und ihre beiden Kollegen Heinrich Gartentor und Roger Levy die Rückführung des MS Stadt Bern in die Werft mit Kamera fest. Mit einem Hornsignal ertönte knappe 30 Minuten nach der Anbindung und dem Nachziehen der Stahlseile das Startsignal. Und innert kürzester Zeit lag die Casino-Ländte wieder leer da, derweil das MS Stockhorn die «Stadt Bern» aus dem Kanal und vorwärts in die Werft zog. Knappe 20 Minuten später wurde das Schiff vertäut, um später von Hand gedreht und mit dem Bug in Richtung See vor dem BLS-Werftgebäude vertäut zu werden. Kapitän Thomas Hänni führte seine Brigade per Funk vom MS Stadt Bern aus an, Schiffsführer Martin Schöni hielt das Steuer auf dem «Niederhorn» in festen Händen und Kapitän Hans von Gunten behielt auf dem «Niesen» alles im Blick, um notfalls mit weiteren Tauen die Richtung des grossen Schwesternschiffs zu korrigieren. Für Stefan Wiedmer als Werftleiter ein eindrückliches Erlebnis: «Ich bin megafroh, dass alles so reibungslos geklappt hat.»

Und auch Heinrich Gartentor alias Martin Lüthi sieht Morgenröte für die Zukunft des MS Stadt Bern. Er ist mehr als zufrieden mit der halbjährigen Ausstellung und Verlegung an die Casino-Ländte: «Die Kosten von zirka 60'000 Franken sind durch Sponsorengelder, Eintritte und diverse vergangene und künftige Anlässe gedeckt.» Viel wichtiger sei ihm jedoch, dass konkrete Ideen für eine Umnutzung des MS Stadt Bern bestünden. «Anders als beim Kaufdorfer Autofriedhof geht das Projekt MS Stadt Bern weiter», ist Gartentor überzeugt.

Thuner Tagblatt

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