Thun

Künstler stellen im einstigen Kino aus

ThunDie Räume des ehemaligen Kinos City in Thun verwandeln sich vom 9. bis 18. Juni in eine Kunstgalerie. Organisatorin Vera Liechti geht es dabei um viel mehr, als nur darum Geld zu verdienen.

Sie bilden das Künstlerkollektiv ABER: (v. l.) Zeljko Lukic, Vera Liechti (Organisatorin der «EinAusStellung») und Stefan Käsermann.

Sie bilden das Künstlerkollektiv ABER: (v. l.) Zeljko Lukic, Vera Liechti (Organisatorin der «EinAusStellung») und Stefan Käsermann. Bild: zvg/Steve Nhan Duc

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Fotos, Linoldrucke oder doch lieber eine Lesung? Wem Entscheidungen schwerfallen, der ist bei der «EinAusStellung» gut aufgehoben. Die Organisatorin Vera Liechti bündelt in ihrer Ausstellung 27 Kunstschaffende verschiedenster Sparten. Film, Theater und Objekte – alles auch dabei. Nach 2009 und 2013 findet vom 9. bis 18. Juni die «EinAus­Stellung» zum dritten Mal statt. «Vier Jahre Pause zwischen den Austragungen sind ideal, da in dieser Zeit eine spannende Entwicklung passiert.

Manche Ausstellende wechseln sogar die Sparte, so auch ich», sagt Liechti. Vor acht Jahren malte sie Ölbilder und stellte diese in Galerien aus, deren Konzept sie hinterfragt: «Ausstellungen in Galerien kosteten mich viel Geld und nützten mir wenig.» Darauf entwarf sie ein Format, bei dem genau solche Leute ihre Arbeiten präsentieren können, ohne Gebühren zahlen zu müssen, und wo sie mit viel Freiheit ihren Stand gestalten dürfen.

Graue Wand, bunte Farben

Ölbilder malt Liechti heute nur noch selten; sie dreht Filme, inszeniert Performances und Lesungen. Bei der «EinAusStellung» wird sie mit dem Künstlerkollektiv ABER auftreten. Weil sie grossen Wert auf die Kulisse legt, in der Kunstwerke präsentiert werden, suchte sie über ein halbes Jahr lang nach einem passenden Lokal für die «EinAus­Stellung». Die Wahl fiel auf die Räume des ehemaligen Kinos ­City an der Marktgasse: «In einem Rohbau kommt die Kunst perfekt zur Geltung. Ein buntes Bild auf einer heruntergekommenen, grauen Wand ergibt einen tollen Kontrast.»

Die 44-Jährige hofft, mit Spenden und Einnahmen der Bar die Kosten für die Miete des Lokals und andere Auslagen decken zu können. Ein Defizit müsste sie selber berappen. «Manche Leute fahren in die Ferien, ich organisiere meine Ausstellung», lacht Liechti.

Uhren aus Berlin

Geld zu verdienen ist auch für den Fotografen Steve Nhan Duc nicht der Grund, warum er bei der Ausstellung mitmacht: «Ich kann mich dort mit anderen Kreativen austauschen, woraus ein nützliches Netzwerk entsteht, das mich inspiriert.» Besonders freut sich der in Thun wohnende Bieler auf die Aktivitäten mit Film, Musik und Literatur, die an sieben Abenden stattfinden. Etwa die Lesung der Thunerin Rebecca Jenny, die ihr Buch über eine ­meditierende Weltenbummlerin vorstellen wird. Neben vielen Kunstschaffenden aus der Region Thun konnte Vera Liechti auch einen Gast aus Berlin gewinnen.

Steffen Czirnia versieht alte Uhren mit neuen Zifferblättern, um sie auf Märkten zu verkaufen und mit der Kundschaft über die Zeit zu philosophieren. Nicht über Zeit, aber über den Namen der «EinAusStellung» sinniert auch Liechti gerne: «Der Holperer ­bewirkt, dass er im Gedächtnis bleibt. Ausserdem erinnern die Vorsilben ein und aus an einen Schalter, den man ein- und ausschalten kann. Genau wie die Ausstellung, die ein Provisorium ist.»

«EinAusStellung»: 9. bis 18. Juni (Vernissage 9. Juni, 20 Uhr), Marktgasse 17, Thun. Weitere Infos unter www.einausstellung.ch. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 08.06.2017, 11:34 Uhr

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