Kontrastreich und ausdrucksstark

Blumenstein

Zum Saisonschluss der Vier-Jahreszeiten-Konzerte beglückten das Terpsycordes-Quartett und Pianist Yuka Oechslin mit ausdrucksstarken Perlen der Kammermusik.

Das Terpsycordes-Quartett und Yuka Oechslin am Flügel begeisterten mit ausdrucksstarker Interpretation.

Das Terpsycordes-Quartett und Yuka Oechslin am Flügel begeisterten mit ausdrucksstarker Interpretation.

(Bild: Heidy Mumenthaler)

Das renommierten Terpsycordes-Quartett und Pianist Yuka Oechslin liessen den Zyklus der Vier-Jahreszeiten-Konzerte in der Kirche Blumenstein kontrastreich ausklingen. Girolamo Bottiglieri, Raya Raytcheva (Violine), Blythe Teh Engstroem (Viola) und François Grin (Violoncello) packten den Ludwig-van-Beethoven-Saison-Schwerpunkt mit dem Quartett Nr. 13, B-Dur, op. 130, eines seiner anspruchsvollsten Gipfelwerke.

Kontrastreich führte das Quartett durch die sechs sehr unterschiedlichen Sätze: einmal aufwühlend intensiv oder herzhaft, mitunter fast rustikal im deutschen Tanz, entzückend sanglich in der gefühlvollen, kantablen Cavatina und mit lebhaftem Scherzo.

Die vier Streicherinnen und Streicher scheuten keine Mühe, sie interpretierten die Urfassung mit der kapitalen Fuge op. 133 als Finale und erzielten mit rhythmischer Präzision eine optimale Wirkung. Die Linien der grossen Fuge kamen von den einzelnen Instrumenten gut verständlich zu Gehör.

Händel und Schostakowitsch

Mit Perlen der Kammermusik von Georg Friedrich Händel und Dmitri Schostakowitsch umrundete der Pianist und künstlerische Leiter der Vier-Jahreszeiten-Konzerte, Yuka Oechslin, das kontrastreiche Programm. Er stimmte mit Georg Friedrich Händels Suite Nr. 2, F-Dur, ein und liess den Konzertflügel seidig-weich perlend erklingen. Die langsamen Sätze, die wie gepflegte und reich verzierte Arienminiaturen wirkten, liessen Händels Affinität zur Opernkomposition durchblicken.

Neben Beethoven unternahmen weitere Komponisten vielerlei Versuche, aus der bachschen Tradition originelle Fugen zu schreiben und dieser traditionellen Form gewisse Neuartigkeit zu verleihen. Dazu zählt auch die Fuge in Schostakowitschs Klavierquintett op. 57, mit dem das Winterkonzert der Blumensteiner Konzertreihe ausklang.

Kontrastreich führten nach der pianistischen Einleitung die Musikerinnen und Musiker wechselnd durch ernsthaft-meditative, feierlich-optimistische und dramatisch-zerbrochene Passagen. Die Fuge, ausgehend vom Duo der beiden Geigen, liess sich fast nicht als solche erkennen, so raffiniert wurde sie verarbeitet. Das Scherzo brach mit bewusst simplen, scheinbar volksmusiknahen Themen den Ernst vorangehender Sätze. Bassfiguren und ein rhythmisch prägnantes Thema wirkten perkussiv und nachdenklich.

Mit fast tänzerischem Charme, der aber jeglichen Übermuts entbehrt, klang das Werk aus. Die grossartige Leistung der ebenbürtigen Partner wurde mit lang anhaltendem Applaus verdankt, worauf sich das Quintett mit einer Wiederholung des Scherzos verabschiedete.

Thuner Tagblatt

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