Im Gesundheitszentrum werden 15 Stellen abgebaut

Meiringen

Die Station für Postakutpflege im Gesundheitszentrum Meiringen wird Ende Juni eingestellt: 15 Mitarbeiterinnen, die sich 9,4 Stellen teilen, verlieren ihre Jobs. Der Rettungsdienst und die Tagesklinik bleiben bestehen.

Das Bezirksspital Meiringen ist seit bald zwei Jahren das Gesundheitszentrum Meiringen (GZM). Dazu gehören eine chirurgische Tagesklinik, an der ambulant Eingriffe vorgenommen werden. Auch eine Postakutpflege gehört dazu. Hier werden Patienten nach einer Operation einige Tage gepflegt. Dieser Dienst wird nun Ende Juni eingestellt, wie die Betreiberin des GZM, die Spitäler FMI AG, mitteilt. Sie erklärt: «Währenddem sich die Operationszahlen in der ambulanten Tageschirurgie erfreulich positiv entwickelten und konstant blieben, war die Auslastung der Station für Postakutpflege im Durchschnitt zu tief.» Herbert Seiler, Verwaltungsratspräsident der Spitalgruppe von Frutigen, Meiringen und Interlaken (FMI), präzisiert auf Anfrage: «Im Jahr hat diese Station eine Million Franken Defizit gemacht.» Hoffnung zerschlagenBei den in Meiringen betreuten Patienten handelt es sich gemäss Medienmitteilung um ältere, zum Teil schwer pflegebedürftige Menschen, die auf einen Pflegeheimplatz warten oder für die die Pflege in einem Kurhaus nicht gewährleistet werden kann. Um die Station besser auszulasten, wurde versucht, Patienten, die im Spital Interlaken behandelt wurden, für diese Pflege nach Meiringen zu verlegen. Das hätten die Betroffenen respektive deren Angehörige aber nicht akzeptiert. Um die Postakutstation zu erhalten, ersuchte die Spitäler FMI AG beim Alters- und Behindertenamt des Kantons Bern (Alba) um eine Umwandlung der Postakutpflege in separat finanzierte Heimplätze. «Diese Bemühungen fruchteten nicht», informiert die AG. Sie seien vom Alba mit der Begründung abgelehnt worden, die Region Oberhasli/ Brienz verfüge bereits über genügend Heimplätze. «Wir haben gehofft, das Gesetz zu unseren Gunsten auslegen zu können. Der Kanton befürchtete jedoch, damit ein Präjudiz zu schaffen, das andere Einrichtungen anregen könnte, diese Finanzierungsmöglichkeit ebenfalls für sich zu beanspruchen», sagt Herbert Seiler. 15 Frauen betroffenDie Schliessung hat zur Folge, dass 9,4 Stellen gestrichen werden, die sich 15 Mitarbeiterinnen teilen. Bis auf zwei sind alle in Teilzeitpensen beschäftigt. Es werde versucht, für sie eine gute Lösung zu finden. Eine Mitarbeiterin geht in Pension. Damit das GZM nachts weiterhin als Anlaufstelle für Notfallpatienten zur Verfügung steht, die sich nicht an den Haus- oder Notfallarzt wenden, wird der Pikettdienst des Rettungsdienstes hierhin verlegt. Statt das Nachtpersonal der Postakutpflege wird dieser den Haus- oder Notfallarzt avisieren. Die chirurgische Tagesklinik bleibt bestehen. Doch auch sie ist laut Herbert Seiler «nicht schlecht ausgelastet, aber auch nicht rentabel». Die Personalkosten seien zu hoch. Die Spitäler FMI AG wolle an dieser Dienstleistung für die Bevölkerung festhalten. Dazu brauche es aber die Einheimischen, die sich dort behandeln lassen würden. Die Tagesklinik wird in das Eingangsgeschoss und auf dieselbe Ebene wie das chirurgische Ambulatorium verlegt, um effizientere Betriebsabläufe zu schaffen und Synergien zu nutzen. Das Gesundheitszentrum Meiringen bietet nach wie vor Dienstleistungen wie Radiologie, Praxislabor, private Physiotherapie, Sprechstunden von Fachärzten und Fachstellen wie Diabetes-, Ernährungs- sowie Suchtberatung, und es ist der Standort des Rettungsdienstes. «Zudem besteht die Absicht, den Spitex-Stützpunkt ebenfalls ins GZM zu integrieren», teilt die Spitäler FMI AG mit. Hausärzte im Spital«In Bezug auf die Integration von Hausarztpraxen sind die Gespräche einer Arbeitsgruppe unter der Leitung der Meiringer Gemeindepräsidentin Susanne Huber mit der bernischen Ärztegesellschaft und regionalen Wirtschaftsvertretern noch im Gang», orientiert der Verwaltungsrat weiter. Zur Einrichtung und späteren Vermietung einer Gemeinschaftspraxis bestehe allerdings erheblicher Investitionsbedarf, den die AG nicht alleine aufbringen könne. Die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons (GEF) habe ihre Bereitschaft signalisiert, ein entsprechendes Gesuch zu prüfen und nach Lösungen zur Unterstützung zu suchen. «Kann die Finanzierung sichergestellt und können Räume zu attraktiven Mietpreisen zur Verfügung gestellt werden, stehen die Aussichten für eine Gemeinschaftspraxis gut», schreibt die Spitäler FMI AG. «Der Bezug könnte schon in ein, zwei Jahren möglich sein.»

Berner Oberländer

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