Adelboden

Honig heilt erfolgreich

AdelbodenDer Bienenzüchterverein Frutigland zählt 113 Mitglieder, die sich regelmässig weiterbilden. Matthias Holieter, der Arzt und Spezialist in Apitherapie aus Adelboden, erzählte an der HV von Erfolgen in der Wundheilung mit Honig.

Bienen als Produzenten von Heilmittel.

Bienen als Produzenten von Heilmittel.

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Der Adelbodner Arzt und Imker Matthias Holieter berichtete in seiner Präsentation von den Möglichkeiten für die Wundheilung mit Honig. Er praktiziert diese Methode in seiner Praxis und in Zusammenarbeit mit dem Spital Frutigen und konnte anhand von Bildern Erfolge beweisen. Es sei aber unverantwortlich, wenn Patienten meinen, sie können einfach Honig auf offene Wunden streichen. Und er warnt: «Selbstverständlich müssen grössere Verletzungen genäht und allenfalls sachgerecht im Spital versorgt werden.»

Mit Honig behandeln

Holeiter ist eine Kapazität auf dem Gebiet der Wundheilung mit Honig, ist führend in der Apitherapie (Anwendung der Bienenprodukte in der Heilkunde), stellt die Methode auch in Ärztekreisen vor, wie etwa in Wien und in Rumänien. Honig hemmt wegen des hohen Zuckergehalts und den enthaltenen Enzymen das Wachstum von Bakterien. Er stützt sich auf die Erfolge des Chirurgen Bernard Descottes aus Limoges, der ab 1985 fast 4000 Patienten erfolgreich mit Thymianhonig behandelte. Honig wirke bei oberflächlichen Schürfungen und Pilzinfektionen nicht, wohl aber bei einigen Antibiotika-resistenten Infektionen. Besonders geeignet ist die Behandlung bei chronischen, offenen Wunden wie offenen Beinen mit schlechter Durchblutung oder Verletzungen durch Druckstellen und wund liegen. Die Behandlung mit Honig ist billig, bei einem Franken und fünfzig Rappen pro Tag, gegenüber 150 Franken beim Vakuumverband. Unter Umständen verwendet Holeiter nicht den eigenen Bienenhonig, sondern sterilisierten Honig aus Neuseeland aus der Tube, der aber entsprechend teurer ist.

Aus- und Weiterbildung

Andreas Rubin, der Präsident des Bienenzüchtervereins Frutigland, legt den Schwerpunkt auf die Aus- und Weiterbildung von kompetenten Imkern und den Nachwuchs. Momentan startet er mit dem ersten praktischen Ausbildungstag für die zweijährige Ausbildung der Neuimker. Glücklicherweise konnte Hans-Peter Egger, Reichenbach, als Berater gewonnen werden. Von Februar bis November findet jeden Monat ein Beratungs- und Ausbildungsabend im Hotel Terminus in Frutigen statt. Dabei wird die hohe Kunst der Imkerei erörtert. Es kommen Themen wie Aufbau der Völker und Pflege während des Jahres, Ablegerbildung, Hygiene, Auswirkungen des Tierseuchengesetzes und Bienenkrankheiten zur Sprache, wo die 113 Mitglieder ähnlich gut mitmachen wie an der Hauptversammlung, an der fast die Hälfte anwesend war.

Neuer Honigkontrolleur

Nicht nur die über 20 Imker mit Qualitätssiegel, auch alle andern Imker sind der Lebensmittelgesetzgebung unterstellt, müssen den Honig genau deklarieren und ein Verfalldatum angeben. Alfred Reichen hat die Ausbildung zum Betriebsprüfer und Honigkontolleur abgeschlossen. Er hofft auf mehr Siegelimker und wird ihnen bei den alle drei Jahre vorgeschriebenen Kontrollen helfen, die 48 Positionen zu erfüllen, damit nur einwandfreier, gesunder Honig in den Handel gelangt.

«Die Imker geben zuerst, erst dann nehmen sie», so Rubin, der damit meinte, dass die Imker die Bienen auffüttern und pflegen, erst dann den Honig ernten und wieder Ersatz füttern. In der Schweiz weist der Kanton Bern die höchste Bienendichte auf.

(Berner Oberländer)

Erstellt: 13.04.2010, 09:55 Uhr

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