Uetendorf

Hannes Zaugg-Graf tritt als Gemeindepräsident zurück

UetendorfSpätestens Ende 2013 tritt Hannes Zaugg-Graf als Gemeindepräsident zurück. Der bald 46-Jährige begründet den Entscheid damit, dass sich das Amt und die damit verbundenen Mandate nicht mehr mit seinem Beruf vereinbaren lassen.

<b>Überdenkt seine berufliche Zukunft:</b> Uetendorfs Gemeindepräsident Hannes Zaugg-Graf.

Überdenkt seine berufliche Zukunft: Uetendorfs Gemeindepräsident Hannes Zaugg-Graf. Bild: Patric Spahni

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Hannes Zaugg-Graf (SP) hat am Donnerstag an der Sitzung des Uetendorfer Gemeinderates seine Demission als Gemeindepräsident eingereicht. In den vergangenen Jahren konnte der bald 46-Jährige infolge seiner zahlreichen Mandate zu wenig Zeit in sein grafisches Atelier und das Fotostudio investieren. «Da gerade in letzter Zeit einige Kunden absprangen, muss er seine berufliche Situation neu überdenken», heisst es in einer Medienmitteilung, die die Gemeinde am Freitag verschickte. Die Situation beinhalte mehrere Optionen, die sich mit dem «anspruchsvollen Amt des Gemeindepräsidiums» nicht vereinbaren liessen.

Vorerst weiter im Grossrat

Als spätesten Termin für seinen Rücktritt nennt Zaugg-Graf den 31. Dezember 2013. Bis dahin hätte der SP-Politiker zwölf Amtsjahre als Gemeindepräsident erreicht. «Ob ich vor Ende 2013 zurücktrete, hängt davon ab, was sich beruflich ergibt. Konkreter kann ich dazu nichts sagen», sagte Zaugg-Graf gestern.

Das Burn-out, das er dieses Jahr erlitten habe, habe seinen Entscheid indirekt beeinflusst. «Es ist mir bewusst geworden, dass ich stärker auf meine eigene Gesundheit und diejenige meiner Angehörigen achten muss.» Und wie sieht es aus mit Zaugg-Grafs politischem Engagement auf kantonaler Ebene? «Das Mandat im Grossen Rat behalte ich vorerst noch.»

Wahltermin ist noch offen

Wie in der Medienmitteilung steht, wird der Uetendorfer Gemeinderat Anfang des neuen Jahres, in Absprache mit den Parteien, das Vorgehen und den Termin der Ersatzwahl festlegen. So soll «ein optimaler Übergang» gewährleistet werden. Laut Gemeindeschreiber Kurt Spöri können sich alle in Uetendorf Wahlberechtigten bewerben, sofern sie von zehn anderen vorgeschlagen werden. In Uetendorf wird das Gemeindepräsidium für ein 40-Prozent-Pensum entschädigt. «Die Arbeitsbelastung liegt realistischerweise bei gut 50 Prozent», so Spöri. Damit dies geändert werden könne, laufe eine Reorganisation der Abteilung Präsidiales.

Sollte bei der Ersatzwahl für Zaugg ein aktuelles Mitglied des Gemeinderates ins Präsidium gewählt werden, könnte jenes SP-Mitglied für Hannes Zaugg-Graf nachrutschen, das bei den letzten Wahlen das beste Ergebnis der Partei gemacht hatte. Laut Kurt Spöri belegte Brigitte Gilomen diesen ersten Ersatzplatz bei den letzten Gemeindewahlen 2011.

Viele sind überrascht

SVP-Präsident Yves Bichsel sagte gestern, als stärkste Kraft im Gemeinderat müsse sich die Partei «auf jeden Fall» Gedanken über eine Kandidatur für das Gemeindepräsidium machen. Peter Kunz von der FDP sagte, seine Partei werde das Thema diskutieren. Aber: «Ich glaube, die FDP wird kaum zum Comeback ansetzen.» Kunz wie Bichsel sagten, der Rücktritt sei mit Blick auf Zaugg-Grafs gesundheitliche Probleme «wenig überraschend».

«Überrascht» war Hansruedi Zahnd von Zaugg-Grafs Entscheid. Der SP-Kassier leitet die Partei mit einem Team, weil der Präsidentenposten vakant ist. «Wir haben bis jetzt keinen Grund zur Diskussion gehabt, ob wir eine Kandidatur stellen können und werden», sagte er. «Entsprechende Gespräche werden jetzt wohl anlaufen.»

Auch EVP-Co-Präsident Fritz Brönnimann nannte die Rücktrittsankündigung «eine echte Überraschung». Dass die EVP selber zur Wahl antreten werde, sei wenig wahrscheinlich. «Aber wir werden uns sicher darüber Gedanken machen.» Ekkehard Stürmer, Vizepräsident der Grünen, sagte, der Parteivorstand sei überrascht und bedaure Zauggs Entscheid. Zu einer Kandidatur haben sich auch die Grünen noch keine Gedanken gemacht.

BDP-Präsident Stefan Wüthrich unterstrich die Leistungen von Hannes Zaugg-Graf, hob aber auch den Wahlerfolg der BDP hervor. «Es liegt an der SP, zugunsten des Föderalismus allenfalls den frei werdenden Ratssitz weiterzugeben», sagte Wüthrich. Über eine Kandidatur für das Gemeindepräsidium werde die Partei nachdenken.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.12.2012, 12:11 Uhr

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