Grossprojekt für 130 Millionen im Gwatt

Thun

Auf dem Land rund um die Produktionshalle der Hoffmann Neopac AG soll für 130 Millionen Franken eine Grossüberbauung ent­stehen.

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Die Hoffmann Neopac AG verfügt an ihrem Produktionsstandort an der Eisenbahnstrasse in Thun über eine ungenutzte Landreserve von rund 30'000 Quadratmetern.

«Da für die Produktion von Dosen aus Metall bereits genügend Fläche vorhanden ist, wollen wir das verbleibende Areal anders nutzen», sagte Mark Aegler, CEO der Hoffmann Neopac AG, am Dienstag vor den Medien.

Projekt bereits ausgewählt

Gemeinsam mit dem Planungsamt der Stadt Thun und der Stiftung Wohnen im Alter (WIA) führte die Frutiger AG im Auftrag der Hoffmann Neopac AG einen Projektwettbewerb mit zwölf Architekturbüros durch.

Eine Wettbewerbsjury empfahl nun einstimmig das Projekt der Husistein & Partner AG aus Aarau zur Weiterbearbeitung. «Das Siegerprojekt ist in jeder Hinsicht sehr ausgewogen», sagte Jürg Grossenbacher, Projektleiter der Frutiger AG.

Es umfasst 113 Miet- und 64 Eigentumswohnungen für Singles und Familien, 48 Alterswohnungen mit Dienstleistungen, ein Pflegeheim mit 104 Pflegeplätzen und einer öffentlich zugänglichen Cafeteria sowie einen Quartierladen und eine Kindertagesstätte. Die Realisierung des Projekts wird laut Grossenbacher rund 130 Millionen Franken kosten.

Philipp Husistein, Inhaber der Husistein & Partner AG, ist überzeugt, dass mit den angedachten öffentlichen Nutzungen ein neues Quartierzentrum entstehen und Mehrwerte für das gesamte Quartier geschaffen werden können. Damit sich das Grossprojekt ins bestehende Quartier einpasst, wurden für die insgesamt elf Gebäude verschiedene Höhen gewählt. Diese bewegen sich zwischen drei und neun Geschossen.

WIA will Pflegeheim bauen

Mit der Stiftung WIA wurde bereits ein Partner für den Betrieb des Pflegeheims und die Alterswohnungen mit Dienstleistungen gefunden (vgl. Infobox). Die 104 Pflegeheimplätze seien bereits von der ­kantonalen Gesundheits- und Fürsorgedirektion bewilligt worden.

Stephan Friedli, Vorsitzender der Geschäftsleitung der WIA, ist mit dem Resultat des Projektwettbewerbs zufrieden. Der Entwurf der Husistein & Partner AG sieht ein viergeschossiges Pflegeheim vor mit Empfangsbereich, Cafeteria, Mehrzweckräumen, Büros sowie einer Tagesstätte im Erdgeschoss und je zwei Wohngruppen pro Etage in den darüber liegenden Geschossen.

Zusätzlich werden 48 Seniorenwohnungen von der WIA betreut und betrieben. Friedli hofft, dass das neue Heim zwischen 2019 und 2021 erstellt werden kann. Das Siegerprojekt weist drei Wohnetagen für die Langzeitpflege mit je zwei Wohngruppen und ein Stockwerk mit zwei Demenzwohngruppen auf.

Baubeginn ab 2019

«Der Wettbewerb hat sich gelohnt, da wird etwas sehr Gutes entstehen», sagte Gemeinderätin Marianne Dumermuth (SP). Die geplante Überbauung sei ein gutes Beispiel für die angestrebte Verdichtung nach innen. Auf der Grundlage des Siegerprojekts wird nun in Zusammenarbeit mit der Stadt Thun eine Über­bauungsordnung erarbeitet.

­Nötig ist auch eine Änderung des Zonenplans. Läuft alles nach Plan, kann sich etwa Ende 2016 die Bevölkerung im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung dazu äussern. Entscheiden wird dann der Thuner Stadtrat. «Ein Baubeginn ist gemäss heutigem Stand etwa ab 2019 möglich», sagte Stadtplanerin Beatrice Aebi.

Die öffentliche Ausstellung aller Wettbewerbsprojekte findet vom 15. Juni bis zum 25. Juni im Martinzentrum, Martinstrasse 8 in Thun, statt. Öffnungszeiten: 8 bis 20 Uhr.

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